{"id":1762,"date":"2021-04-08T17:56:50","date_gmt":"2021-04-08T17:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1762"},"modified":"2021-04-08T17:56:50","modified_gmt":"2021-04-08T17:56:50","slug":"abschiebeflug-nach-afghanistan-blockaden-am-ber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/abschiebeflug-nach-afghanistan-blockaden-am-ber\/","title":{"rendered":"Abschiebeflug nach Afghanistan: Blockaden am BER"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Wieder werden Menschen per Sammelabschiebung nach Afghanistan geflogen. Hunderte stellen sich dem am Berliner Flughafen entgegen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">BERLIN\/SCH\u00d6NEFELD <em>taz<\/em> | In Sichtweite der Menschenmenge am alten Flughafen Sch\u00f6nefeld, der inzwischen unter dem Namen BER Terminal 5 firmiert, werden Menschen nach und nach eine Treppe hoch zu einem Flugzeug gef\u00fchrt. Sie sind nur schemenhaft zu erkennen, aber alle hier wissen: Sie sind Zeugen einer <a href=\"https:\/\/taz.de\/Drohende-Abschiebung\/!5764144\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abschiebung<\/a>.<\/p>\n<p class=\"article even\">Umso lauter rufen sie \u00fcber die Kette der behelmten Po\u00adli\u00adzis\u00adt*in\u00adnen vor sich hinweg: \u201eSch\u00e4mt Euch, sch\u00e4mt Euch\u201c-Sprechch\u00f6re wechseln sich mit jenen ab, die da postulieren: \u201eRefugees are welcome here\u201c. Gegen 21.30 Uhr wird die Treppe weggefahren, das Flugzeug setzt sich gem\u00e4chlich in Bewegung. Eine Stunde sp\u00e4ter ist es in der Luft auf dem Weg nach Kabul.<\/p>\n<p class=\"article odd\">F\u00fcr die Geg\u00adne\u00adr*in\u00adnen dieser <a href=\"https:\/\/taz.de\/Abschiebung-nach-Afghanistan\/!5764373\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">von Brandenburg organisierten Sammelabschiebung von insgesamt 20 Personen nach Afghanistan<\/a> ist es ein frustrierendes Ende ihrer stundenlangen Bem\u00fchungen. Insgesamt etwa 500 Menschen demonstrierten am Mittwochabend gegen diese Abschiebung, etwa ein Drittel von ihnen versuchte sie durch Blockaden zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"article even\">Auf einer Kundgebung am Flughafen prangern Red\u00adne\u00adr*in\u00adnen verschiedener Organisationen den ganzen Abend \u00fcber die Abschiebung in das Kriegsland an. \u201eAbschiebungen nach Afghanistan bedeuten Abschiebungen in Krieg, Elend und Lebensgefahr\u201c, sagt eine Rednerin des Fl\u00fcchtlingsrates Berlin-Brandenburg. Daran \u00e4ndere auch nichts, dass in dem Flugzeug sp\u00e4ter nur vermeintliche Straft\u00e4ter sitzen werden. \u201eEine doppelte Bestrafung durch Abschiebung darf es nicht geben.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">Kritisiert wird Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD), der entgegen dem Koalitionsvertrag der rot-rot-gr\u00fcnen Koalition der Abschiebung von zwei sogenannten Intensivstraft\u00e4tern zugestimmt hatte. Einer davon kam laut Fl\u00fcchtlingsrat 2013 als unbegleiteter Minderj\u00e4hriger nach Deutschland und litt \u201eunter einer schweren posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung und psychischen Problemen auf Grund von massiven Gewalterfahrungen\u201c auf der Flucht. Afghanistan habe er im Alter von drei Jahren verlassen. Geisel verf\u00fcgte dennoch, den Mann mit der insgesamt 38. Sammelabschiebung au\u00dfer Landes zu schaffen.<\/p>\n<h6>Klandestine Blockadeversuche<\/h6>\n<p class=\"article even\">Einer nicht-\u00f6ffentlichen Mobilisierung zu zwei Sammelpunkten waren um 18:30 Uhr jeweils 60 bis 70 Personen gefolgt. Ihr Ziel: Das Abschiebegef\u00e4ngnis am Rande des BER. Als die zweite Gruppe eintraf, hatten die Ak\u00adti\u00advis\u00adt*in\u00adnen vom ersten Punkt bereits alle Zug\u00e4nge zu dem vierst\u00f6ckigen Geb\u00e4ude des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge und den eingez\u00e4unten Containerbauten daneben blockiert. Mit Fahrradschl\u00f6ssern hatten sie Tore zugesperrt, daneben Transparente aufgeh\u00e4ngt. Po\u00adli\u00adzis\u00adt*in\u00adnen positionierten sich, um ein Vordringen Richtung Rollfeld zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Doch ob die Gefl\u00fcchteten tats\u00e4chlich hier auf ihre Abschiebung warteten, lie\u00df sich nicht mit Gewissheit kl\u00e4ren. Schon nach einer halben Stunde machte sich die H\u00e4lfte der Ak\u00adti\u00advis\u00adt*in\u00adnen wieder auf den Weg und blockierte kurz darauf die Bundesstra\u00dfe, um eine Anfahrt weiterer Fl\u00fcchtlinge zu stoppen. Die Polizei blieb auch hier entspannt und k\u00fcmmerte sich vor allem darum, den Verkehr schon vorher umzuleiten.<\/p>\n<p class=\"article last even\">Als dann die Blockade der Geb\u00e4ude aufgel\u00f6st war, setzte sich die Menschenmenge auf der Stra\u00dfe in Bewegung. Als laute Spontandemonstration zog sie herunter bis zur Kundgebung und wurde dort klatschend empfangen. Wenig sp\u00e4ter blieb den Verbliebenen nur noch der Blick auf das Flugzeug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Abschiebeflug-nach-Afghanistan\/!5764457\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder werden Menschen per Sammelabschiebung nach Afghanistan geflogen. 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