{"id":216,"date":"2014-04-08T07:18:26","date_gmt":"2014-04-08T07:18:26","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=216"},"modified":"2014-06-21T07:23:28","modified_gmt":"2014-06-21T07:23:28","slug":"zeltabbruch-mit-kampfszenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/zeltabbruch-mit-kampfszenen\/","title":{"rendered":"Zeltabbruch mit Kampfszenen"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Fl\u00fcchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg<\/span><\/em><br \/>\n<em><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der von Fl\u00fcchtlingen besetzte Oranienplatz wurde am Dienstag ger\u00e4umt \u2013 unter Protest. Am Nachmittag umstellte die Polizei die Fl\u00e4che.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-217\" src=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-7.jpg\" alt=\"Berlin-Oranienplatz-7\" width=\"600\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-7.jpg 600w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-7-300x161.jpg 300w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-7-102x55.jpg 102w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">BERLIN taz | Morgens 6 Uhr kamen Senatorin Dilek Kolat (SPD) und Bezirksb\u00fcrgermeisterin Monika Herrmann (Gr\u00fcne) mit R\u00e4umtechnik und der BSR auf den Platz. Sie hatten sich als Unterst\u00fctzung eine Gruppe ehemaliger Oranienplatzbesetzer mitgebracht, die seit November in einem Caritasheim wohnen und nichts lieber wollen, als endlich eine aufenthaltsrechtliche Perspektive zu bekommen. Der Senat hat das allerdings an die Voraussetzung gekoppelt, dass der Oranienplatz ger\u00e4umt wird. Die Fl\u00fcchtlinge wurden dazu mit Arbeitshandschuhen und Atemschutzmasken ausgestattet. Die R\u00e4umung der besetzten Gerhard-Hauptmann-Schule steht noch nicht auf der Tagesordnung, weil Wohnpl\u00e4tze fehlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Schnell zeigte sich, dass es zwei Gruppen auf dem Platz gibt: Die erste Gruppe freute sich, dass sie endlich aus Zelten und H\u00fctten in ein richtiges Haus ziehen k\u00f6nnen. Sie packten ihre Sachen und rissen die Zelte selbst ab. Danach wurden sie in ein ehemaliges Hostel am Ostkreuz gefahren. Die zweite Gruppe traute den vagen Zusagen des Senates nach einem vorl\u00e4ufigen Bleiberecht nicht und wollte darum lieber auf dem Oranienplatz ihren Protest fortsetzen. \u201eWir wollen nicht abgeschoben werden und keine Duldung habe\u201c, erkl\u00e4rt ein Mann. \u201eWir wollen die gleichen B\u00fcrgerrechte haben wie Deutsche auch. Wir wollen arbeiten.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Darunter waren vor allem Fl\u00fcchtlinge aus dem Sudan. Sie wehrten sich gegen den Abriss ihrer Zelte und H\u00fctten und verbarrikadierten sich zum Teil darin. Am sp\u00e4ten Vormittag kam es darum zu gewaltsamen Kampfszenen zwischen beiden Gruppen von Afrikanern: Die Gruppe um den Nigerianer Bashir Zaharia aus dem Caritas-Heim st\u00fcrmte mit Hammern und Brecheisen die verbarrikadierten H\u00fctten und ri\u00df sie den Bewohnern \u00fcber dem Kopf ab. Dabei gab es mehrere verletzte Afrikaner auf beiden Seiten. Anschlie\u00dfend lag die bescheidene Habe der von ihren Landsleuten zwangsger\u00e4umten H\u00fctten, etwa Handt\u00fccher, Schuhe und ein kaputtes Radio, zwischen M\u00fcll und Bettfedern verstreut im Dreck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Im Hostel in der G\u00fcrtelstra\u00dfe dr\u00e4ngten sich seit 7.30 Uhr Umzugswillige am Tresen, um einzuchecken. Ihre Gesichter strahlten. Ein Nigerianer erz\u00e4hlt begeistert: \u201eIch bin in einem sauberen sch\u00f6nen Dreibettzimmer mit meinem Freund. Das dritte Bett ist noch frei.\u201c Noch einen Tag zuvor hatte sich derselbe Mann am Oranienplatz noch beschwert. \u201eWieder ein relaxing day\u201c hatte er gest\u00f6hnt. \u201eGenau wie viele Tage zuvor.\u201c 102 Pl\u00e4tze gibt es in dem Hostel, die Zahl der Umzugswilligen war mit 150 allerdings h\u00f6her. Einige konnten in Marienfelde untergebracht werden. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) komentierte s\u00fcffisant: \u201eFrau Kolat hat im Laufe des Tages den \u00dcberblick verloren.\u201c<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Im Hostel stellte sich heraus, dass mindestens zwei Fl\u00fcchtlinge aus Asien, die ebenfalls auf dem Oranienplatz gewohnt hatten, von ihren afrikanischen Mitbewohnern gemobbt und nicht auf die Listen gesetzt wurden. Die Listen sind aber Voraussetzungen, um vom Senat untergebracht zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Unterst\u00fctzung der linken Szene<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gegen Mittag spitzten sich die Kampfszenen auf dem Oranienplatz zu. Die R\u00e4umungsgegner hielten spontane Kundgebungen ab, unterst\u00fctzt von Antifas, die inzwischen hinzugekommen waren. Um 14.30 Uhr umstellte schlie\u00dflich die Polizei mit 400 Mann den Oranienplatz und r\u00e4umte 25 Besetzer vom Platz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der linke Fl\u00fcchtlingspolitiker Hakan Tas kritisiert, dass hier \u201eder Senat zwei Gruppen von Fl\u00fcchtlingen regelrecht aufeinander gehetzt hat.\u201c Eine deutsche Camp-Unterst\u00fctzerin f\u00e4llt ihm ins Wort: \u201eDie machen doch den Job der Bullen.\u201c Die gr\u00fcne Abgeordnete Canan Bayram sagt: \u201eEs macht mich betroffen, dass hier Fl\u00fcchtlinge unter Einsatz ihres Lebens ein Angebot des Senates verteidigen, von dem sie noch nicht einmal wissen, ob es ihnen wirklich eine Perspektive gibt.\u201c Sie zeigte sich auch skeptisch, ob die freudestrahlend in das Hostel gezogenen Fl\u00fcchtlinge \u201ein zwei Wochen immer noch so strahlen, wenn sie vielleicht feststellen, dass sie in anderen Bundesl\u00e4ndern schon zur Abschiebung ausgeschrieben wurden.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Der Piratenabgeordnete Fabio Reinhardt kritisiert den gr\u00fcnen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der den Polizeieinsatz angefordert hat. \u201eBezirk und Senat h\u00e4tten den Dialog lieber fortsetzen sollen und alle mit ins Boot nehmen.\u201c B\u00fcrgermeisterin Monika Herrmann relativiert: \u201eBei Kampf um den Oranienplatz geht es um ein Symbol. Beschwerden um fehlende Schlafpl\u00e4tze bewerte ich kritisch.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\"><em>Source: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlingscamp-in-Berlin-Kreuzberg\/!136417\/\" target=\"_blank\">taz.de<\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg Der von Fl\u00fcchtlingen besetzte Oranienplatz wurde am Dienstag ger\u00e4umt \u2013 unter Protest. Am Nachmittag umstellte die Polizei die Fl\u00e4che. BERLIN taz | Morgens 6 Uhr kamen Senatorin Dilek Kolat (SPD) und Bezirksb\u00fcrgermeisterin Monika Herrmann (Gr\u00fcne) mit R\u00e4umtechnik und der BSR auf den Platz. Sie hatten sich als Unterst\u00fctzung eine Gruppe ehemaliger Oranienplatzbesetzer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":217,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-216","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-7.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=216"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":218,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216\/revisions\/218"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}