{"id":979,"date":"2015-12-17T12:26:26","date_gmt":"2015-12-17T12:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=979"},"modified":"2015-12-17T12:26:26","modified_gmt":"2015-12-17T12:26:26","slug":"nach-schlaegerei-am-lageso-kritischer-als-die-polizei-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/nach-schlaegerei-am-lageso-kritischer-als-die-polizei-erlaubt\/","title":{"rendered":"Nach Schl\u00e4gerei am Lageso: Kritischer als die Polizei erlaubt"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Im Fall der pr\u00fcgelnden Lageso-Security hatte der Abgeordnete Hakan Tas die Polizei kritisiert. Dagegen geht Polizeipr\u00e4sident Klaus Kandt jetzt juristisch vor.<\/span><\/p>\n<p class=\"article first odd\">Tatenlos zu- und weggeschaut habe eine Gruppe Polizeibeamter, als Ende Oktober Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts vor dem Landesamt vor Gesundheit und Soziales wartende Fl\u00fcchtlinge verpr\u00fcgelten. So sieht es der Linken-Abgeordnete Hakan Tas, und so hat er es Ende November in einer Pressemitteilung formuliert. Auf der Website des Linkspartei-Landesverbands ist diese Meldung allerdings nicht mehr zu finden: Mit einer einstweiligen Verf\u00fcgung hat Polizeipr\u00e4sident Klaus Kandt daf\u00fcr gesorgt, dass sie verschwinden musste. Der Anspruch der Polizei auf soziale Achtung werde damit verletzt, so die Argumentation des Polizeipr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p class=\"article even\">Nun geht Kandt auch gegen den Urheber der Pressemitteilung vor. Am Dienstag sei eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen Hakan Tas ergangen, die ihm ebenfalls die Verbreitung dieser \u00c4u\u00dferung untersagt, erkl\u00e4rte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Mittwoch. Tas erkl\u00e4rte, dagegen vorgehen zu wollen: \u201eIch lasse mir den Mund nicht verbieten\u201c, so der Abgeordnete. Die Polizei versuche, Abgeordnete zu beeinflussen, und w\u00fcrde die Pressemitteilungen zu ihrer Arbeit \u201eam liebsten Wort f\u00fcr Wort diktieren\u201c.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Inwiefern Ta s \u2019 Behauptung stimmt, ist schwer zu \u00fcberpr\u00fcfen. Auf einem der Videos, allerdings einem geschnittenen, sind die Beamten tats\u00e4chlich vollkommen reglos zu sehen; auf einem anderen k\u00fcmmern sich immerhin zwei von ihnen um ein auf dem Boden liegendes Opfer. \u201eAber selbst wenn man hier zu verschiedenen Interpretationen kommen kann, ist das noch lange kein Grund f\u00fcr eine einstweilige Verf\u00fcgung\u201c, sagt Linken-Landeschef Klaus Lederer. Der Polizeipr\u00e4sident habe schlie\u00dflich viele M\u00f6glichkeiten, seine eigene Interpretation der Ereignisse \u00f6ffentlich in Stellung zu bringen. So aber dr\u00e4nge sich der Eindruck auf, dass es dem Polizeipr\u00e4sidenten gar nicht prim\u00e4r darum gehe, einen Sachverhalt ins richtige Licht zur r\u00fccken. \u201eOffenbar soll hier ein Signal gesetzt werden in der Frage, wie stark Abgeordnete die Polizei kritisieren d\u00fcrfen, wie viel Kritik die Polizei erlaubt\u201c, sagt Lederer.<\/p>\n<p class=\"article even\">Kandt erinnert mit seinem Verhalten an seinen Vorg\u00e4nger Dieter Glietsch, der regelm\u00e4\u00dfig auf juristischem Wege Gegendarstellungen erwirkte, wenn Medien aus seiner Sicht falsche Berichte \u00fcber die Berliner Polizei ver\u00f6ffentlicht hatten. Schluss war damit 2008, als die taz einen Prozess gegen Glietsch vor dem Landesverfassungsgericht gewann und damit ein Pr\u00e4zedenzfall geschaffen wurde.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Das Gericht begr\u00fcndete damals seine Entscheidung damit, dass eine Beh\u00f6rde einer Pressever\u00f6ffentlichung gegen\u00fcber nicht ann\u00e4hernd so wehrlos sei wie eine Privatperson und deswegen nur in \u00e4u\u00dferst gravierenden F\u00e4llen einen Anspruch auf eine solche Unterlassungserkl\u00e4rung habe. Keinesfalls d\u00fcrfe der presserechtliche Schutz f\u00fcr Beh\u00f6rden dazu dienen, \u201esich gegen \u00f6ffentliche Kritik abzuschirmen\u201c. Den Anwalt Johannes Eisenberg, der die taz im damaligen Verfahren vertrat, hat nun auch Hakan Tas beauftragt.<\/p>\n<p class=\"article odd\">\n<p class=\"article odd\"><span style=\"font-size: 18pt;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Nach-Schlaegerei-am-Lageso\/!5262108\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fall der pr\u00fcgelnden Lageso-Security hatte der Abgeordnete Hakan Tas die Polizei kritisiert. Dagegen geht Polizeipr\u00e4sident Klaus Kandt jetzt juristisch vor. Tatenlos zu- und weggeschaut habe eine Gruppe Polizeibeamter, als Ende Oktober Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts vor dem Landesamt vor Gesundheit und Soziales wartende Fl\u00fcchtlinge verpr\u00fcgelten. 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