{"id":1881,"date":"2022-07-31T19:34:27","date_gmt":"2022-07-31T19:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1881"},"modified":"2022-07-31T19:34:27","modified_gmt":"2022-07-31T19:34:27","slug":"dont-forget-afghanistan-demonstration-und-aktionscamp-vom-13-15-august-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/dont-forget-afghanistan-demonstration-und-aktionscamp-vom-13-15-august-2022\/","title":{"rendered":"#Don\u2019t Forget Afghanistan: Demonstration und Aktionscamp vom 13.-15. August 2022"},"content":{"rendered":"<p>Vom 13.08.-15.08.2022 planen wir \u2013 das Netzwerk der Kampagne #dontforgetafghanistan \u2013 ein Protestcamp und eine Gro\u00dfdemonstration, die Menschen aus ganz Deutschland nach Berlin mobilisiert.<br \/>\nEs ist genau ein Jahr her, dass die Taliban Kabul eingenommen haben, doch das Schicksal der afghanischen Bev\u00f6lkerung sowie der aus Afghanistan gefl\u00fcchteten Menschen ist weitgehend in Vergessenheit geraten, egal ob sie sich in den Nachbarl\u00e4ndern Afghanistans aufhalten oder an den Innen- und Au\u00dfengrenzen der EU.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Taliban haben in Afghanistan ein Terrorregime errichtet, ehemalige Mitarbeiter:innen der westlicher Organisationen, der afghanischen Regierung, Menschenrechtsaktivist:innen, Frauen und M\u00e4dchen, LGTBQ+ Community, Angeh\u00f6rige von Minderheiten m\u00fcssen um ihr Leben k\u00e4mpfen. Ausr\u00fcstung und Waffen im Wert von Milliarden von Dollar wurden den Taliban von der NATO \u00fcberlassen, die das Material nun gegen die zivile Gesellschaft vor allem friedliche Demonstranten so wie bei Hausdurchsuchungen der B\u00fcrger:Innen eingesetzt.<\/p>\n<p>Verlassene H\u00e4user und ganze Landstriche, deren Bewohner*innen in der Not Sicherheit suchten. Ein Jahr ist vergangen, und noch immer warten Zehntausende auf ihre Evakuierung. Ein Jahr lang stehen unz\u00e4hlige Namen auf Sicherheitslisten. Ein Jahr, in dem das Regime nicht anerkannt wird, ohne dass sich der Asylstatus der afghanischen Asylbewerber \u00e4ndert. 365 Tage, in denen M\u00e4dchen nicht zur Schule gehen und Frauen systematisch aus der \u00d6ffentlichkeit verschwinden. 12 Monate, in denen die Lebensmittelknappheit immer weiter zunimmt, in denen Menschen keinen Zugang zu ihrem eigenen Geld haben, da dieses durch die US-Regierung unter Joe Biden eingefroren wurde, w\u00e4hrend 98 % der Bev\u00f6lkerung vor dem Hungertod stehen. Tagt\u00e4glich werden Felder ausgebeutet, H\u00e4user ger\u00e4umt, Essen von den Taliban gestohlen und Hilfsaktionen verhindert- alles unter den Augen der NATO-Mitgliedsstaaten.<\/p>\n<p>Dies zwingt die Menschen zu verzweifelten Ma\u00dfnahmen wie dem Verkauf ihrer Organe, sich selbst und ihrer Kinder. 365 Tage lang wird uns gesagt, dass wir Geduld haben sollen, w\u00e4hrend Menschen unterdr\u00fcckt, vergewaltigt, gefoltert und ermordet werden.<\/p>\n<p>In Qatar, den Ort, wo die Taliban ihre Headquarters haben, wurde das Qatar Peace Agreement im Jahr 2013 angefangen zwischen der Taliban-Terroristengruppe und den NATO-Mitgliedstaaten, den Gulfstaaten, Pakistan jedoch ohne Repr\u00e4sentant:innen der afghanischen Bev\u00f6lkerung oder Regierung und somit das Schicksal der afghanischen Bev\u00f6lkerung beschlossen.<\/p>\n<p>Es ist eine Schande, dass auch ein Jahr nach der Macht\u00fcbergabe durch die Taliban nur ein Bruchteil der Menschen evakuiert wurde, die wegen ihrer Arbeit f\u00fcr die Nato, die Bundeswehr, die GIZ oder andere deutsche Organisationen und ihre Subunternehmen in Lebensgefahr sind und sich seit Monaten versteckt halten m\u00fcssen. Sie werden von der deutschen Regierung elendig im Stich gelassen. Unertr\u00e4glich sind auch die langen Wartezeiten f\u00fcr den Nachzug von Familienmitgliedern von Afghan:innen, die bereits in Deutschland leben. Die Steuerzahler der NATO-Staaten verlangen Rechenschaft und Antworten. 20 Jahre \u201eEngagement\u201c, endeten mit einer verantwortungslosen Evakuierung, bei der es den Anschein hatte, dass die Leben der afghanischen Menschen nicht die oberste Priorit\u00e4t hatten wie z.B. den Alkohol von der deutschen Botschaft und der deutschen Bundeswehr.<\/p>\n<p>Afghan:innen auf der Flucht erleben t\u00e4glich Menschenrechtsverletzungen. Ob in den Nachbarl\u00e4ndern Afghanistans, der T\u00fcrkei, den griechischen Inseln, auf der Balkanroute oder anderen Grenzen der EU, so wie nach dem Ankommen und bei der Beantragung des Asyl \u2013 Afghan:innen werden misshandelt, missbraucht, gepushbackt, geschlagen, vergewaltigt, rassistisch beleidigt und sogar umgebracht.<\/p>\n<p>Auch hier in Deutschland werden ihre Rechte missachtet. Jahrelang warteten Afghan:innen auf Entscheidungen \u00fcber ihre Asylantr\u00e4ge und ihre Folgeantr\u00e4ge oder hatten lediglich eine Duldung \u2013 oftmals mit Ausbildungs- und Arbeitsverbot. Statt den vollen Fl\u00fcchtlingsstatus bekommen Gefl\u00fcchtete aus Afghanistan i.d.R. nun lediglich ein Abschiebeverbot, mit dem der Familiennachzug kaum m\u00f6glich ist. Weil die Menschen im Krieg aufgewachsen sind, hatten viele keinen Zugang zu Bildung, und auch hier in Deutschland wird ihnen der Zugang zu Deutschkursen oder einer Ausbildung verwehrt. Im Niedriglohnsektor, durch Zeitarbeitsfirmen wird nun ihre Arbeitskraft ausgebeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir haben gek\u00e4mpft, wir haben uns gequ\u00e4lt, wir haben n\u00e4chtelang nicht geschlafen und immer wieder wurden wir blockiert und unsere Rechte verletzt. Die Realit\u00e4t, dass die Prozesse der Evakuierungen gef\u00e4hrdeten Afghan:innen schwieriger ist als die Macht\u00fcbergabe der Taliban nehmen wir nicht l\u00e4nger hin!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wir vom B\u00fcndnis #dontforgetafghanistan fordern:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>z\u00fcgige unb\u00fcrokratische AsylFolge-Antr\u00e4ge!<\/strong><\/li>\n<li><strong>Anerkennung alle Afghanische Menschen zum \u00a7 23 Abs.1 &amp; 2 !<\/strong><\/li>\n<li><strong>keine nachweise von Deutsche Sprachzertifikat beim Familiennachzug aus Afghanistan!<\/strong><\/li>\n<li><strong>Evakuieren alle Hinterlassene Ortskr\u00e4fte\/ Ladenbesitzer der Marmel-Camp!<\/strong><\/li>\n<li><strong>die schnelle und unb\u00fcrokratische Evakuierung aller gef\u00e4hrdeter Personen und ihre Familienmitglieder!<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Hungersnotkrise in Afghanistan nachhaltig Verantwortung nehmen!<\/strong><\/li>\n<li><strong>Keine Anerkennung f\u00fcr das Taliban Regime und keine finanziellen Kooperationen mit ihnen!<\/strong><\/li>\n<li><strong>sichere Fluchtwege und Verantwortung des Involvements der Nachbarl\u00e4nder!<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lasst uns zusammenstehen und h\u00f6r- und sichtbar werden bei einer \u27a4 <strong>zentralen Demonstration<\/strong><\/p>\n<p>am Samstag, 13.08.2022 | Start: 14.00 h vor dem Ausw\u00e4rtigen Amt, Werderscher Markt 1 | Ende 18.00 h vor dem Bundeskanzleramt.<\/p>\n<p>Nach der Demo startet unser \u27a4 <strong>Aktionscamp <\/strong>vom 13.08. | 18 h \u2013 15.08.22 | 10 h<\/p>\n<p>(Ort wird noch bekanntgegeben, achtet auf die Ank\u00fcngigungen!)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Berliner Aktivist:innen stehen euch zur Verf\u00fcgung. Es gibt Workshops, Erfahrungsaustausch, Diskussionen mit Expert:innen, Redebeitr\u00e4ge wie k\u00fcnstlerische Vorf\u00fchrungen so wie Berichte von Aktiven au\u00dferhalb Berlins. Dazu organisieren wir Essen und Livemusik.<\/p>\n<p>Wir wollen einen Ort schaffen, um eine bundesweite Vernetzung aufzubauen und laden euch alle ein, diesen Schritt zusammen zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lasst uns gemeinsam die Stimme erheben und Gerechtigkeit f\u00fcr afghanischen Menschen fordern, die seit Jahren Gewalt erfahren haben!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser*innen:<\/strong><\/p>\n<p>Ahmad und Abu, Sprecher der sogenannten Subunternehmer:innen und die Ladenbesitzter aus der Marmal-Camp Zentrale der Bundeswehr in Afghanistan und das B\u00fcndnis #dontforgetafghanistan<\/p>\n<p><strong>Wir werden in unserem Aufruf unterst\u00fctzt durch folgende Organisationen:<\/strong><\/p>\n<p>PRO ASYL Bundesweite Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge e.V. \u2022 Jugendliche ohne Grenzen \u2022 Seebr\u00fccke \u2022 Kabul Luftbr\u00fccke \u2022 Bumf e.V. \u2022 terre des hommes \u2022 AfghanistanNotSafe K\u00f6lnBonn \u2022 Afghanischer Aufschrei und Nedaje Afghan D\u00fcsseldorf \u2022 OMAS GEGEN RECHTS \u2022 European Organization for Integration \u2022 Asmara\u2019s World e.V. \u2022 f\u00f6rdern und wohnen \u2022 BBZ &#8211; Beratungszentrum und Betreuungszentrum f\u00fcr junge Fl\u00fcchtlinge und Migrant*innen \u2022 Move e.V. \u2022 Afghanisches Zentrum Erfurt e.V. \u2022 Together we are Bremen \u2022 Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum Berlin-Hamburg \u2022 Fridays for Future \u2022 International Rescue Committee Deutschland (IRC) \u2022 Lager-Watch Th\u00fcringen \u2022 Soli-Asyl Th\u00fcringen \u2022 ABA (Aktionsb\u00fcndnis Antira Berlin) \u2022 We\u2018ll Come United \u2022 Afghanisch-Deutscher F\u00f6rderverin f\u00fcr Bildung, Gesundheit und Handwerk \u2022 Frauen Organisation 8.M\u00e4rz (Iran-Afghanistan) \u2022 Simorgh e.V. \u2022 Verein iranischer Fl\u00fcchtlinge in Berlin e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Bremen \u2022 Bayerischer Fl\u00fcchtlingsrat \u2022 Flu\u0308chtlingsrat Berlin e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat RLP e.V. \u2022 S\u00e4chsischer Fl\u00fcchtlingsrat e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Hamburg \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat MV e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Th\u00fcringen e.V. \u2022 Fl\u00fcchtlingsrat Baden-W\u00fcrttemberg e.V.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 13.08.-15.08.2022 planen wir \u2013 das Netzwerk der Kampagne #dontforgetafghanistan \u2013 ein Protestcamp und eine Gro\u00dfdemonstration, die Menschen aus ganz Deutschland nach Berlin mobilisiert. 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