{"id":238,"date":"2014-01-29T09:29:22","date_gmt":"2014-01-29T09:29:22","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=238"},"modified":"2014-06-21T09:32:53","modified_gmt":"2014-06-21T09:32:53","slug":"asyl-in-berlin-zu-hause-an-der-autobahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/asyl-in-berlin-zu-hause-an-der-autobahn\/","title":{"rendered":"Asyl in Berlin; Zu Hause an der Autobahn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Im S\u00fcden Neuk\u00f6llns er\u00f6ffnet nahe der Stadtautobahn bald das erste Fl\u00fcchtlingsheim des Bezirks. Der Ortsteil geh\u00f6rt zu den Hochburgen der NPD.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-239\" src=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Autobahn.jpg\" alt=\"Autobahn\" width=\"600\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Autobahn.jpg 600w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Autobahn-300x166.jpg 300w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Autobahn-99x55.jpg 99w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Autobahn-580x320.jpg 580w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ende Februar er\u00f6ffnet das erste Asylbewerberheim des Bezirks Neuk\u00f6lln. Zurzeit wird auf dem Gel\u00e4nde im Ortsteil Britz zwischen Haarlemer Stra\u00dfe, Teltowkanal und Stadtautobahn noch gebaut. Zwei mobile Wohngeb\u00e4ude mit insgesamt 400 Pl\u00e4tzen entstehen hier. Allerdings sollen sie nur bis voraussichtlich Ende 2015 stehen bleiben. Danach will der Grundst\u00fcckseigner, eine M\u00f6belfirma, das Grundst\u00fcck zur\u00fcckhaben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Berlin greift auf solch kurzfristige und damit kostenintensive Quartiere f\u00fcr Asylbewerber zur\u00fcck, weil die Not gro\u00df ist. Derzeit teilen sich 8.300 Asylsuchende 8.100 Pl\u00e4tze in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften. Die Zahl der Neuank\u00f6mmlinge, die versorgt werden m\u00fcssen, ist nach wie vor hoch. Ein Termin f\u00fcr die Schlie\u00dfung der bauf\u00e4lligen Baracken in der Spandauer Motardstra\u00dfe steht darum immer noch nicht fest. Eigentlich sollten diese schon im Dezember dicht sein. \u201eWegen der sehr angespannten Unterbringungssituation ist das zurzeit aber nicht m\u00f6glich\u201c, sagt Silvia Kostner vom zust\u00e4ndigen Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Auch wenn das Heim noch nicht er\u00f6ffnet ist, regt sich vor Ort bereits Widerstand, der von Nazis kr\u00e4ftig angeheizt wird. Der S\u00fcden von Neuk\u00f6lln, wo das Heim entsteht, ist eine der Hochburgen der NPD. Eine Woche lang wurde der Protest \u00fcber eine Facebook-Seite organisiert, die mit anderen \u201eNein zum Heim\u201c-Seiten bestens vernetzt war. Seit Dienstag ist die Seite vom Netz. 400 B\u00fcrger hatten sich zudem in Unterschriftenlisten gegen das Heim eingetragen. Carola Scheibe-K\u00f6ster von den Neuk\u00f6llner Gr\u00fcnen berichtet von B\u00fcrgern, die in Anrufen ihre stramm rechte Gesinnung zum Ausdruck bringen w\u00fcrden: \u201eSie erkl\u00e4ren Fl\u00fcchtlinge zu Kriminellen und sprechen von Angst um ihre Vorg\u00e4rten, um ihre Kinder und ihre Autos. Auf Argumente und Angebote, andere Fl\u00fcchtlingsheime kennenzulernen, gehen sie nicht ein\u201c, sagt sie der taz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wache Zivilgesellschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Doch es gibt in Britz auch eine wache Zivilgesellschaft, die die neuen Bewohner willkommen hei\u00dfen will. Scheibe-K\u00f6ster zufolge w\u00fcrden zwischen 30 und 60 Anwohner zu den regelm\u00e4\u00dfigen Treffen kommen, ein Begr\u00fc\u00dfungsfest, Kleiderspenden, Deutschunterricht und mehrsprachige Flyer \u00fcber Angebote im Kiez vorbereiten. Die Partei Die Linke hatte am Dienstag zu einer Anwohnerversammlung geladen. \u201eDa hatten sich Rechte zwar angek\u00fcndigt, aber sie haben es bei der Ank\u00fcndigung belassen\u201c, sagt Linken-Fraktionschef Thomas Licher.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Linken kritisieren allerdings, dass der Bezirk nur vier Willkommensklassen in benachbarten Schulen einrichten will. \u201eDas sind bei 400 Fl\u00fcchtlingen viel zu wenig. Wir beantragen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mehr Pl\u00e4tze.\u201c Der Fl\u00fcchtlingsrat h\u00e4lt es au\u00dferdem f\u00fcr keine gute Wahl, dass das Unternehmen Pebewo das Heim betreiben wird. \u201eWir haben mit Pebewo schlechte Erfahrungen, unter anderem was die Kooperation mit ehrenamtlichen HelferInnen betrifft\u201c, sagt Martina Mauer.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mit der satten Mehrheit von SPD und CDU hatte die Neuk\u00f6llner BVV letzten Herbst gefordert, das Heim direkt an Autobahn und Teltowkanal und damit weiter weg als nun geplant von Reihen- und dreigeschossigen Wohnh\u00e4usern zu errichten, \u201eum die Belastungen f\u00fcr die Anwohner gering zu halten\u201c. Das zust\u00e4ndige Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales hatte das Ansinnen jedoch abgelehnt. \u201eZu diesem Zeitpunkt waren unsere Planungen schon abgeschlossen und wir konnten uns nicht leisten, von vorn zu beginnen und Zeit zu verlieren\u201c, sagt dessen Sprecherin Silvia Kostner. Zudem h\u00e4tten die Zuleitungen f\u00fcr Wasser und Elektrizit\u00e4t verl\u00e4ngert werden m\u00fcssen, was teuer gewesen w\u00e4re.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Das Land sah ebenfalls kritisch, Fl\u00fcchtlinge direkt neben der Autobahn wohnen zu lassen. Auf Druck des Bezirks wurde aber eine Freifl\u00e4che zwischen beiden Geb\u00e4uden geschaffen, damit die Fl\u00fcchtlinge dort und nicht in den angrenzenden Wohngebieten ihre Freizeit verbringen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Neuk\u00f6llns Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Gr\u00fcne) schlie\u00dft aus, dass im S\u00fcden Neuk\u00f6llns ein zweites Hellersdorf entsteht: \u201eDie Neuk\u00f6llner Nazis sind zwar sehr aktiv und nicht zimperlich. Aber ich gehe davon aus, dass die Polizei dort pr\u00e4sent sein wird.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Zudem h\u00e4tte Neuk\u00f6lln Zeit gehabt, Vorurteile abzubauen. Die B\u00fcrgerinitiative \u201eHufeisern gegen Rechts\u201c, Schulen und Kirchengemeinden st\u00fcnden im Dialog mit Anwohnern und bereiteten Hilfsangebote vor. \u201eIch habe zwar den Eindruck, dass nicht alle Anwohner den Fl\u00fcchtlingen den roten Teppich ausrollen. Aber es gibt auch keine aggressive Stimmung.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Source:<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Asyl-in-Berlin\/!131985\/\" target=\"_blank\"> taz.de<\/a><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im S\u00fcden Neuk\u00f6llns er\u00f6ffnet nahe der Stadtautobahn bald das erste Fl\u00fcchtlingsheim des Bezirks. Der Ortsteil geh\u00f6rt zu den Hochburgen der NPD. Ende Februar er\u00f6ffnet das erste Asylbewerberheim des Bezirks Neuk\u00f6lln. Zurzeit wird auf dem Gel\u00e4nde im Ortsteil Britz zwischen Haarlemer Stra\u00dfe, Teltowkanal und Stadtautobahn noch gebaut. 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