{"id":1573,"date":"2019-10-17T19:22:30","date_gmt":"2019-10-17T19:22:30","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1573"},"modified":"2019-10-17T19:22:30","modified_gmt":"2019-10-17T19:22:30","slug":"berliner-bundesratsinitiative-bund-soll-mehr-deutsch-lehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/berliner-bundesratsinitiative-bund-soll-mehr-deutsch-lehren\/","title":{"rendered":"Berliner Bundesratsinitiative: Bund soll mehr Deutsch lehren"},"content":{"rendered":"<p class=\"intro \">Berlin hat mit einer Initiative f\u00fcr mehr vom Bund bezahlte Deutschkurse f\u00fcr Asylsuchende Erfolg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Eine Bundesratsinitiative des Landes Berlin zur Verbesserung des Deutschkursangebotes f\u00fcr Zuwanderer fand vergangene Woche in der L\u00e4nderkammer eine Mehrheit. Der Bund wird dort aufgefordert, seine rigide Praxis, die viele Asylbewerber von Deutschkursen ausschlie\u00dft, zu beenden und das Deutschkursangebot insgesamt den ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen anzupassen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Seit August haben nur noch Asylbewerber aus Syrien und Eritrea einen Anspruch auf einen vom Bund bezahlten Deutschkurs. Alle anderen m\u00fcssen damit bis zum Ende ihres Asylverfahrens warten. Das kann oft Jahre dauern, w\u00e4hrend derer sie zum Nichtstun verdammt sind. Der Bund begr\u00fcndet den Ausschluss damit, dass nicht klar sei, ob die Asylsuchenden auf Dauer in Deutschland bleiben d\u00fcrfen. Vor dem August waren auch Iraner, Iraker und Somalier bereits w\u00e4hrend des Asylverfahrens berechtigt, Deutsch zu lernen und andere Qualifikationen zu erwerben.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Berlin springt seit 2014 ein und erm\u00f6glicht den vom Bund ausgeschlossenen Asylsuchenden Deutschkurse auf Landeskosten. Diese Kurse an den Volkshochschulen, die freiwillig sind und stark nachgefragt werden, wurden seit vergangenem Sommer noch ausgebaut. Seit September gibt es auch Kurse mit Kinderbetreuung.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eDie Kenntnis der deutschen Sprache ist ein wichtiger Faktor f\u00fcr Integration und Teilhabe sowie eine Voraussetzung f\u00fcr Schule, Ausbildung und Beruf\u201c, sagt Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) und fordert: \u201eDaf\u00fcr soll der Bund die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen zur Verf\u00fcgung stellen \u2013 schneller und unb\u00fcrokratischer als bisher.\u201c<\/p>\n<h6>Auch Qualit\u00e4t verbessern<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Bis 2015 waren Asylbewerber generell von Deutschkursen ausgeschlossen, die der Bund finanzierte, solange das Asylverfahren andauerte. Viele l\u00e4nger in Deutschland lebende Asylsuchende sprechen darum bis heute kaum Deutsch. Bekamen sie nach Jahren ein Bleiberecht au\u00dferhalb des Asylverfahrens, etwa \u00fcber eine Altfallregelung, mussten sie so schnell wie m\u00f6glich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Das Ergebnis sind prek\u00e4re Selbstst\u00e4ndige in Handel oder Gastronomie, die neben Arbeit und Familie keine Zeit zum Deutschlernen haben. Viele Neuank\u00f6mmlinge aus Syrien oder dem Iran sprechen dank besserer F\u00f6rderung heute besser Deutsch als fr\u00fchere Asylsuchende, die seit Jahren hier leben.<\/p>\n<p class=\"article even\">Berlin und die anderen Bundesl\u00e4nder, die die Bundesrats\u00adinitiative mittragen, fordern vom Bund aber nicht nur mehr Deutschkurse f\u00fcr Neuank\u00f6mmlinge, sondern auch Qualit\u00e4tsverbesserungen. Bisher lernen Analphabeten und Akademiker in denselben Kursen nach denselben Pl\u00e4nen. Da liegt es nahe, dass die einen aussteigen, w\u00e4hrend die anderen schneller lernen k\u00f6nnten. Der Bundesrat fordert eine \u201e\u00fcbersichtliche und bedarfsgerechte\u201c Neugestaltung, orientiert an individuellen Bedarfen. Berufsbezogene Sprachf\u00f6rderung soll mit der sprachlichen Erstorientierung verzahnt werden. \u201eEin bundesweit vergleichbares Angebot soll den Gefl\u00fcchteten in allen Bundesl\u00e4ndern k\u00fcnftig gleiche Startchancen sichern.\u201c<\/p>\n<p class=\"article last odd\">Elke Breitenbach sagt: \u201eWir m\u00fcssen den Flickenteppich unterschiedlicher Angebote und Zust\u00e4ndigkeiten in Bund und L\u00e4ndern bei den Sprachkursen \u00fcberwinden.\u201c Auch die Fl\u00fcchtlingsorganisation Pro Asyl hatte den Bund kritisiert, weil er immer mehr Fl\u00fcchtlinge vom Deutschlernen ausschlie\u00dft. Dadurch ersticke man \u201ejede Eigeninitiative und Selbsthilfe im Keim und verfestigt damit die Abh\u00e4ngigkeit von staatlicher Hilfe\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Berliner-Bundesratsinitiative\/!5630256\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin hat mit einer Initiative f\u00fcr mehr vom Bund bezahlte Deutschkurse f\u00fcr Asylsuchende Erfolg. &nbsp; &nbsp; Eine Bundesratsinitiative des Landes Berlin zur Verbesserung des Deutschkursangebotes f\u00fcr Zuwanderer fand vergangene Woche in der L\u00e4nderkammer eine Mehrheit. 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