{"id":260,"date":"2013-02-07T10:02:05","date_gmt":"2013-02-07T10:02:05","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=260"},"modified":"2014-06-21T10:02:54","modified_gmt":"2014-06-21T10:02:54","slug":"gemeinsame-pressemitteilung-der-landesfluechtlingsraete-und-pro-asyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/gemeinsame-pressemitteilung-der-landesfluechtlingsraete-und-pro-asyl\/","title":{"rendered":"Gemeinsame Pressemitteilung der Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te und PRO ASYL"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Keine diskriminierenden Sondergesetze f\u00fcr Schutzsuchende: Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te fordern die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Drei Jahre nach dem Hartz IV-Urteil am 9. Februar 2010 und gut ein halbes Jahr nachdem das Bundesverfassungsgericht am 18. Juli 2012 die H\u00f6he der Leistungen nach dem Asyl\u00adbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt hat[1], fordern die Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te die Abschaffung dieses diskriminierenden Gesetzes und keine Neuauflage, wie von der Bundesregierung geplant. Nur eine Eingliederung der Fl\u00fcchtlinge in das System der Sozialhilfe bzw. des Arbeitslosengeldes II und der sofortige, gleichberechtigte Zugang zum Arbeitsmarkt werden die jahrelange Diskriminierung von Fl\u00fcchtlingen beenden und deren Integration von Anfang an unterst\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Bereits am 9. Februar 2010 hat das Bundesverfassungsgericht im sog. Hartz IV-Urteil ausgef\u00fchrt, dass das Grundrecht auf Gew\u00e4hrleistung eines menschenw\u00fcrdigen Existenzminimums allen Hilfebed\u00fcrftigen nicht nur die physische Existenz, sondern auch ein Mindestma\u00df an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben sowie die n\u00f6tigen Geldmittel zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen umfasst. Sp\u00e4testens seit diesem Urteil ist klar, was Verb\u00e4nde, PRO ASYL und die Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te seit Jahren formuliert haben: Eine \u201eMenschenw\u00fcrde mit Rabatt\u201c widerspricht dem Sozialstaatsprinzip und l\u00e4sst sich mit dem Grundgesetz nicht vereinbaren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dem Gedanken, es g\u00e4be ein Existenzminimum unterhalb des Existenzminimums, hat das Bundesverfassungsgericht im Juli letzten Jahres daher eine gr\u00fcndliche Absage erteilt. Das Grundrecht auf ein menschenw\u00fcrdiges Existenzminimum sei migrationspolitisch nicht zu relativieren, so das Bundesverfassungsgericht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der vorliegende Referentenentwurf des Bundesministeriums f\u00fcr Arbeit und Soziales BMAS h\u00e4lt weitgehend am alten System fest.[2] Schon der Name des Gesetzes bleibt eine Mogelpackung. L\u00e4ngst werden in diesem Gesetz nicht nur die Leistungen f\u00fcr Asylbewerber geregelt, sondern auch f\u00fcr Menschen mit Duldung und f\u00fcr Menschen mit einem humanit\u00e4ren Aufenthalt. Der Entwurf \u00fcbernimmt zwar im Wesentlichen die Betr\u00e4ge der vom Bundesverfassungsgericht verordneten \u00dcbergangsregelung, die sich an der Sozialhilfe (SGB II\/XII) orientiert, allerdings wird am Vorrang der Sachleistungsversorgung festgehalten. Die Diskriminierung durch die Einweisung in Sammellager statt Wohnungen und die in Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, Niedersachsen und vielen Landkreisen in anderen Bundesl\u00e4ndern \u00fcbliche Versorgung mit Essenspaketen oder Wertgutscheinen soll weiterhin m\u00f6glich bleiben. Dies ist umso unverst\u00e4ndlicher als in der Gesetzesbegr\u00fcndung selbst auf die kosteng\u00fcnstigeren Bargeldleistungen hingewiesen wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dar\u00fcber hinaus soll der Anspruch auf medizinische Versorgung nach wie vor auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzust\u00e4nde beschr\u00e4nkt bleiben. Dies f\u00fchrt zu Ausw\u00fcchsen wie in Th\u00fcringen, wo den Fl\u00fcchtlingen nur provisorische Zahnplomben eingesetzt werden oder gleich zur Extraktion geschritten wird. Seit Jahren macht das Land Bremen vor, dass es auch anders geht. Hier erh\u00e4lt jeder AsylbLG-Berechtigte eine Versichertenkarte der AOK und muss nicht vor jedem Arztbesuch erst beim Sozialamt einen Krankenschein beantragen.[3]<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Abschaffung des AsylbLG, die Eingliederung der Fl\u00fcchtlinge in das System der Sozialhilfe bzw. des Arbeitslosengeldes II und der sofortige, gleichberechtigte Zugang zum Arbeitsmarkt ist der Schl\u00fcssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und Inklusion.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Pressekontakt:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ivana Domazet, Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg, Tel: 0331 \/ 71 64 99 <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine diskriminierenden Sondergesetze f\u00fcr Schutzsuchende: Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te fordern die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes Drei Jahre nach dem Hartz IV-Urteil am 9. 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Juli 2012 die H\u00f6he der Leistungen nach dem Asyl\u00adbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt hat[1], fordern die Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te die Abschaffung dieses diskriminierenden Gesetzes und keine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=260"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":261,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions\/261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}