{"id":213,"date":"2014-04-09T07:14:23","date_gmt":"2014-04-09T07:14:23","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=213"},"modified":"2014-06-21T07:17:46","modified_gmt":"2014-06-21T07:17:46","slug":"der-oranienplatz-ist-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/der-oranienplatz-ist-geschichte\/","title":{"rendered":"Der Oranienplatz ist Geschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am Tag eins nach dem Abbau des Camps ist klar: Eine Neubesetzung werden Polizei und Bezirk nicht zulassen. Drei Fl\u00fcchtlinge setzen den Protest auf einem Baum fort.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-214\" src=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-6.jpg\" alt=\"Berlin-Oranienplatz-6\" width=\"600\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-6.jpg 600w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-6-300x163.jpg 300w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Berlin-Oranienplatz-6-100x55.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u201eWir bleiben hier, bis unsere Forderungen erf\u00fcllt sind.\u201c Patras Bwansi steht am Mittwochvormittag mit sechs weiteren Fl\u00fcchtlingen bei einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Oranienplatz. Nicht dort, wo eineinhalb Jahre lang das Camp stand \u2013 der Platz ist mit Bauz\u00e4unen abgesperrt. R\u00e4umfahrzeuge fahren den letzten Schutt ein. Auch das breite Mittelstreifen-Gr\u00fcn darf niemand betreten: Polizeibusse und rund 100 -beamte sichern den ganzen Bereich ab. Die Fl\u00fcchtlinge und ihre Unterst\u00fctzer versammeln sich einen Tag nach Abriss des Zeltlagers an der gegen\u00fcberliegenden Bushaltestelle und auf den nahen B\u00e4nken im Gr\u00fcnstreifen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Patras Bwansi geh\u00f6rt zu jener Gruppe von Fl\u00fcchtlingen, die vor eineinhalb Jahren aus Protest gegen die deutsche Fl\u00fcchtlingspolitik von W\u00fcrzburg nach Berlin gelaufen sind. \u201eKeine Abschiebungen, keine Lager, keine Residenzpflicht, das waren unsere Forderungen, und die sind nicht erf\u00fcllt\u201c, beklagt er. \u201eDie Gruppe, die am Dienstag in ein Hostel gezogen ist, besteht aus Lampedusa-Fl\u00fcchtlingen. Sie kamen sp\u00e4ter als wir und haben sich von den Deutschen mit 100 Euro kaufen lassen\u201c, kritisiert Bwansi. \u201eWir sind nicht k\u00e4uflich.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gegen Mittag hat sich an der Bushaltestelle am Oranienplatz eine Traube von rund 30 Menschen versammelt. Fl\u00fcchtlinge und Unterst\u00fctzer diskutieren mit Polizisten: Warum man nicht wie vereinbart in den Infocontainer d\u00fcrfe? \u201eIhr habt uns unser Zuhause genommen, gebt uns ein anderes\u201c, sagt ein junger Mann. Die Polizisten sind freundlich, auch wenn einige Fl\u00fcchtlinge ausfallend werden und die Beamten \u2013 sichtlich verzweifelt \u2013 anbr\u00fcllen. In der Sache allerdings gibt es kein Zur\u00fcckweichen: Sie h\u00e4tten Order, niemanden auf den Platz zu lassen, erkl\u00e4rt ein Pressesprecher. Wann der Infopoint er\u00f6ffnet werde, entscheide allein der Bezirk.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Mitten auf dem Platz befinden sich nur noch drei Fl\u00fcchtlinge. Sie harren seit Dienstagmittag ohne Wasser, Nahrung und Decken auf einer Platane aus. Unter ihnen ist auch Napuli Langa, eine der Sprecherinnen der Bewegung. \u201eSie ist dort aus Protest, weil sie das Versammlungszelt abgerissen haben\u201c, erkl\u00e4rt die Gr\u00fcnen-Abgeordnete Canan Bayram, die die halbe Nacht vor Ort war. Langa war Teil der Delegation, die mit Senatorin Dilek Kolat verhandelt hat. Dabei war auch vereinbart worden, dass Info- und Versammlungszelt stehen bleiben d\u00fcrfen, um den Protest sichtbar fortf\u00fchren zu k\u00f6nnen. \u201eNapuli will mit Kolat reden, vorher kommt sie nicht runter\u201c, sagt Bayram.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die anderen Fl\u00fcchtlinge w\u00fcrden die Baumbesetzer gerne mit Lebensmitteln versorgen. Das l\u00e4sst die Polizei nicht zu. Die Protestierer k\u00f6nnten gerne herunterkommen. \u201eDarin hindern wir sie nicht.\u201c Aber zu ihnen d\u00fcrfe niemand.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Wann der Infocontainer wiederer\u00f6ffnet werden kann, kann auch Bezirksb\u00fcrgermeisterin Monika Herrmann (Gr\u00fcne) noch nicht sagen. Erst m\u00fcssten Fachleute vom Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt kommen und die Sch\u00e4den begutachten und die Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung angehen. Das k\u00f6nne gut und gerne vier Wochen dauern \u2013 aber auch ganz schnell gehen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ob die sieben Protestler um Bwansi mit ihrem \u201eWir bleiben hier\u201c eine erneute Besetzung des Oranienplatzes meinen, ist nicht ganz klar. Sicher ist: Eine Wiederbesetzung wird die Polizei nicht zulassen. Diese Erkenntnis macht sich gegen Nachmittag auch unter den Aktivisten breit: Laut Bayram beruhigt sich nach und nach die Stimmung, die Versammlung an der Bushaltestelle verl\u00e4uft sich. Einige Menschen h\u00e4tten ein Platzverbot bekommen, aber die Polizei habe auch ihr Aufgebot reduziert, so Bayram zur taz.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am heutigen Donnerstag ist die Fl\u00fcchtlingspolitik Thema im Abgeordnetenhaus. Klaus Wowereit (SPD) hat dazu eine Regierungserkl\u00e4rung angek\u00fcndigt \u2013 eine seltene Sache, die bislang letzte gab es im September 2012.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Source:<a href=\"http:\/\/taz.de\/Kreuzberger-Fluechtlingscamp\/!136501\/\" target=\"_blank\"> taz.de<\/a><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Tag eins nach dem Abbau des Camps ist klar: Eine Neubesetzung werden Polizei und Bezirk nicht zulassen. Drei Fl\u00fcchtlinge setzen den Protest auf einem Baum fort. \u201eWir bleiben hier, bis unsere Forderungen erf\u00fcllt sind.\u201c Patras Bwansi steht am Mittwochvormittag mit sechs weiteren Fl\u00fcchtlingen bei einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Oranienplatz. 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