{"id":1929,"date":"2022-11-16T21:05:08","date_gmt":"2022-11-16T21:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1929"},"modified":"2022-11-16T21:05:08","modified_gmt":"2022-11-16T21:05:08","slug":"angriff-auf-iraner-in-berlin-keine-angst-vor-den-mullahs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/angriff-auf-iraner-in-berlin-keine-angst-vor-den-mullahs\/","title":{"rendered":"Angriff auf Iraner in Berlin: Keine Angst vor den Mullahs"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Vom Angriff auf ihre Mahnwache lassen sich die Ak\u00adti\u00advis\u00adt*in\u00adnen von Feminista.Berlin nicht abschrecken. Aktionen zur Iran-Revolution gehen weiter.<\/span><\/p>\n<p class=\"article first odd\">Zwei Tage nach dem Messerangriff auf iranische Regime\u00adgegner an der Dauermahnwache vor der Gr\u00fcnen-Zentrale fordert die Gruppe Feminista.Berlin mehr Polizeipr\u00e4senz. \u201eWir bitten den Senat um mehr Schutz. Wir leben in einem freien Land und brauchen die Sicherheit, unsere Meinung frei \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Setayesh, Mitbegr\u00fcnderin der Gruppe iranischst\u00e4mmiger Studierender, die seit sechs Wochen auf dem Platz vor dem Neuen Tor f\u00fcr eine entschiedenere Politik der \u201efeministischen Au\u00dfenministerin\u201c Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) in Sachen Iran demonstriert.<\/p>\n<p class=\"article even\">Es ist Montagmittag, Setayesh geht zu dem Baum, an dem das Schild lehnt, um das es bei dem Angriff ging. \u201eMord Terror Hinrichtung islamische Regierung\u201c stand darauf, jedes Wort auf je einem Schild. Jetzt fehlt das Schild \u201eislamische\u201c, es liegt in zwei Teilen auf dem Tisch im Pavillon, wo immer ein paar \u201eFeministas\u201c die Stellung halten. Setayesh holt es herbei und erz\u00e4hlt: Samstagnacht gegen 23 Uhr seien vier Personen gekommen, zwei M\u00e4nner, zwei mit langen Hidschabs verschleierte Frauen. \u201eSie haben das Schild abgerissen und zerbrochen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die 28-j\u00e4hrige Studentin, deren Familie sie gebeten hat, ihren Nachnamen gegen\u00fcber Medien nicht zu nennen, war selbst nicht dabei \u2013 sie traf wenige Minuten nach dem \u00dcberfall ein. Ihre Leute h\u00e4tten die Zerst\u00f6rung des Schildes beobachtet und die Gruppe verfolgt. \u201eAls einer von uns sie ansprach, was das soll, hat der eine gefragt, was wir gegen den Islam h\u00e4tten. Dann hat er ein Messer gezogen\u201c, berichtet sie. Der zweite Mann habe eine zerbrochene Flasche gehabt. \u201eZum Gl\u00fcck war eine Polizeistreife in der N\u00e4he, ein paar von uns haben sie geholt.\u201c Die Beamten h\u00e4tten die beiden M\u00e4nner festgehalten, doch die Frauen seien mit dem Messer weggelaufen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Polizei nahm den 26-j\u00e4hrigen Mann mit dem Messer zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit, im Anschluss wurde er auf freien Fu\u00df gesetzt. Der zweite Mann wurde noch vor Ort entlassen. \u201eVon ihnen ginge ja keine Gefahr mehr aus, meinten die Polizisten\u201c, erz\u00e4hlt Setayesh. Sie findet das nicht richtig. \u201eDie wussten genau, was sie taten.\u201c Einer der beiden M\u00e4nner sei schon am Vorabend da gewesen, habe Fotos gemacht.<\/p>\n<h6>Merkw\u00fcrdige Leute machen Fotos<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Ob der iranische Geheimdienst dahintersteckt, von dem bekannt ist, dass er Re\u00adgime\u00adkri\u00adti\u00adke\u00adr*in\u00adnen bei Demonstrationen fotografiert, oder irgendeine islamistische Gruppierung, wissen die Feministas nicht. \u201eImmer wieder kommen merkw\u00fcrdige Leute hier vorbei, machen Fotos, reden nicht\u201c, erz\u00e4hlt Setayesh.<\/p>\n<p class=\"article even\">Tats\u00e4chlich war dies nicht der erste Angriff auf iranische Regimegegner in Berlin. Vor zwei Wochen wurde die Mahnwache der \u201eOrganisation iranische parlamentarische Monarchie\u201c gegen\u00fcber der iranischen Botschaft in Dahlem \u00fcberfallen, dabei wurden drei Teilnehmer der Mahnwache verletzt, die drei T\u00e4ter konnten fliehen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Doch einsch\u00fcchtern lie\u00dfen sich die Ak\u00adti\u00advis\u00adt*in\u00adnen von Feminista.Berlin von solchen Ereignissen nicht, betont Setayesh. \u201eJetzt bleiben wir erst recht!\u201c Aber es w\u00e4re gut, wenn die Polizei nachts \u00f6fter vorbeik\u00e4me als einmal die Stunde, wie bislang. Eine Polizeisprecherin erkl\u00e4rte auf taz-Anfrage, zu Fragen der Sicherung \u00e4u\u00dfere man sich grunds\u00e4tzlich nicht.<\/p>\n<p class=\"article even\">Etwas \u201eGutes\u201c hatte der \u00dcberfall vielleicht: Aus Solidarit\u00e4t kamen der gr\u00fcne Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour und einige andere Gr\u00fcne am Montagnachmittag vorbei, erz\u00e4hlt Setayesh sp\u00e4ter am Telefon. \u201eSie haben gesagt, dass solche Angriffe nicht geduldet werden k\u00f6nnten, wir lebten schlie\u00dflich in einem freien Land.\u201c Zudem werde es am Dienstag ein \u201eoffizielles\u201c Treffen \u00adgeben, in dem die Feministas mit den Gr\u00fcnen \u00fcber ihre wichtigste Forderung reden k\u00f6nnten: endlich den iranischen Botschafter auszuweisen.<\/p>\n<h6>Botschafter soll ausgewiesen werden<\/h6>\n<p class=\"article odd\">\u201eDeutschland ist weiterhin der wichtigste EU-Handelspartner von Iran. Solange das so ist, werden Menschenrechtsgruppen wie wir nicht ausreichend Geh\u00f6r finden\u201c, ist Setayesh \u00fcberzeugt. Die Ausweisung des Botschafters sei daher ein wichtiges Zeichen, dass Deutschland diese engen Wirtschaftsbeziehungen l\u00f6sen wolle.<\/p>\n<p class=\"article even\">In den vergangenen Wochen hat Feminista.Berlin immer wieder mit k\u00fcnstlerischen Aktionen \u00fcber die Proteste im Iran aufgekl\u00e4rt. Zuletzt hatte die Gruppe am 9. November zur East Side Gallery gerufen, wo der K\u00fcnstler Kani Alavi ein Bild von Jina Mahsa Amini auf ein Transparent an die Mauer sprayte. F\u00fcr Setayesh ist die wichtigste Aufgabe ihrer Gruppe, \u00fcber die Revolution im Iran und die Menschen, die sie tragen, zu reden \u2013 um sie zu sch\u00fctzen. \u201eWenn wir die Stimme dieser mutigen Menschen sind, ist es f\u00fcr das Regime schwieriger, sie zu t\u00f6ten\u201c, glaubt sie.<\/p>\n<p class=\"article last odd\">Dass inzwischen sogar Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vom \u201eMullah-Regime\u201c spricht und die EU am Montag weitere Sanktionen gegen f\u00fchrende Revolutionsgarden beschloss, sei sch\u00f6n, sagt Setayeh \u2013 aber l\u00e4ngst nicht genug. \u201eDie soziale Revolution im Iran hat schon stattgefunden, denn es war von Beginn an eine Frauen- und Menschenrechts\u00adrevolution. Jetzt warten wir auf die diplomatische Revolution.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Angriff-auf-Iraner-in-Berlin\/!5892044\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Quelle: taz<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Angriff auf ihre Mahnwache lassen sich die Ak\u00adti\u00advis\u00adt*in\u00adnen von Feminista.Berlin nicht abschrecken. Aktionen zur Iran-Revolution gehen weiter. Zwei Tage nach dem Messerangriff auf iranische Regime\u00adgegner an der Dauermahnwache vor der Gr\u00fcnen-Zentrale fordert die Gruppe Feminista.Berlin mehr Polizeipr\u00e4senz. \u201eWir bitten den Senat um mehr Schutz. 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