{"id":2412,"date":"2025-06-12T08:35:28","date_gmt":"2025-06-12T08:35:28","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=2412"},"modified":"2025-06-15T16:40:24","modified_gmt":"2025-06-15T16:40:24","slug":"dublin-zentrum-eisenhuettenstadt-brot-bett-und-grosse-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/dublin-zentrum-eisenhuettenstadt-brot-bett-und-grosse-angst\/","title":{"rendered":"Dublin-Zentrum Eisenh\u00fcttenstadt: Brot, Bett und gro\u00dfe Angst"},"content":{"rendered":"<p>Gefl\u00fcchtete im R\u00fcckf\u00fchrungszentrum in Eisenh\u00fcttenstadt prangern ihre Lebensbedingungen an. Brandenburgs neuer Innenminister will das Lager \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph first typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\">Bewohnerinnen und Bewohner des Dublin-Zentrums f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Eisenh\u00fcttenstadt haben sich in einem dramatischen Brief an die \u00d6ffentlichkeit gewandt. Sie prangern darin ihre Lebensbedingungen und ihre Perspektivlosigkeit an.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\">Das Zentrum in Eisenh\u00fcttenstadt ging im M\u00e4rz dieses Jahres als zweites solches Zentrum bundesweit in Betrieb. Von den 150 Pl\u00e4tzen sind derzeit nach offiziellen Angaben rund 30 besetzt. Das Zentrum ist f\u00fcr Gefl\u00fcchtete vorgesehen, die \u00fcber einen anderen EU-Staat wie Polen eingereist sind, damit sie nach dem Willen der Bundesregierung schneller dorthin zur\u00fcckgeschoben werden k\u00f6nnen. Ein gro\u00dfer Teil stammt nach Angaben des Fl\u00fcchtlingsrates aus dem B\u00fcrgerkriegsland Sudan, aber auch aus Somalia, Kongo und Syrien.<\/p>\n<div class=\"column is-12 pv-0 mgt-0 webelement-wrapper webelement_adzone webelement-pos-2 mobile-order-3\" data-pos=\"2\" data-for=\"webelement_adzone\"><\/div>\n<p class=\"bodytext paragraph typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\">Eine Frau sei mit ihrem Neugeborenen in Polen f\u00fcnf Monate lang inhaftiert gewesen, bevor sie sich nach Deutschland durchschlagen konnte, so der Fl\u00fcchtlingsrat. Polen sei f\u00fcr die Menschen kein sicherer Drittstaat, erkl\u00e4ren die BewohnerInnen: \u201ePolen will uns nicht haben. Viele von uns mussten in Asylgef\u00e4ngnissen, umz\u00e4unt von vier bis f\u00fcnf Z\u00e4unen (mit Elektro- und Stacheldrahtz\u00e4unen) leben. Es gab zeitliche Beschr\u00e4nkungen, wann wir den Raum verlassen durften, um an die frische Luft zu kommen (nur mit W\u00e4rter).\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\">Auch h\u00e4tten sie in dem Gef\u00e4ngnis keinen Zugang zu einem fairen Asylverfahren gehabt, mehrere BewohnerInnen schreiben von Selbstmordabsichten. \u201eWenn wir nach Polen abgeschoben werden, ist das Risiko f\u00fcr uns sehr hoch, wieder ins Gef\u00e4ngnis zu kommen\u201c, hei\u00dft es. Auch die Angst vor Pushbacks nach Belarus ist gro\u00df.<\/p>\n<h2 id=\"unangek-ndigte-polizeibesuche\" class=\"typo-r-subhead headline column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\">Unangek\u00fcndigte Polizeibesuche<\/h2>\n<p class=\"bodytext paragraph typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\">Die Menschen kritisieren aber auch die Lebensbedingungen in Eisenh\u00fcttenstadt. Sie erhalten keinerlei Bargeld, sondern nur \u201eBrot, Bett und Seife\u201c. Manche Menschen w\u00fcrden seit drei Monaten unter diesen Bedingungen leben. Kleidung k\u00f6nnen sie nicht kaufen, nicht einmal f\u00fcr Babys. Ohne Geld sei es aber auch nicht m\u00f6glich, sich anwaltlich vertreten lassen zu k\u00f6nnen, um die beabsichtigte R\u00fcckf\u00fchrung nach Polen anzufechten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\">\u201eJeden Tag werden Zimmer und manchmal sogar Schr\u00e4nke kontrolliert. Die T\u00fcren lassen sich nicht abschlie\u00dfen und die meisten unserer Schr\u00e4nke sind nicht abschlie\u00dfbar, was dazu f\u00fchrt, dass unsere Sachen st\u00e4ndig verschwinden\u201c, hei\u00dft es weiter. Die Menschen seien in st\u00e4ndiger Angst vor Abschiebung auch aufgrund h\u00e4ufiger unangek\u00fcndigter Polizeibesuche. \u201eWir werden von der Lagerverwaltung unter Druck gesetzt, nach Polen zur\u00fcckzukehren.\u201c<\/p>\n<div class=\"column is-12 pv-0 mgt-0 webelement-wrapper webelement_adzone webelement-pos-7 mobile-order-10\" data-pos=\"7\" data-for=\"webelement_adzone\"><\/div>\n<p class=\"bodytext paragraph last typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\">Brandenburgs neuer Innenminister Ren\u00e9 Wilke (parteilos) stellt das Dublin-Zentrum in Eisenh\u00fcttenstadt infrage, allerdings nicht aus humanit\u00e4ren, sondern aus finanziellen Gr\u00fcnden. Das zust\u00e4ndige Innenministerium \u00e4u\u00dferte sich auf taz-Anfrage bis Redaktionsschluss nicht zu dem offenen Brief.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Dublin-Zentrum-Eisenhuettenstadt\/!6088700\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gefl\u00fcchtete im R\u00fcckf\u00fchrungszentrum in Eisenh\u00fcttenstadt prangern ihre Lebensbedingungen an. Brandenburgs neuer Innenminister will das Lager \u00fcberpr\u00fcfen. Bewohnerinnen und Bewohner des Dublin-Zentrums f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Eisenh\u00fcttenstadt haben sich in einem dramatischen Brief an die \u00d6ffentlichkeit gewandt. Sie prangern darin ihre Lebensbedingungen und ihre Perspektivlosigkeit an. 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