{"id":773,"date":"2015-05-06T16:36:51","date_gmt":"2015-05-06T16:36:51","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=773"},"modified":"2015-05-06T16:36:51","modified_gmt":"2015-05-06T16:36:51","slug":"afghanische-fluechtlinge-zu-fuss-ueber-die-grenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/afghanische-fluechtlinge-zu-fuss-ueber-die-grenze\/","title":{"rendered":"Afghanische Fl\u00fcchtlinge: Zu Fu\u00df \u00fcber die Grenze"},"content":{"rendered":"<div class=\"menu-wrapper firstChild\">\n<div class=\"topheader G6 firstChild lastChild\">\n<div class=\"search G2 GR lastChild\">\n<form id=\"navSearch\" class=\"firstChild lastChild\" action=\"http:\/\/iranjournal.org\" method=\"get\" name=\"navSearch\"><\/form>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"content G6\">\n<div class=\"articlecontent G6 firstChild lastChild\">\n<div class=\"articlemain G4 GR  lastChild\">\n<section class=\"firstChild lastChild\">\n<h1 class=\"firstChild\">Zu Fu\u00df \u00fcber die Grenze<\/h1>\n<p class=\"excerpt\">Viele afghanische Fl\u00fcchtlinge kommen \u00fcber den Iran nach Europa. Doch f\u00fcr einen Teil von ihnen endet die Flucht bereits an der iranischen Grenze. Sie werden erschossen oder zu\u00adr\u00fcck\u00adge\u00adschickt. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. <a class=\"firstChild lastChild\" title=\"Continue reading this entry\" href=\"http:\/\/iranjournal.org\/gesellschaft\/zu-fuss-ueber-die-grenze\">mehr \u00bb<\/a><\/p>\n<p><span id=\"more-16395\" class=\"firstChild\"><\/span>Sie zahlen horrende Summen an die Schlepper. Oft sind die Flucht\u00adfahr\u00adzeu\u00adge \u00fcberladen: Autos, die f\u00fcr f\u00fcnf Personen zugelassen sind, trans\u00adpor\u00adtie\u00adren bis zu 17 Personen. Auch technisch lassen die Fluchtwagen vieles zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Zum schlechten Zustand der Stra\u00dfen kommen R\u00e4uberbanden. Im M\u00e4rz hielten Maskierte einen Bus an und beraubten 30 afghanische Fl\u00fcchtlinge auf dem Weg in den Iran um ihr Hab und Gut.<br \/>\nGefahr lauert auf die afghanischen Asyl\u00adsu\u00adchen\u00adden auch direkt an der Grenze. Sie werden von ge\u00adwalt\u00adt\u00e4\u00adti\u00adgen Grenz\u00adsol\u00adda\u00adten misshandelt. Manchmal fallen sogar Sch\u00fcsse. Afghanische Medien berichten immer wieder von Toten und Verletzten an der af\u00adgha\u00adnisch-ira\u00adni\u00adschen Grenze. Die iranische Regierung dementiert dies.<br \/>\nDas betrifft diejenigen, die es bis zur Grenze schaffen. Doch viele kommen gar nicht so weit. Allein in den letzten zwei Tagen des M\u00e4rz sollen nach einem Bericht der iranischen Zeitung <em class=\"lastChild\">Shahrvand<\/em> 61 afghanische Fl\u00fcchtlinge unterwegs durch Autounf\u00e4lle ums Leben gekommen sein. 62 kamen mit Verletzungen davon.<\/p>\n<p><strong class=\"firstChild lastChild\">Kinder und Jugendliche unter den Fl\u00fcchtlingen<\/strong><\/p>\n<p>Der 16-j\u00e4hrige Javad kam vor zwei Monaten \u00fcber den Iran nach Europa. Neun Monate hat er im Iran verbracht. An den schreck\u00adli\u00adchen Fluchtweg erinnert sich der Afghane gut: \u201eMit meinen beiden Cousins hatten wir die Flucht unternommen. Ich sa\u00df im Wagen auf dem Boden, ein\u00adge\u00adquetscht zwischen 14 weiteren Fl\u00fcchtlingen, darunter Frauen und Kleinkinder. Das Atmen fiel uns schwer, aus Platzmangel. Nach ein paar Stunden stiegen wir aus und gingen zu Fu\u00df weiter. Nach etwa 20 Tagen Fu\u00dfmarsch erreichten wir den Iran, mit Wunden an den F\u00fc\u00dfen und ausgehungert. Unterwegs schlugen die Schlepper uns, damit wir schneller liefen, Frauen und Kinder lie\u00dfen sie zur\u00fcck, denn sie konnten nicht mit uns Schritt halten. Einer meiner Cousins erkrankte und starb sp\u00e4ter. Pro Kopf haben wir 100 <span class=\"caps firstChild lastChild\">US<\/span> Dollar bezahlt. Das war f\u00fcr uns eine Menge.\u201c<\/p>\n<p>Ar\u00adbeits\u00adlo\u00adsig\u00adkeit und soziale Unsicherheit in Afghanistan vertreiben die Jugend in Richtung Iran und Pakistan. Afghanistan geh\u00f6rt zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt: Viele Kinder leiden an Un\u00adter\u00adern\u00e4h\u00adrung und leben in Slums. Laut <span class=\"caps firstChild lastChild\">UNICEF<\/span> gehen 6,5 Millionen afghanische Kinder nicht zur Schule. Sie m\u00fcssen sich mit um die Ern\u00e4hrung der Familie k\u00fcmmern, auf den Stra\u00dfen betteln oder auf M\u00fcllhalden nach Essbarem suchen.<\/p>\n<p>Die unabh\u00e4ngige afghanische Men\u00adschen\u00adrechts\u00adkom\u00admis\u00adsi\u00adon hat im M\u00e4rz eine neue Studie \u00fcber afghanische Fl\u00fcchtlinge vorgelegt. Danach wurden vom M\u00e4rz 2013 bis September 2014 etwa 8.000 min\u00adder\u00adj\u00e4h\u00adri\u00adge Afghanen aus dem Iran nach Afghanistan abgeschoben. Die meisten von ihnen hatten keine Auf\u00adent\u00adhalts\u00ader\u00adlaub\u00adnis bekommen. Andere kehrten wegen ihres miserablen Le\u00adbens\u00adstan\u00addards im Iran freiwillig zur\u00fcck. Trotzdem soll die Zahl min\u00adder\u00adj\u00e4h\u00adri\u00adger afghanischer Fl\u00fcchtlinge im Iran im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gestiegen sein, so die Studie. Der Im\u00admi\u00adgra\u00adti\u00adons\u00adbe\u00adh\u00f6r\u00adde des iranischen In\u00adnen\u00admi\u00adnis\u00adte\u00adri\u00adums zufolge leben 2,4 bis drei Millionen Afghanen im Iran. 1,4 bis zwei Millionen h\u00e4tten eine Auf\u00adent\u00adhalts\u00ader\u00adlaub\u00adnis, der Rest sei illegal im Land.<\/p>\n<p><strong class=\"firstChild lastChild\">Das gelobte Land<\/strong><\/p>\n<p>Europa bleibt das Hauptziel vieler afghanischer Kinder, die in den Iran fl\u00fcchten. 2013 beantragten laut Angaben der Vereinten Nationen (<span class=\"caps firstChild lastChild\">UN<\/span>) 4.000 Afghanen zwischen 13 und 17 Jahren in einem europ\u00e4ischen Land Asyl. Afghanische Kinder, die in den Iran fl\u00fcchten, sind laut iranischen Beh\u00f6rden im gleichen Alter.<\/p>\n<p><span class=\"quo firstChild\">\u201e<\/span>Das Geld zum Weiterkommen m\u00fcssen sie erst verdienen. Daher sind sie vielen Gefahren ausgeliefert\u201c, sagt die So\u00adzi\u00adal\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adrin Zahra Akbari (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) im Gespr\u00e4ch mit <em>Iran Journal<\/em>. \u201eMen\u00adschen\u00adrechts\u00adak\u00adti\u00advis\u00adtIn\u00adnen kl\u00e4ren \u00fcber die Probleme der min\u00adder\u00adj\u00e4h\u00adri\u00adgen Fl\u00fcchtlinge auf und warnen Familien davor, ihre Kinder Schleppern an\u00adzu\u00adver\u00adtrau\u00aden\u201c, so Akbari, die afghanische Fl\u00fcchtlinge im Iran betreut. Oft w\u00fcrden die Kinder von einem Men\u00adschen\u00adschlep\u00adper an andere wei\u00adter\u00adver\u00admit\u00adtelt. Manche w\u00fcrden sexuell missbraucht, andere wochenlang gefangen gehalten, bis die Familie die gesamten Fluchtkosten bezahlt: \u201eViele Kinder sind trau\u00adma\u00adti\u00adsiert, werden aber im Iran nicht ad\u00e4quat behandelt. Ihnen steht keine kostenfreie medizinische und psy\u00adcho\u00adlo\u00adgi\u00adsche Behandlung zu.\u201c Sie habe Jugendliche betreut, \u201edie nachts im Schlaf geschrien haben und monatelang Angst hatten, das Haus zu verlassen\u201c, so die So\u00adzi\u00adal\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adrin.<br \/>\nAuch Studien des \u201eAfghanistan Research and Evolution Unit\u201c (<span class=\"caps lastChild\">AREU<\/span>) deuten auf eine Zunahme der Flucht von Kindern aus Afghanistan. Die Studie weist auf sexuelle Misshandlung, Ausbeutung und andere Dis\u00adkri\u00admi\u00adnie\u00adrun\u00adgen dieser Kinder hin. Das Institut verlangt von der Regierung, Familien und ihre Kinder zu sch\u00fctzen und sie ausreichend \u00fcber die Gefahren der Flucht zu informieren.<\/p>\n<p><span class=\"quo firstChild\">\u201e<\/span>Ich w\u00fcrde lieber sterben als noch einmal die Flucht in den Iran zu wagen\u201c, sagt Zahra im Gespr\u00e4ch mit <em class=\"lastChild\">Iran Journal<\/em>. Mit ihren zwei Kindern war die Afghanin eine Woche lang \u00fcber die gr\u00fcne Grenze in den Iran unterwegs. Ihr Ehemann war bereits einige Monate davor gefl\u00fcchtet. Viermal h\u00e4tten sie umsteigen m\u00fcssen, erinnert sich die zierliche Frau: \u201eIch wei\u00df nicht mehr, zu wie vielen wir im Auto sa\u00dfen. Ich hatte M\u00fche, meine Kinder zu beruhigen, die st\u00e4ndig weinten. Wir hatten nichts zu essen und konnten nirgends anhalten. Stundenlang konnten wir nicht einmal zur Toilette, die Kinder sa\u00dfen in nassen Hosen da. Auf der Flucht habe ich mir mehrmals den Tod gew\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p><em class=\"firstChild lastChild\">\u00a0 <span class=\"caps firstChild\">NAHID<\/span> <span class=\"caps lastChild\">FALLAHI<\/span><\/em><\/p>\n<p>\u00dcbersetzt aus dem Persischen und \u00fcberarbeitet von <em class=\"firstChild lastChild\">Said Shabahang<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/iranjournal.org\/gesellschaft\/zu-fuss-ueber-die-grenze\" target=\"_blank\">Iran Journal<\/a><\/p>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Fu\u00df \u00fcber die Grenze Viele afghanische Fl\u00fcchtlinge kommen \u00fcber den Iran nach Europa. Doch f\u00fcr einen Teil von ihnen endet die Flucht bereits an der iranischen Grenze. Sie werden erschossen oder zu\u00adr\u00fcck\u00adge\u00adschickt. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. mehr \u00bb Sie zahlen horrende Summen an die Schlepper. Oft sind die Flucht\u00adfahr\u00adzeu\u00adge \u00fcberladen: Autos, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":774,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-773","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/url.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=773"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":775,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773\/revisions\/775"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}