{"id":1850,"date":"2022-04-12T10:35:22","date_gmt":"2022-04-12T10:35:22","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1850"},"modified":"2022-04-12T10:35:22","modified_gmt":"2022-04-12T10:35:22","slug":"integration-in-deutschland-der-iranische-leistungsdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/integration-in-deutschland-der-iranische-leistungsdruck\/","title":{"rendered":"Integration in Deutschland \u2013 Der iranische Leistungsdruck"},"content":{"rendered":"<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Guter Bildungsstand, erfolgreiche Karrieren: Eingewanderte aus dem Iran gelten in Deutschland als \u201ebesonders gut integriert\u201c. Aber was genau hei\u00dft das eigentlich?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Frankfurt \u2013 Am Morgen ruft ein Iraner an. Er ist der erste an diesem Wintertag und nicht der letzte. Der junge Mann ist gerade erst von der belarussischen Grenze \u00fcber Polen nach Brandenburg geflohen. Weder wei\u00df er, wo er einen Anwalt findet, noch wie und wo er sein neues Leben beginnen kann. Deshalb ruft er Hamid Nowzari an, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Iranischer Gefl\u00fcchteter. In dessen B\u00fcro in Berlin-Neuk\u00f6lln stapeln sich B\u00fccher und Papiere \u2013 und immer wieder klingelt das Telefon. Seit 1991 ber\u00e4t Nowzari mit seinem Team Iraner:innen und Afghan:innen, die neu nach Deutschland kommen. Es sind viele.<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_1_idx_7\" class=\"Content_1\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u201eKein Krankenhaus und kein gro\u00dfes Architekturb\u00fcro in Deutschland mehr ohne Iraner\u201c, spitzt Nowzari scherzhaft zu, wie er die Integration von Iraner:innen einordnet. So in etwa lautet auch die weit verbreitete und zuweilen von Politikern geteilte Einsch\u00e4tzung von Iraner:innen in Deutschland: Sie haben fast keine sozialen Probleme und sind entweder Arzt oder Ingenieurin. Sie gelten als gebildet, erfolgreich und s\u00e4kular. In Deutschland leben laut Angaben des Statistischen Bundesamts weit \u00fcber 180 000 Iraner:innen. Dabei fallen Personen aus der zweiten Generation von amtlicher Seite bereits aus der Z\u00e4hlung.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Gibt es etwas per se iranisches, dass die Integration dieser Menschen erleichtert oder ist der Ruf eine \u00dcbertreibung? Welche Gemeinschaft wird der Iraner vorfinden, der gerade in Brandenburg angekommen ist?<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_2_idx_10\" class=\"Content_2\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00fcr Nowzari, angegrauter Schnurrbart und flinke Bewegungen, gibt es eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das, was viele dieser Menschen verbindet: \u201eEs war bisher die gebildete Ober- und Mittelschicht, die nach Deutschland kam\u201c, sagt er. 1979 kam es zu einem gro\u00dfen Umbruch in <a class=\"id-import-Link\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/iran-naher-osten-usa-konflikt-atomabkommen-atombombe-persien-oel-krieg-land-90191260.html\">Iran<\/a>. Eine landesweite Revolution beendet die Monarchie. Schlie\u00dflich \u00fcbernehmen konservative Geistliche unter F\u00fchrung von Ruhollah Chomeini die Macht und setzen eine autorit\u00e4re schiitische Theokratie durch, die bis heute besteht. Ehemalige Verb\u00fcndete werden zu Staatsfeinden erkl\u00e4rt, viele Menschen fliehen aus ihrer Heimat. 1980 beginnt ein acht Jahre andauernder Krieg zwischen Iran und Irak, der \u00fcber eine Million Menschen das Leben kostet und viele zur Flucht zwingt. Eine weitere Welle politisch ersch\u00fctterter Menschen geht Mitte der 90er Jahre, als vielversprechende Reformvorhaben brutal verhindert werden und es zu den sogenannten Kettenmorden an oppositionellen Intellektuellen kommt. Ende 2010 folgt dann ein Braindrain junger Menschen aus bildungsnahen Schichten, nachdem die landesweiten Proteste von 2009 im Iran blutig niedergeschlagen wurden. Bis heute ist die politische Situation die h\u00e4ufigste Fluchtursache f\u00fcr Menschen aus dem Iran.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Integration kann vieles meinen, manche sprechen von vollst\u00e4ndiger Anpassung, andere von der Aneignung bestimmter Einstellungen und Fertigkeiten wie der Sprache. Bei Iraner:innen wird oft der Bildungshintergrund als Anzeichen f\u00fcr eine gelungene Integration in die Mehrheitsgesellschaft aufgef\u00fchrt. <a class=\"id-import-Link\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/omid-nouripour-gruene-fuer-den-frieden-fuer-die-eintracht-90981438.html\">Zu den Beispielen der integrierten Iraner:innen geh\u00f6rt der Politiker Omid Nouripour<\/a>, neuer Co-Parteichef der Partei B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen. Er wurde 1975 in Irans Hauptstadt Teheran geboren und fl\u00fcchtete im Alter von dreizehn Jahren mit seiner Familie nach Frankfurt am Main. 1996 wird er Mitglied bei den <a class=\"id-import-Link\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/die-gruene-buendnis90-politik-bundestagswahl-2021-superwahljahr-anforderungen-wirklichkeit-gewachsen-corona-90357466.html\">Gr\u00fcnen<\/a>, studiert unter anderem Philologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft und wird 2006 erstmals Bundestagsabgeordneter.<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_3_idx_14\" class=\"Content_3\"><\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"id-StoryElement-crosshead\">Das gesellschaftliche Ansehen spielt eine gro\u00dfe Rolle<\/h2>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Ein Jahr sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht Nouripour ein Buch \u00fcber Integration in Deutschland. Darin beschreibt er Integration als einen wechselseitigen Prozess und pl\u00e4diert f\u00fcr bessere Jobm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Eingewanderte. Sein Blick gilt dabei nicht nur dem, was Migrant:innen f\u00fcr ihre Integration tun sollen, sondern auch dem, was die deutsche Gesellschaft leisten muss. \u00dcber das Bild der erfolgreich integrierten Iraner:innen sagt er im Gespr\u00e4ch: \u201eDie These stimmt so nicht mehr.\u201c Sie gehe auf Kosten anderet migrierter Personen. Au\u00dferdem sei Bildungsaffinit\u00e4t keine iranische Angelegenheit, sie sei keine Frage von Nationalit\u00e4t, sondern von Demografie. \u201eEs gibt auch eine Reihe von Personen aus Iran mit erheblichen Integrationsproblemen. Das wird durch so eine These einfach weggewischt.\u201c<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-embed--newsletter\">\n<div class=\"id-StoryElement-embed-inner--newsletter\">\n<div><a href=\"https:\/\/audyem.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\" name=\"fm-button-info\"><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<section class=\"id-StoryElement-factBox id-StoryElement-factBox--CENTER\">\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>DER \u201eMODEL-MINORITY MYTH\u201c <\/strong><\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\"><strong>Der \u201eModel-Minority-Myth\u201c <\/strong>\u2013 auf deutsch etwa mit \u201eVorzeige-Minderheiten-Mythos\u201c zu \u00fcbersetzen, ist eine gesellschaftlich weit verbreitete Einwanderungs- erz\u00e4hlung. Der Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Diskurs, wird aber vermehrt auch in anderen L\u00e4ndern angewendet.<\/p>\n<p><strong>Anders als viele andere Erz\u00e4hlungen <\/strong>, verwendet der Mythos \u201epositiv\u201c gemeinte Stereotype, um bestimmte Personengruppen als besonders gut integriert darzustellen.<\/p>\n<p><strong>Was auf den ersten Blick <\/strong>nicht unbedingt problematisch scheinen mag, ist bei n\u00e4herem Hinsehen eine problematische Denkweise, da dabei diverse Menschengruppen auf klassistische \u2013 meist auf Produktivit\u00e4t und wirtschaftliche Leistungsf\u00e4hgikeit bezogene \u2013 Merkmale reduziert werden.<\/p>\n<p><strong>Auch wird der Mythos genutzt <\/strong>, um verschiedene Migrant:innengruppen gegeneinander auszuspielen \u2013 als best\u00fcnde nur ein begrenzter Raum f\u00fcr die Akzeptanz im Einwanderungsland. FR<\/p>\n<\/section>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Dass die Situation sich ver\u00e4ndert, sehen Nowzari und auch der Iranexperte S\u00f6ren Faika. Er gr\u00fcndete und leitet seit 2009 die Deutsch-Iranische Beratung in Hamburg. \u201eDer Ruf, der Iranern und Iranerinnen vorauseilt, ist veraltet. Sie m\u00fcssen inzwischen viel mehr um Ansehen und Bedeutung k\u00e4mpfen\u201c, sagt Faika. \u201eDieser Erfolgsdruck, der damit einhergeht, ist gigantisch. Ich habe Menschen daran zerbrechen sehen.\u201c Bei Erfolgsdruck geht es gewonnenes Ansehen.<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_4_idx_21\" class=\"Content_4\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Soziologin Sahar Biglu hat untersucht, weshalb Iraner:innen in der zweiten Generation als erfolgreich gelten. \u201eIntegration ist nur ein Teil des Erfolgs\u201c, sagt sie. Erfolg hie\u00dfe unter Iraner:innen oft, einen hohen Bildungsabschluss zu erlangen. \u201eBildung bedeutet Arbeit, Prestige und Luxus\u201c, sagt Biglu. Wer sich f\u00fcr Berufe wie Arzt, Anwalt oder Ingenieur qualifiziere, genie\u00dfe Ansehen, verdiene Geld. \u201eDie gesellschaftliche Geltung ist mit am wichtigsten unter Iranern\u201c, sagt Biglu. Diese Einstellung passe zur Leistungsmentalit\u00e4t in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Druck macht sich \u00fcber alle Generationen hinweg bemerkbar, wei\u00df Hamid (Name ge\u00e4ndert, Anm. d. R.) aus eigener Erfahrung. Er musste dem Wunsch seiner Eltern widerstehen, die wollten, dass er Medizin studiert Bei der Generation seiner Eltern r\u00fchrt der Druck auch daher, dass es schwierig war, die in der Heimat erworbenen Bildungsabschl\u00fcsse in Deutschland anerkennen zu lassen. Daher stammen die Geschichten von iranischen Taxifahrern mit Doktortiteln oder der Juristin als Copy-Shop-Besitzerin. Hamid lebt in K\u00f6ln und ist in der Ausbildung zum Therapeuten. \u201eIch wei\u00df nicht, ob es objektiv stimmt, dass Iraner besser integriert sind\u201c, sagt der 25-J\u00e4hrige. Auff\u00e4llig ist f\u00fcr ihn, welch hohen Stellenwert Sozialprestige im Iran wie auch unter Iraner:innen in Deutschland hat. Der Wunsch, angesehene Berufe zu ergreifen, um materiellen Wohlstand zu erlangen, sei weit verbreitet.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Erfolgsdruck wirkt sich auch auf der Verh\u00e4ltnis von Iraner:innen untereinander aus. Shoan Vaisi ist im Landesvorstand der Partei Die Linke NRW, er ist Sozialarbeiter und ehemaliger Ringer. Der gute Ruf, der Iraner:innen vorauseilt, verst\u00e4rke ausgrenzende Tendenzen unter Migrant:innen unterschiedlicher Herkunft. \u201eEinige iranische Gefl\u00fcchtete wollen sich von anderen abheben\u201c, sagt Vaisi. Iran ist ein Vielv\u00f6lkerstaat und Perser sind nur eine Ethnie unter vielen. Vaisi, selbst iranischer Kurde, sagt, viele Perser f\u00fcrchteten als Araber:innen wahrgenommen zu werden. Einmal, weil sie es ethnisch nicht sind, aber auch weil teilweise anti-arabische Ressentiments aus Iran mitimportiert werden. Au\u00dferdem bezeichnen sich manche persischen Iraner selbst als \u201earisches Volk\u201c und leiten aus dieser Haltung eine ideologische Beziehung zum deutschen \u201eBrudervolk\u201c ab.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Hierarchiekonflikte unter Migrant:innen werden an anderen Stellen ebenfalls sichtbar. Die meisten Exiliranerinnen tragen kein Kopftuch. Was es hei\u00dft, dies doch zu tun, hat die 34-j\u00e4jirge Paria Mahrokh erlebt. Ihre Eltern kamen aus dem Iran nach Deutschland, Mahrokh wuchs in Bonn auf. Sie tritt seit 2019 als Fechterin f\u00fcr den Iran an und wenn sie mit dem iranischen Team unterwegs ist, muss sie sich an dessen Regeln anpassen. Das bedeutet: beim Wettkampf Kopftuch tragen. \u201eEs ist so krass, wie abwertend manche einen behandeln, wenn man pl\u00f6tzlich ein Kopftuch tr\u00e4gt \u2013 es ist wirklich grenzwertig\u201c, erz\u00e4hlt sie. Exiliraner:innen sind oft s\u00e4kular und sogar islamkritisch eingestellt. Das hat damit zu tun, wie die Religion im Iran politisiert und ausgenutzt wurde und das Land ver\u00e4ndert hat. Die antiarabischen und islamkritischen Haltungen in ihren extremen Version sind f\u00fcr Vaisi eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung, f\u00fcr iranisch-st\u00e4mmige Politiker bei einer rechtspopulistischen Partei wie der <a class=\"id-import-Link\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/bundestagswahl-2021-afd-rechtsaussenpartei-extreme-rechte-fluegel-weidel-meuthen-chrupalla-hoecke-90822120.html\">AfD<\/a>. Diese wollen sich dazu allerdings nicht \u00e4u\u00dfern: Eine Anfrage an einen Wahlkreiskandidaten blieb unbeantwortet.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Noch etwas tr\u00e4gt dazu bei, dass sich der Ruf von den besser integrierten Iraner:innen trotz Ver\u00e4nderungen hartn\u00e4ckig h\u00e4lt. \u201eIraner:innen gelten als wei\u00dfer im Vergleich zu anderen Migrant:innen\u201c, sagt Sanaz Azimipour. Sie ist Mathematikerin, Mitgr\u00fcnderin von MigLoom e.V. und Petitionsstarterin von \u201enicht ohne uns 14 Prozent\u201c, einer Kampagne, die das Wahlrecht f\u00fcr alle in Deutschland lebenden Menschen fordert. Durch die Wahrnehmung von den \u201ewei\u00dferen\u201c Iraner:innen entst\u00fcnden rassistische Narrative von \u201ebesseren Migrant:innen\u201c. Azimipour str\u00e4ubt sich dagegen und auch gegen den Begriff der Integration, \u201eda bekomme ich G\u00e4nsehaut von\u201c, weil dieser Produktivit\u00e4tsdruck provoziere und zu einer Voraussetzung f\u00fcr Rechte werde. \u201eNiemand soll sich seine Rechte verdienen m\u00fcssen\u201c, sagt sie. Azimipour bevorzugt den Ausdruck Partizipationsprozess.<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_6_idx_29\" class=\"Content_6\"><\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"id-StoryElement-crosshead\">Es gibt keinen Dachverband f\u00fcr die iranische Diaspora<\/h2>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die iranische Diaspora mit weltweit sch\u00e4tzungsweise f\u00fcnf Millionen Menschen erinnert an ein in tausende Einzelteile zersprungenes buntes Glas. Allein in Deutschland gibt es mehr als 170 iranische Vereine. Im Gegensatz zu beispielsweise dem t\u00fcrkischen Dachverband, scheitert eine gemeinschaftliche Organisation. Es gebe bis heute keine einheitliche Opposition im Exil, sagt Iranexperte S\u00f6ren Faika: \u201eDie Diaspora ist politisch noch fragmentierter als die Gesellschaft in Iran\u201c. Oft misstrauten sich Iraner:innen untereinander. Vor allem im Exil mache sich das bemerkbar, weil nicht immer klar sei, wer warum gegangen ist, welche Weltanschauung die Menschen haben und ob es nicht doch Spitzel unter den Exilant:innen gebe. Viele w\u00fcrden im Laufe der Zeit zu zynischen Beobachtern dessen, was im Iran passiert, schreibt der Autor Nicholas Kazvini-Gore in einer Studie.\u00a0.<\/p>\n<div class=\"id-StoryElement-beepWrap\">\n<div id=\"trf_ad_desktop_news_fixed_after_count_3_91471752_content_7_idx_33\" class=\"Content_7\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die iranische Diaspora lebt von ihrer Vielfalt und leidet an ihren Differenzen. Das anzuerkennen, ist genauso wichtig wie mit der Exotisierung Irans zu brechen. Shahin (Name ge\u00e4ndert, Anm. d. R.), iranischer Exiljournalist, erz\u00e4hlt von den \u201efurchtbaren Fragen\u201c, die ihm Deutsche gestellt h\u00e4tten. \u201eHabt ihr auch Superm\u00e4rkte und Z\u00fcge in Iran? Was denken die Leute denn, was Iran f\u00fcr ein Land ist!\u201c Er sagt: \u201eAls Iraner ist man nicht \u00fcberrascht \u00fcber das Leben in Deutschland, weil vieles \u00e4hnlich ist.\u201c In beiden L\u00e4ndern gebe es Bildungsstreben, Leistungsdruck und demografische Unterschiede. Durch eine genauere Betrachtungsweise und den Zuzug verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen aus Iran, stellt sich die Erz\u00e4hlung von den musterg\u00fcltig integrierten Iraner:innen als das heraus, was sie vielleicht immer war: eine Ungenauigkeit. Auch der Iraner in Brandenburg wird nicht die eine Gemeinschaft kennen lernen, sondern viele verschiedene Gruppen. So, wie er es aus seiner alten Heimat kennt. (Lisa Neal)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/integration-iran-deutschland-einwanderung-bildung-karriere-91471752.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: Frankfurter Rundschau<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guter Bildungsstand, erfolgreiche Karrieren: Eingewanderte aus dem Iran gelten in Deutschland als \u201ebesonders gut integriert\u201c. Aber was genau hei\u00dft das eigentlich? Frankfurt \u2013 Am Morgen ruft ein Iraner an. Er ist der erste an diesem Wintertag und nicht der letzte. Der junge Mann ist gerade erst von der belarussischen Grenze \u00fcber Polen nach Brandenburg geflohen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":771,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1850","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Coming-To-Germany.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1850"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1851,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1850\/revisions\/1851"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}