{"id":178,"date":"2014-04-17T05:37:50","date_gmt":"2014-04-17T05:37:50","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=178"},"modified":"2014-06-21T05:48:36","modified_gmt":"2014-06-21T05:48:36","slug":"hundert-euro-fuer-die-schwimmweste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/hundert-euro-fuer-die-schwimmweste\/","title":{"rendered":"Hundert Euro f\u00fcr die Schwimmweste"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Zehntausende Fl\u00fcchtlinge warten an der libyschen K\u00fcste auf ihr Boot nach Europa. Der Menschenhandel ist lukrativ, die \u00dcberfahrt gef\u00e4hrlich.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-179\" src=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tripoli.jpg\" alt=\"Tripoli\" width=\"600\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tripoli.jpg 600w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tripoli-300x178.jpg 300w, https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tripoli-92x55.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">TRIPOLIS taz | Im Luxusressort Palm City, einer am Meer gelegenen Wohnanlage am Stadtrand von Tripolis, residiert die Europ\u00e4ische Union \u2013 wie fast alle internationalen Organisationen. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden. Seit Mai 2013 versucht die EU mit der Grenzmission Eubam Libyen beim Aufbau von Grenztruppen und beim \u201eGrenzmanagement\u201c zu helfen. Fachleute sollen die Umwandlung von Milizen in Zollbeamte begleiten und die K\u00fcstenwacht trainieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Bei klarer Nacht k\u00f6nnen die Beamten nun immerhin die nur wenige Kilometer entfernt ablegenden Seelenverk\u00e4ufer mit blo\u00dfem Auge sehen, die sich seit dem Fr\u00fchjahr wieder auf den Weg nach Lampedusa und Malta machen. In den letzten zwei Wochen strandeten mehr als 4.000 Arbeitsuchende und Fl\u00fcchtlinge auf Lampedusa oder wurden von der italienischen Marine gerettet. Auf Malta landeten in den letzten zwei Jahren 14.000 Afrikaner und Syrer. Fast alle Boote starten von der libyschen K\u00fcste.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">F\u00fcr die libyschen Milizen ist der Migrantenstrom durch die Sahara mittlerweile zu einem lukrativen Gesch\u00e4ft geworden. Die Konvois der Menschenschmuggler starten von Agadez in Niger aus, meist Montags um 10 Uhr.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Ziel sind die Kleinst\u00e4dte Murzuk, Gatrun oder Ghat in S\u00fcdlibyen. Ebenso wie die Abfahrtszeiten sind die Preise festgelegt, rund 300 Euro kostet die Reise durch die trockenste Klimazone der Welt an den Stadtrand von Gatrun. Auf den zahlreichen Baustellen verdienen die Migranten zwischen 10 und 20 Euro pro Tag, um die Weiterfahrt an die libysche K\u00fcste bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Freikauf bei Baustellenschufterei<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Trotz des Chaos boomt in Libyen die Privatwirtschaft. Arbeitsuchende aus dem benachbarten Tschad und Niger bleiben meist ein oder zwei Jahre in S\u00fcdlibyen, um sich in ihrer Heimat sp\u00e4ter eine Existenz aufzubauen. Weniger gern gesehen ist in Libyen die weitaus gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Fl\u00fcchtlingen aus dem s\u00fcdlicheren Afrika, aus Ghana, Nigeria oder Eritrea. Sie m\u00fcssen auf ihrem Weg nach Tripolis oder Zuwara an den zahlreichen Kontrollpunkten Handgeld zahlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Jonathan aus Lagos wurde zusammen mit 10 anderen Nigerianern unter der Plane eines Gem\u00fcselasters von Gatrun nach Tripolis gebracht. Die Schmuggler m\u00fcssen weder Polizei noch Armee f\u00fcrchten, jedoch die Ablehnung der Mitb\u00fcrger. Viele berichten \u00fcber Rassismus und Gewalt in den Fl\u00fcchtlingslagern. \u201eWir wurden auf dem Weg nach Norden immer wider verhaftet und zahlten Strafe, nur um dem n\u00e4chsten Schmuggler \u00fcbergeben zu werden. Wer nichts hat, bleibt hinter Gittern. Einige durften tags\u00fcber auf Baustellen arbeiten, um sich freikaufen zu k\u00f6nnen\u201c, berichtet Jonathan.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Rund 600 Euro kostet die \u00dcberfahrt von Tripolis nach Italien. Wer eine Schwimmweste und einen Platz im hochseetauglichen Boot m\u00f6chte, zahlt 100 Euro mehr. Immer wieder ist den Bootsbesitzern die \u00dcberfahrt aber zu riskant und sie setzen ihre \u201eWare\u201c an einem anderen K\u00fcstenabschnitt oder auf Djerba ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Source: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlinge-auf-dem-Weg-nach-Europa\/!136934\/\" target=\"_blank\">taz.de<\/a><\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TRIPOLIS taz | Im Luxusressort Palm City, einer am Meer gelegenen Wohnanlage am Stadtrand &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":179,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-178","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tripoli.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=178"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":182,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178\/revisions\/182"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}