{"id":882,"date":"2015-08-12T05:26:49","date_gmt":"2015-08-12T05:26:49","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=882"},"modified":"2015-08-12T05:33:59","modified_gmt":"2015-08-12T05:33:59","slug":"fluechtlinge-vor-berliner-aufnahmestelle-inshallah-today","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlinge-vor-berliner-aufnahmestelle-inshallah-today\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge vor Berliner Aufnahmestelle; Inshallah today"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Erneut warten hunderte Menschen am Lageso auf ihre Registrierung. Der Senat will am Dienstag sein neues Fl\u00fcchtlingskonzept vorlegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-883 size-full\" src=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433.jpg\" alt=\"2015-08-12_012433\" width=\"700\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433.jpg 700w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433-300x168.jpg 300w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433-98x55.jpg 98w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/2015-08-12_012433-650x364.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u201eHabibi, du wait da, guck tablet.\u201c Der Security-Mitarbeiter gibt sich alle M\u00fche, den wartenden Menschen zu erkl\u00e4ren, was sie tun sollen. Er steht vor dem Eingang der Zentralen Aufnahmestelle f\u00fcr Asylbewerber (ZAA) in Moabit, an der Absperrung vor der am Montagvormittag etwa 200 Menschen langen Schlange \u2013 die eigentlich noch l\u00e4nger w\u00e4re, w\u00fcrden sich viele der Menschen nicht mit dem Schlangestehen abwechseln.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mit \u201etablet\u201c meint der Mann die Flipchart, die Mitarbeiter des Landesamts f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso), zu dem die ZAA geh\u00f6rt, neben dem Eingang aufgestellt haben. Denn wer eine Nummer bekommen hat, ist mit dem Warten noch nicht fertig: Etwa 100 Menschen harren in einem gro\u00dfen Pulk vor der Flipchart darauf, dass ein Lageso-Mitarbeiter einen gelben Zettel mit ihrer Nummer anklebt. Erst dann d\u00fcrfen sie zur eigentlichen Registrierung, bei der sie die ihnen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustehende Summe Geld sowie einen Platz in einer Unterkunft bekommen \u2013 zumindest theoretisch, tats\u00e4chlich sind Schlafpl\u00e4tze Mangelware. Viele hier \u00fcbernachten in Parks.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u201eToday?,\u201c fragt ein junger Mann den Sicherheitsdienst-Mitarbeiter und zeigt dabei auf seine Nummer. \u201eIn\u00adshallah today\u201c, antwortet dieser \u2013 wann die Leute tats\u00e4chlich an der Reihe sind, wei\u00df hier niemand. Auch am Montag ist das Gel\u00e4nde wieder voll. Im Vergleich zur vergangenen Woche, als Berichte \u00fcber die schlechte Versorgung der bei hohen Temperaturen stundenlang wartenden Menschen die Runde machten, hat sich die Lage aber etwas entspannt. Dank der Hilfsbereitschaft der Berliner: Immer wieder kommen Essens- und Sachspenden auf dem Gel\u00e4nde an, Helfer in gelben Westen verteilen Trinkwasser und Obst, aber auch Hygieneartikel und Kinderspielzeug.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Resonanz auf Hilferuf<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Diana Henniges steht in Haus R des Geb\u00e4udekomplexes, es ist f\u00fcr die Lagerung der Spenden freiger\u00e4umt worden. Sie ist Teil der Initiative \u201eMoabit hilft\u201c, die am Donnerstag angesichts der steigenden Temperaturen einen Hilferuf ver\u00f6ffentlicht hat, der auf gro\u00dfe Resonanz stie\u00df. \u201eDie Koordination ist eine Herkulesaufgabe, aber wir geben unser Bestes\u201c, sagt Henniges.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcber eine Internetseite geben die Helfer Bedarfslisten bekannt, vor Ort koordinieren sie die Verteilung und auch die M\u00fcllentsorgung. \u201eMittlerweile l\u00e4sst uns das Lageso einigerma\u00dfen gew\u00e4hren. Am Freitag hatte man uns noch die Malteser vor die Nase gesetzt, weil die es angeblich besser k\u00f6nnen\u201c, sagt Henniges. Nun habe man einen Ansprechpartner aus der Beh\u00f6rde zugeteilt bekommen. Zu einem der Notfall-Gespr\u00e4che, die seit vergangener Woche zwischen dem Amt und verschiedenen Politikern laufen, sei man allerdings nicht eingeladen worden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Senat will an diesem Dienstag ein Konzept zur Fl\u00fcchtlingsversorgung verabschieden, in dem auch die Unterbringung der Menschen geregelt werden soll. Lageso-Chef Franz Allert hatte am Wochenende verk\u00fcndet, die Registrierung der Neuank\u00f6mmlinge k\u00fcnftig vermehrt von mobilen Teams direkt in den Unterk\u00fcnften vorzunehmen. Dann m\u00fcssten die Menschen nicht mehr tagelang vor dem Lageso warten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Heiko Herberg, parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Piratenfraktion, kritisiert diesen Vorschlag als unzureichend: Solange es nicht deutlich mehr Personal f\u00fcr das Lageso gebe, werde sich die Lage kaum entspannen. In einem Brief an den Tagesspiegel hatte der Personalrat des Lageso am Wochenende kritisiert, dass die Arbeit der Beh\u00f6rde nicht genug wertgesch\u00e4tzt werde. Schuld an den Problemen sei der \u201eaus den Fugen geratene Personalschl\u00fcssel\u201c, nach dem das Amt K\u00fcrzungen von fast 20 Prozent der Mitarbeitern hatte hinnehmen m\u00fcssen. Auf \u201eSignalraketen in Richtung der politischen Ebene und der Medien\u201c habe es nur \u201e\u00fcberschaubare Reaktionen\u201c gegeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Lage in der Turmstra\u00dfe bleibt weiter angespannt: Die am Freitag neu er\u00f6ffnete Notunterkunft in Karlshorst ist bereits fast voll. F\u00fcr die meisten Menschen, die am Montag warten, fehlen Unterk\u00fcnfte. \u201eMeiner Meinung nach w\u00e4re es richtig, das Technische Hilfswerk einzuschalten und so eine Versorgung der Leute, auch mit \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten, sicherzustellen\u201c, sagt Henniges. Sie ist aber skeptisch, dass die Beh\u00f6rde das Problem l\u00f6sen wird: \u201eDiese Bilder der \u00dcberforderung sind doch auch gewollt, damit man von einem Ansturm der Fl\u00fcchtlinge sprechen kann, dem man angeblich nicht gewachsen ist\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlinge-vor-Berliner-Aufnahmestelle\/!5219137\/\" target=\"_blank\">Taz<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erneut warten hunderte Menschen am Lageso auf ihre Registrierung. 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