{"id":1652,"date":"2020-05-12T13:44:08","date_gmt":"2020-05-12T13:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1652"},"modified":"2020-05-12T13:44:08","modified_gmt":"2020-05-12T13:44:08","slug":"corona-in-asylunterkuenften-hotels-mit-abstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/corona-in-asylunterkuenften-hotels-mit-abstand\/","title":{"rendered":"Corona in Asylunterk\u00fcnften: Hotels mit Abstand"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">In Fl\u00fcchtlingsheimen ist es schwierig, die soziale Distanz einzuhalten. Sozialsenatorin Elke Breitenbach pr\u00fcft nun, ob sich Hotels als L\u00f6sung eignen.<\/span><\/p>\n<p class=\"article first odd\"><em>taz<\/em> | BERLIN Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will die Belegungsdichte in Wohnheimen f\u00fcr Asylsuchende und Wohnungslose w\u00e4hrend der Coronakrise deutlich senken. \u201eWir wissen, dass wir ein Problem haben, und deshalb suchen wir nach L\u00f6sungen\u201c, sagt sie der taz. \u201eWir pr\u00fcfen, unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten wir diese Menschen in Hotels unterbringen k\u00f6nnen.\u201c Gegenw\u00e4rtig verschaffe ihre Verwaltung sich einen \u00dcberblick, was das kosten w\u00fcrde, sagt die Politikerin.<\/p>\n<p class=\"article even\"><a href=\"https:\/\/taz.de\/Schutz-vor-Corona-fuer-Gefluechtete\/!5673786&amp;amp;s=sachsen+asyl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In Fl\u00fcchtlingswohnheimen steht BewohnerInnen ein Wohnraum von 6 Quadratmetern zu<\/a>. Das hei\u00dft, dass sich oft zwei Menschen, die nicht miteinander verwandt sind, ein 12 Quadratmeter gro\u00dfes Zimmer teilen m\u00fcssen. Einen Mindestabstand zueinander kann man so nicht einhalten. Das klappt auch nicht auf den schmalen G\u00e4ngen, in den K\u00fcchen und in den gemeinschaftlichen Sanit\u00e4reinrichtungen, die sich bis zu 50 Menschen teilen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">In Obdachlosenunterk\u00fcnften, in die die Bezirke Menschen einweisen, die keine Wohnung finden, sind die Platzverh\u00e4ltnisse \u00e4hnlich. Hier wohnen oft anerkannte Asylberechtigte, aber auch wohnungslos gewordene deutsche Menschen oder EU-B\u00fcrgerInnen. Etwas g\u00fcnstiger ist es in Containerwohnheimen, wo \u201enur\u201c vier Personen gemeinsame K\u00fcchen und ein Bad nutzen, sowie in Wohnheimen, die fr\u00fcher einmal Hotels waren, wo jedes Zimmer \u00fcber eigene Sanit\u00e4reinrichtungen und manchmal \u00fcber eine eigene Kochnische verf\u00fcgt.<\/p>\n<p class=\"article even\">Das beengte Wohnen macht es dem Coronavirus leicht, sich in diesen Wohnheimen auszubreiten. Nach Angaben von Elke Breitenbach leben aktuell 24 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen in 13 verschiedenen Asylunterk\u00fcnften. Hinzu kommen 11 positiv getestete Menschen in einem als Quarant\u00e4neunterkunft ausgewiesenen Heim in Pankow, das seit Mitte April in Betrieb ist. Weitere 111 Personen stehen als Kontaktpersonen in mehreren Asylheimen unter Quarant\u00e4ne, die sich aber wegen der r\u00e4umlichen N\u00e4he zu den Nachbarn sehr schwer durchsetzen l\u00e4sst. F\u00fcr die Obdachlosenheime fehlt eine Statistik. Aktuell steht keine Unterkunft vollst\u00e4ndig unter Quarant\u00e4ne.<\/p>\n<h6>Politische Debatte um Pandemie fehlt<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Das Thema ist weit \u00fcber den Kreis der BewohnerInnen hinaus bedeutsam f\u00fcr Berlin, denn nicht wenige der 20.000 in Asylunterk\u00fcnften Lebenden sowie der wahrscheinlich ebenso gro\u00dfen Zahl in bezirklichen Obdachlosenheimen arbeitet in systemrelevanten Berufen:Sie sind in der Altenpflege t\u00e4tig, putzen in Krankenh\u00e4usern oder fahren Busse durch Berlin.<\/p>\n<p class=\"article even\">Berlin hat verschiedene Ma\u00dfnahmen umgesetzt, um die Ausbreitung des Coronavirus in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften einzud\u00e4mmen. So werden seit M\u00e4rz neu ankommende Asylsuchende auf Corona untersucht. Gro\u00dfe Speises\u00e4le werden nicht mehr genutzt, vielmehr sollen BewohnerInnen auf ihren Zimmern essen. Die Unterk\u00fcnfte werden nach Angaben von Breitenbach h\u00e4ufiger gereinigt und die Toiletten mit Seife, Reinigungsmitteln und Papierhandt\u00fcchern ausgestattet. Vor Corona war jeder Bewohner selbst f\u00fcr den Kauf von Seife und Handtuch verantwortlich, bewahrte das im Zimmer auf und musste es zur Toilette mitnehmen \u2013 oder auch nicht.<\/p>\n<p class=\"article odd\">https:\/\/taz.de\/Schutz-vor-Corona-fuer-Gefluechtete\/!5673786&amp;s=sachsen+asyl\/Elke Breitenbach ist klar, dass sie die Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen und Obdachlosen in Hotels nicht aus ihrem eigenen Haushalt bezahlen kann. Die Finanzierung m\u00fcsste Teil eines Nachtragshaushalts sein. Es bedarf einer politischen Debatte \u00fcber den Schutz <a href=\"https:\/\/taz.de\/Angst-und-Unsicherheit-trotz-Kirchenasyl\/!5678090&amp;amp;s=corona+asyl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">w\u00e4hrend einer Pandemie f\u00fcr Asylsuchende<\/a> und Obdachlose.<\/p>\n<p class=\"article even\">Grobe Berechnungen haben ergeben, dass die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung einer Person im Hotel zwischen 1.500 und 2.000 Euro kosten w\u00fcrde, sagt Breitenbach der taz. Freie Hotels sind reichlich vorhanden. In den vorhandenen Wohnheimen sollen weiterhin BewohnerInnen bleiben, allerdings mit einer geringeren Belegungsdichte. Auch das koste mehr Geld.<\/p>\n<h6>Umzug in leerstehende Ferienwohnungen<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Die Forderungen des Berliner Fl\u00fcchtlingsrats gehen \u00fcber das Vorhaben der Sozialsenatorin hinaus. Er fordert die sofortige Verlegung von Angeh\u00f6rigen von Risikogruppen in Wohnungen oder Zimmern mit eigenem Bad und K\u00fcche sowie die sofortige Schlie\u00dfung aller Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte mit Gemeinschaftsb\u00e4dern und -k\u00fcchen.<\/p>\n<p class=\"article last even\">Nach der Forderung des Fl\u00fcchtlingsrats sollen die BewohnerInnen solcher Unterk\u00fcnfte <a href=\"https:\/\/taz.de\/Umgang-mit-Gefluechteten-in-Coronakrise\/!5673701\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in leer stehende Ferienwohnungen oder Aparthotels umziehen<\/a>. Der Rat verweist darauf, dass die Verwaltungsgerichte Leipzig und Dresden Ende April Eilantr\u00e4gen von Asylsuchenden auf Entlassung aus Massenunterk\u00fcnften mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz stattgegeben haben. Breitenbach h\u00e4lt die s\u00e4chsischen Urteile aber f\u00fcr nicht \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Corona-in-Asylunterkuenften\/!5679801\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Fl\u00fcchtlingsheimen ist es schwierig, die soziale Distanz einzuhalten. Sozialsenatorin Elke Breitenbach pr\u00fcft nun, ob sich Hotels als L\u00f6sung eignen. taz | BERLIN Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will die Belegungsdichte in Wohnheimen f\u00fcr Asylsuchende und Wohnungslose w\u00e4hrend der Coronakrise deutlich senken. \u201eWir wissen, dass wir ein Problem haben, und deshalb suchen wir nach L\u00f6sungen\u201c, sagt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1049,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1652","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/800px-Berlin_Abgeordnetenhaus_Schild_2-a.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1652"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1653,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1652\/revisions\/1653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}