{"id":998,"date":"2016-01-06T17:50:14","date_gmt":"2016-01-06T17:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=998"},"modified":"2016-01-06T17:50:14","modified_gmt":"2016-01-06T17:50:14","slug":"fluechtlingsunterbringung-in-berlin-wohnen-auf-21-quadratmetern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlingsunterbringung-in-berlin-wohnen-auf-21-quadratmetern\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlingsunterbringung in Berlin: Wohnen auf 2,1 Quadratmetern"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Stadtpolitische Initiativen fordern die Abkehr von Massenunterk\u00fcnften \u2013 und von den Pl\u00e4nen, das Tempelhofer Feld doch zu bebauen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Viel zu wenige Duschen, viel zu wenig Privatsph\u00e4re, viel zu wenig Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit: Die Massenunterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof ist kein Glanzst\u00fcck der Fl\u00fcchtlingsunterbringung, das bestreiten selbst Senat und Betreiber nicht. Nur: Zu der Not-Notunterkunft, in der derzeit rund 2.100 Menschen untergebracht sind, gebe es keine Alternative, hei\u00dft es von den Verantwortlichen \u2013 weil es in der ganzen Stadt an Unterk\u00fcnften mangelt, aber trotz gesunkener Zahlen immer noch rund 170 Fl\u00fcchtlinge pro Tag in Berlin ankommen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Eine ganze Reihe stadtpolitischer Initiativen sieht das anders. Am Montag forderten sie in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Abkehr von der Unterbringung in Massenunterk\u00fcnften \u2013 und die sofortige R\u00fccknahme des Gesetzesentwurfs, der das Bauverbot auf dem Feld aufheben soll, damit dort Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte entstehen k\u00f6nnen. \u201eDamit wird der Wille der Bev\u00f6lkerung ausgehebelt und die fehlgeleitete Politik der Massenlager weiter verst\u00e4rkt\u201c, sagte Kerstin Meyer vom Verein 100% Tempelhofer Feld. Gemeinsam mit dem Fl\u00fcchtlingsrat, dem B\u00fcndnis Neuk\u00f6lln, dem Netzwerk Architekten f\u00fcr Architekten und weiteren Initiativen wirbt der Verein f\u00fcr die Unterbringung in Wohnungen, die in Berlin inzwischen zur Ausnahme geworden ist: \u201e2010 lebten 85 Prozent der Asylbewerber in Wohnungen und nur 15 Prozent in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften \u2013 mittlerweile hat sich dieses Verh\u00e4ltnis umgedreht\u201c, sagt Georg Classen vom Fl\u00fcchtlingsrat.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Und noch ist kein Ende in Sicht: In Tempelhof stehe ein weiterer Hangar mit 500 Betten zur Er\u00f6ffnung bereit, sagt Sascha Langenbach, Sprecher der Senatsverwaltung f\u00fcr Soziales, am Montag. Momentan fehle es noch an ausreichend Personal, um den Hangar zu belegen, das k\u00f6nne sich jedoch schon in den n\u00e4chsten Tagen \u00e4ndern. 2.600 Menschen w\u00fcrden dann in den Hangars leben, jeweils 12 auf 25 Quadratmetern. Aktuell gibt es sieben weitere Unterk\u00fcnfte mit einer Belegung von \u00fcber 900 Menschen, insgesamt sind rund 25.000 Fl\u00fcchtlinge in Notunterk\u00fcnften untergebracht.<\/p>\n<p class=\"article even\">Diesem Unterbringungskonzept halten die Initiativen eine Vielzahl von Vorschl\u00e4gen entgegen, die die Unterbringung in Wohnungen erleichtern soll, angefangen bei einer k\u00fcrzeren Pr\u00fcfdauer f\u00fcr Wohnungsangebote bis hin zur Aufhebung der Pflicht, die ersten drei Monate in Sammelunterk\u00fcnften statt Privatwohnungen zu wohnen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">\u201eWir m\u00fcssen den bestehenden Leerstand in der Stadt nutzen, statt weitere Massenunterk\u00fcnfte zu schaffen\u201c, sagt Theresa Keilhacker, Vizepr\u00e4sidentin der Architektenkammer. Wenn doch gebaut werden m\u00fcsste, dann nachhaltig, fordert sie \u2013 mit flexiblen Grundrissen, die verschiedene Nach- und Umnutzungen erlauben.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die vom Senat vorgeschlagene \u00c4nderung des Tempelhof-Gesetzes, die eine tempor\u00e4re Bebauung der Feldr\u00e4nder zum Zweck der Fl\u00fcchtlingsunterbringung erlaubt, soll in diesem Monat durch das Parlament gehen. Kerstin Meyer betonte am Montag, die Initiative 100% Tempelhofer Feld f\u00fchre anders als von einigen Medien berichtet keinerlei Gespr\u00e4che \u00fcber die Bebauung, sondern spreche sich grunds\u00e4tzlich gegen die Gesetzes\u00e4nderung aus.<\/p>\n<p class=\"article even\">\n<p class=\"article even\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlingsunterbringung-in-Berlin\/!5262913\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtpolitische Initiativen fordern die Abkehr von Massenunterk\u00fcnften \u2013 und von den Pl\u00e4nen, das Tempelhofer Feld doch zu bebauen. &nbsp; Viel zu wenige Duschen, viel zu wenig Privatsph\u00e4re, viel zu wenig Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit: Die Massenunterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof ist kein Glanzst\u00fcck der Fl\u00fcchtlingsunterbringung, das bestreiten selbst Senat und Betreiber nicht. 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