{"id":1863,"date":"2022-05-25T10:41:50","date_gmt":"2022-05-25T10:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1863"},"modified":"2022-05-25T10:41:50","modified_gmt":"2022-05-25T10:41:50","slug":"landesfluechtlingsraete-und-pro-asyl-fordern-die-gleichbehandlung-aller-gefluechteten-aus-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/landesfluechtlingsraete-und-pro-asyl-fordern-die-gleichbehandlung-aller-gefluechteten-aus-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te und PRO ASYL fordern die Gleichbehandlung aller Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der Innenminister:innenkonferenz vom 1.-3. Juni 2022 in W\u00fcrzburg fordern<br \/>\nPRO ASYL und die Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te sowie viele weitere Organisationen und<br \/>\nInitiativen eine bundesweite Regelung, die den Schutz von allen aus der Ukraine<br \/>\ngefl\u00fcchteten Menschen garantiert und einen sofortigen Stopp der Diskriminierung von<br \/>\nDrittstaater:innen und Staatenlosen aus der Ukraine.<br \/>\nSeit dem milit\u00e4rischen Angriff Russlands auf die gesamte Ukraine sind bereits \u00fcber sechs<br \/>\nMillionen Menschen von dort geflohen, gr\u00f6\u00dftenteils in die Anrainerstaaten, viele<br \/>\nhunderttausend Menschen sind aber auch in die Bundesrepublik gefl\u00fcchtet.<br \/>\nUkrainer:innen erhalten in Deutschland gem\u00e4\u00df der EU-Richtlinie 2001\/55\/EG zur Gew\u00e4hrung<br \/>\nvor\u00fcbergehenden Schutzes und gem\u00e4\u00df EU-Ratsbeschluss vom 4. M\u00e4rz 2022 unb\u00fcrokratischen<br \/>\nZugang zu Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnis und Sozialleistungen. Sie bekommen so ein<br \/>\nwichtiges St\u00fcck Sicherheit in der ihr Leben bestimmenden Katastrophe des Krieges.<br \/>\nDoch andere Kriegsfl\u00fcchtlinge, die in der Ukraine gelebt, studiert oder gearbeitet haben und<br \/>\nsogar Staatenlose, die ihr gesamtes Leben dort verbracht haben, werden gr\u00f6\u00dftenteils<br \/>\nschlechter gestellt, obwohl sie vor dem gleichen Krieg, vor der gleichen Gewalt geflohen<br \/>\nsind: Nicht-ukrainische Drittstaater:innen mit befristetem Aufenthaltsrecht in der Ukraine<br \/>\nsind einem Rundschreiben des BMI zufolge bisher von dem Recht auf tempor\u00e4ren Schutz als<br \/>\nKriegsvertriebene nach \u00a7 24 AufenthG ausgenommen, wenn angenommen wird, dass eine<br \/>\n&#8222;sichere und dauerhafte R\u00fcckkehrm\u00f6glichkeit&#8220; ins Herkunftsland besteht.<br \/>\nAnstatt den Fokus auf den bisherigen Lebensmittelpunkt in der Ukraine zu legen, soll also die<br \/>\nvermeintliche R\u00fcckkehrm\u00f6glichkeit ins urspr\u00fcngliche Herkunftsland ausschlaggebend sein \u2013<br \/>\nund das, obwohl nach den Leitlinien der EU-Kommission f\u00fcr alle EU-Mitgliedstaaten die<br \/>\nM\u00f6glichkeit besteht, Menschen, die eine \u201esinnvollere Verbindung zur Ukraine haben als zu<br \/>\nihrem Herkunftsland\u201c, ebenso den Schutz f\u00fcr Kriegsvertriebene zu gew\u00e4hren.<br \/>\nZwar ist allen Menschen aus der Ukraine laut der Ukraine-Aufenthalts-\u00dcbergangsverordnung<br \/>\nerst einmal der Aufenthalt bis zum 31. August im Bundesgebiet erlaubt. Das soll ihnen die<br \/>\nM\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen, entweder den vor\u00fcbergehenden Schutz zu beantragen oder die<br \/>\nVoraussetzungen f\u00fcr andere aufenthaltsrechtliche Zwecke zu erf\u00fcllen. Letzteres ist jedoch in<br \/>\nder K\u00fcrze der Zeit f\u00fcr viele Gefl\u00fcchtete kaum m\u00f6glich. Langfristig besteht die Gefahr, dass<br \/>\ndie Menschen dauerhaft in prek\u00e4re Lebenslagen geraten.<br \/>\n\u201eDrittstaatsangeh\u00f6rige und Staatenlosen k\u00f6nnen aufgrund der unklaren Rechtslage und des<br \/>\ndamit einhergehenden restriktiven Verwaltungshandelns in Deutschland kaum Perspektiven<br \/>\nim Hinblick auf Arbeit, Wohnung, Erwerb von Deutschkenntnissen, Ausbildung und Studium<br \/>\nentwickeln. Sie haben kaum M\u00f6glichkeiten, hier anzukommen, sich zu orientieren, die<br \/>\nErlebnisse des Krieges und der Flucht zu \u00fcberwinden und sich gesellschaftlich zu beteiligen &#8211;<br \/>\nund dies, obwohl sie genauso von Krieg und Flucht betroffen und wom\u00f6glich sogar<br \/>\ntraumatisiert sind, wie ukrainische Staatsangeh\u00f6rige, so Nora Brezger vom Fl\u00fcchtlingsrat<br \/>\nBerlin.<br \/>\nWiebke Judith, Leiterin des Teams Recht &amp; Advocacy bei PRO ASYL, kritisiert: \u201eAlle<br \/>\nMenschen, die aus der Ukraine vor Krieg und Gewalt fliehen mussten, haben ihren<br \/>\nLebensmittelpunkt verloren, aber nicht alle werden in Deutschland gleich behandelt.<br \/>\nDrittstaatsangeh\u00f6rige und Staatenlose werden trotz vorl\u00e4ufig legalem Aufenthalt von<br \/>\nAusl\u00e4nderbeh\u00f6rden zum Teil unter Druck gesetzt auszureisen. Antr\u00e4ge auf den<br \/>\nvor\u00fcbergehenden Schutz werden oft nicht einmal angenommen. Das zeigt: f\u00fcr alle aus der<br \/>\nUkraine gefl\u00fcchtete Menschen braucht es richtige Sicherheit und Perspektive durch einen<br \/>\nAufenthaltstitel.\u201c<br \/>\nWir fordern von Bundesinnenministerin Nancy Faeser eine bundeweite Regelung f\u00fcr<br \/>\nein zweij\u00e4hriges Aufenthaltsrecht f\u00fcr alle aus der Ukraine Gefl\u00fcchteten, um f\u00fcr alle<br \/>\nMenschen, die vor dem Angriffskrieg Russlands fliehen mussten, tats\u00e4chlichen Schutz<br \/>\nund Perspektiven zu schaffen.<br \/>\nAu\u00dferdem fordern wir die L\u00e4nder auf, schon jetzt alle rechtlichen Spielr\u00e4ume zu nutzen<br \/>\nund auch den aus der Ukraine Gefl\u00fcchteten ohne ukrainische Staatsangeh\u00f6rigkeit ein<br \/>\nAufenthaltsrecht zu gew\u00e4hren.<br \/>\nPressekontakte:<br \/>\nPRO ASYL, 069\/24 23 14 30, presse@proasyl.de<br \/>\nFl\u00fcchtlingsrat Berlin, 030\/22 47 63 11, 017677209320 (Mobil), brezger@fluechtlingsratberlin.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unterzeichnende:<br \/>\nAdopt a Revolution<br \/>\nAmnesty International Bad Kreuznach<br \/>\nAusl\u00e4nderarbeit der Ev. Galil\u00e4a-Samariter-Kirchengemeinde<br \/>\nAWO Kreisverband Berlin-Mitte e.V.<br \/>\nBBZ &#8211; Beratungs- und Betreuungszentrum f\u00fcr junge Gefl\u00fcchtete und Migrant*innen<br \/>\nBellevue di Monaco eG<br \/>\nBIPoC Ukraine<br \/>\nBZSL e.V.<br \/>\nDiaspora Solidarity Group<br \/>\nEach One Teach One (EOTO) e.V.<br \/>\nGemeinschaftsunterkunft \u201eHaus Leo\u201c \u2013 Verein f\u00fcr Berliner Stadtmission<br \/>\nHinterland Magazin<br \/>\nInitiativausschuss f\u00fcr Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz<br \/>\nInitiative Schwarzer Menschen in Deutschland: ISD<br \/>\nJoG &#8211; Jugendliche ohne Grenzen<br \/>\nKommMit e.V.<br \/>\nKuB &#8211; Kontakt- und beratungsstelle f\u00fcr Fl\u00fcchtlingse und Migrant_innen e.V.<br \/>\nLandesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.<br \/>\nLIGA &#8211; Leininger Initiative Gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit<br \/>\nMedinetz Mainz e.V.<br \/>\nMeG betreutes Wohnen gGmbH<br \/>\nMigrationsrat Berlin<br \/>\nMultikulturelles Zentrum Trier e.V.<br \/>\nM\u00fcnchner Fl\u00fcchtlingsrat e.V.<br \/>\nNetzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern-NRDB<br \/>\nPxP Embassy<br \/>\nrage against abschiebung<br \/>\nSeebr\u00fccke Potsdam<br \/>\nSyriaNotSafe<br \/>\nWe\u2019ll Come United Berlin-Brandenburg<br \/>\nXenion &#8211; Psychosoziale Hilfen f\u00fcr politisch Verfolgte e.V.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der Innenminister:innenkonferenz vom 1.-3. 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