{"id":937,"date":"2015-10-15T08:11:33","date_gmt":"2015-10-15T08:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=937"},"modified":"2015-10-15T08:11:33","modified_gmt":"2015-10-15T08:11:33","slug":"fluechtlinge-in-berlin-wohin-wenn-es-kalt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlinge-in-berlin-wohin-wenn-es-kalt-wird\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge in Berlin: Wohin, wenn es kalt wird?"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Noch immer fehlen Unterbringungen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge. Die konkurrieren jetzt unfreiwillig mit Obdachlosen um die wenigen Notschlafpl\u00e4tze in der Stadt. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Die Temparaturen sinken \u2013 und es sind besonders Menschen ohne Obdach, die der K\u00e4lte schutzlos ausgesetzt sind. Zum Beispiel unregistrierte Fl\u00fcchtlinge: T\u00e4glich warten Tausende vor dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso).<\/p>\n<p class=\"article even\">J\u00fcrgen H\u00f6lzinger vom Menschenrechtsausschuss der Berliner \u00c4rztekammer h\u00e4lt die Situation dort inzwischen f\u00fcr politisch gewollt, um abschreckende Bilder zu erzeugen: \u201eSo dumm kann man gar nicht sein, in M\u00fcnchen klappt es schlie\u00dflich auch\u201c, sagte der Arzt der taz. Erfrieren w\u00fcrde bei den derzeitigen Temperaturen keiner. \u201eAber viele sind durch die Flucht geschw\u00e4cht. Wer den ganzen Tag friert, kann leicht Erk\u00e4ltungen, eine Lungenentz\u00fcndung oder Infekte bekommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">Der Caritasverband forderte den Senat am Dienstag zu sofortigen Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Wartenden am Lageso auf. \u201eWir k\u00f6nnen nicht mehr ausschlie\u00dfen, dass Menschen sterben\u201c, sagte Caritas-Direktorin Ulrike Kostka. Das Verfahren m\u00fcsse so ge\u00e4ndert werden, dass Fl\u00fcchtlinge k\u00fcnftig in ihrer Unterkunft auf die Registrierung warten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Am Lageso stehen inzwischen zwei Wartezelte. Sie sollen Platz f\u00fcr 300 Personen bieten, doch laut der Hilfsorganisation Moabit hilft sind sie geschlossen. Moabit hilft gibt inzwischen wieder warme Kleider aus. Nachts vermittelt Kaja Grabowski mit anderen Helfern vor dem Lageso noch private Schlafpl\u00e4tze, wenn die Busse zu den offiziellen Notunterk\u00fcnften l\u00e4ngst abgefahren sind.<\/p>\n<h6>W\u00e4rmen in der Warteschlange<\/h6>\n<p class=\"article odd\">\u201eAls wir gestern um 2 Uhr nach Hause gegangen sind, waren noch 178 Menschen dort\u201c, berichtet sie. Viele h\u00e4tten um 9 Uhr einen Termin am Lageso und wollten rechtzeitig anstehen. \u201eGestern haben sich die Menschen zum ersten Mal schon um 1 Uhr in die Warteschlange gepresst, weil keiner es aush\u00e4lt, bei der K\u00e4lte zu schlafen\u201c, sagt Grabowski.<\/p>\n<p class=\"article even\">Auch wenn das Thermometer am Dienstag nur sechs Grad anzeigt, scheint vielen Fl\u00fcchtlingen die K\u00e4lte in der Zeltstadt in Spandau nichts auszumachen: Die Zelte sind beheizt, einzelne M\u00e4nner tragen sogar nur kurze Hosen. \u201eMir ist nicht kalt\u201c, sagt Saleh, ein junger Syrer in Flipflops, der seit drei Wochen mit neun anderen Fl\u00fcchtlingen in einem der 71 Zelte wohnt.<\/p>\n<p class=\"article odd\">In den Zelten schlafen nur junge M\u00e4nner, Familien mit Kindern und Kranke sind in der benachbarten Kaserne untergebracht. \u201eDie Zelte sind zwar warm, aber f\u00fcr den Winter nicht warm genug\u201c, sagt Kai-Uwe Lindloff von der Betreibergesellschaft Prisod. Bei Minusgraden reichten die \u00d6lradiatoren nicht mehr aus.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eSeit Wochen erbitten wir eine Stellungnahme von der Senatsverwaltung, wie lange noch Fl\u00fcchtlinge in Zelten untergebracht werden m\u00fcssen\u201c, sagt Prisod-Sprecherin Susan Hermenau. Sie w\u00fcrden die Zelte gern bald aufl\u00f6sen.<\/p>\n<h6>Konkurrenz um Schlafpl\u00e4tze<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Wer nicht in regul\u00e4ren Unterk\u00fcnften oder privat unterkommt, muss auf eine der Notunterbringungen f\u00fcr Wohnungslose ausweichen. Eigentlich ist f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge das Land zust\u00e4ndig, f\u00fcr Wohnungslose die Bezirke. Doch durch die \u00dcberforderung des Landes bei der Fl\u00fcchtlingsunterbringung entsteht Konkurrenz zwischen beiden Gruppen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Organisation \u201eFrostschutzengel\u201c k\u00fcmmert sich eigentlich um obdachlose Menschen aus EU-Staaten. Doch die Not der Fl\u00fcchtlinge erreicht auch sie. Eine russischsprachige Mitarbeiterin erz\u00e4hlt, dass sie \u00f6fter von hilfsbed\u00fcrftigen ukrainischen Familien mit Kindern angesprochen werde. \u201eIch kann die dann nur in die Franklinstra\u00dfe schicken. Obwohl sie da nicht hingeh\u00f6ren.\u201c Familien w\u00fcrden sogar von der Polizei vor der Unterkunft in der Franklinstra\u00dfe abgesetzt &#8211; wo sie dann mit deutschen Obdachlosen Schlange stehen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">\u201eDie Konkurrenz um Pl\u00e4tze, Duschen und Essen ist enorm\u201c, beobachtet die Sozialarbeiterin. Auch Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission am Zoo sp\u00fcrt diese Stimmung. \u201eWir m\u00fcssen manchen Spendern versprechen, dass ihre Kleidung nicht in die H\u00e4nde von Fl\u00fcchtlingen gelangt.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">\n<p class=\"article odd\">\n<p class=\"article odd\"><strong><span style=\"font-size: 18pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlinge-in-Berlin\/!5236433\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch immer fehlen Unterbringungen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge. Die konkurrieren jetzt unfreiwillig mit Obdachlosen um die wenigen Notschlafpl\u00e4tze in der Stadt. &nbsp; Die Temparaturen sinken \u2013 und es sind besonders Menschen ohne Obdach, die der K\u00e4lte schutzlos ausgesetzt sind. Zum Beispiel unregistrierte Fl\u00fcchtlinge: T\u00e4glich warten Tausende vor dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso). J\u00fcrgen H\u00f6lzinger vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":866,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-937","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Refugees-in-Camp.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=937"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":938,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937\/revisions\/938"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/866"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}