{"id":950,"date":"2015-10-21T17:35:34","date_gmt":"2015-10-21T17:35:34","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=950"},"modified":"2015-10-21T17:35:34","modified_gmt":"2015-10-21T17:35:34","slug":"rechte-hetze-gegen-fluechtlingshelfer-hass-bis-an-die-haustuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/rechte-hetze-gegen-fluechtlingshelfer-hass-bis-an-die-haustuer\/","title":{"rendered":"Rechte Hetze gegen Fl\u00fcchtlingshelfer: Hass bis an die Haust\u00fcr"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Die Engagierten der Initiative \u201eMoabit hilft\u201c unterst\u00fctzen Fl\u00fcchtlinge \u2013 und werden deswegen von Neonazis bedroht.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">BERLIN <em>taz<\/em> | Sie geben Interviews, treten in Talkshows auf und sprechen auf Kundgebungen: Seit die Situation vor dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso) im Sommer eskalierte und dadurch bundesweite Aufmerksamkeit erlangte, stehen die ehrenamtlich Engagierten von der Initiative \u201eMoabit hilft\u201c immer \u00f6fter im Rampenlicht. Ihr Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe wird oft als beispielhaft herangezogen \u2013 doch der neue Bekanntheitsgrad bringt auch Probleme mit sich.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eEs gibt mittlerweile st\u00e4ndig Einsch\u00fcchterungsversuche, wir bekommen immer wieder Drohbotschaften aus der rechten Szene gegen unsere Mitglieder\u201c, berichtet Diana Henniges, Sprecherin und Mitgr\u00fcnderin der Initiative, gegen\u00fcber der taz.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Sie selbst erhalte E-Mails mit Drohbotschaften, denen Fotos von ihrer Familie angeh\u00e4ngt seien, sagt Henniges. Ein anderes Mitglied habe die eigene Wohnungst\u00fcr mit Bauschaum zugespr\u00fcht vorgefunden, bei einer weiteren Person wurde die Autot\u00fcr aufgebrochen und eine Deutschlandfahne auf den Sitz gelegt. Gleichzeitig bekam die Helferin eine SMS auf ihr Handy: \u201ePass gut auf dich auf, M\u00e4dchen\u201c, hatte ihr ein Unbekannter geschrieben. Auch die in letzter Zeit bei Nazis beliebte Masche, unter dem Namen des Opfers bei der Polizei anzurufen, sich selbst einer Straftat zu bezichtigen und so einen Polizeieinsatz an der Privatadresse des Opfers auszul\u00f6sen, wurde bei einem Mitglied der Initiative schon angewendet.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eWir bringen die F\u00e4lle immer wieder zur Anzeige\u201c, sagt Henniges. Die Polizei verhalte sich auch kooperativ. Trotzdem ist die 36-J\u00e4hrige beunruhigt: \u201eIch wei\u00df, dass die mein Gesicht kennen \u2013 ich \u00fcberlege jetzt schon, ob ich wirklich allein zum Einkaufen gehen soll.\u201c Einsch\u00fcchtern lassen will sie sich nicht, auch die anderen betroffenen Mitglieder der Initiative w\u00fcrden mit ihrer Arbeit weitermachen wollen, sagt sie.<\/p>\n<h6>Datenschutz wichtig<\/h6>\n<p class=\"article odd\">\u201eEine verst\u00e4rkte mediale Pr\u00e4senz bringt f\u00fcr antirassistisch Engagierte leider oft auch Bedrohungen aus der rechten Ecke mit sich\u201c, sagt Sebastian Wehrhahn von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR). In Bezirken und Kiezen mit einer starken rechten Szene seien diese Angriffe schon lange an der Tagesordnung \u2013 etwa in Hellersdorf, wo Fl\u00fcchtlingshelferInnen in den letzten Monaten immer wieder von Neonazis bedroht wurden.<\/p>\n<p class=\"article even\">Doch offenbar machen die T\u00e4ter an Bezirksgrenzen nicht mehr Halt: Sie habe von der Polizei Hinweise darauf erhalten, dass auch die Drohungen gegen \u201eMoabit hilft\u201c aus der rechten Szene in Marzahn-Hellersdorf kommen, sagt Diana Henniges. Sie und ihre MitstreiterInnen seien inzwischen vorsichtiger geworden, was ihre pers\u00f6nlichen Daten angehe, erz\u00e4hlt sie. \u201eWir beraten uns gegenseitig, zum Beispiel wie man es einrichtet, dass die Adresse nicht mehr \u00fcber das Melderegister abrufbar ist.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">Auch Sebastian Wehrhahn von der MBR r\u00e4t zu einem vorsichtigen Umgang mit pers\u00f6nlichen Daten. Gleichzeitig ist f\u00fcr ihn aber klar: \u201eDer beste Schutz vor solchen Angriffen ist eine aktive antirassistische Zivilgesellschaft, damit der einzelne Engagierte nicht mehr alleine und damit f\u00fcr rechte T\u00e4ter exponiert dasteht.\u201c<\/p>\n<p class=\"article even\">Innensenator Frank Henkel (CDU) warnte derweil am Montag in einer Presseerkl\u00e4rung vor einer \u201eweiteren Radikalisierung\u201c am rechten Rand. \u201eDer N\u00e4hrboden daf\u00fcr wird in Online-Foren und sozialen Netzwerken gelegt. Jetzt kommt der Hass zunehmend auf die Stra\u00dfe\u201c, sagte er mit Blick auf das Neonazi-Attentat auf die K\u00f6lner Politikerin Henriette Reker am Samstag. Gleichzeitig brauche es \u201eeinen schonungslosen Realismus in der Fl\u00fcchtlingsdebatte\u201c, so Henkel weiter. Man d\u00fcrfe nicht verschweigen, dass die \u201ekulturelle Pr\u00e4gung\u201c vieler Fl\u00fcchtlinge \u201eoftmals im Gegensatz zu unserem Grundgesetz\u201c stehe.<\/p>\n<p class=\"article even\">\n<p class=\"article even\"><span style=\"font-size: 18pt;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Rechte-Hetze-gegen-Fluechtlingshelfer\/!5239695\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Engagierten der Initiative \u201eMoabit hilft\u201c unterst\u00fctzen Fl\u00fcchtlinge \u2013 und werden deswegen von Neonazis bedroht. &nbsp; BERLIN taz | Sie geben Interviews, treten in Talkshows auf und sprechen auf Kundgebungen: Seit die Situation vor dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso) im Sommer eskalierte und dadurch bundesweite Aufmerksamkeit erlangte, stehen die ehrenamtlich Engagierten von der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":813,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-950","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/b.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=950"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":951,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/950\/revisions\/951"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}