{"id":1570,"date":"2019-10-17T19:20:02","date_gmt":"2019-10-17T19:20:02","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1570"},"modified":"2019-10-17T19:20:02","modified_gmt":"2019-10-17T19:20:02","slug":"kein-wbs-fuer-gefluechtete-wohnungssucher-zweiter-klasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/kein-wbs-fuer-gefluechtete-wohnungssucher-zweiter-klasse\/","title":{"rendered":"Kein WBS f\u00fcr Gefl\u00fcchtete: Wohnungssucher zweiter Klasse"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Gefl\u00fcchtete erhalten oft keine Wohnberechtigungsscheine. Der Berliner Fl\u00fcchtlingsrat fordert eine andere Praxis.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Der Berliner Fl\u00fcchtlingsrat fordert von der Landesregierung, Gefl\u00fcchtete nicht l\u00e4nger vom Wohnberechtigungsschein (WBS) und damit vom Zugang zu Sozialwohnungen auszuschlie\u00dfen. Derzeit haben Menschen im laufenden Asylverfahren, auch wenn sie eine gute Bleibeperspektive haben, keinen Anspruch auf einen WBS. Ausgeschlossen davon sind auch geduldete Fl\u00fcchtlinge, selbst wenn sie auf Dauer in Berlin leben, weil etwa eine Abschiebung aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich ist oder sie eine sogenannte Ausbildungsduldung haben. Die erm\u00f6glicht ihnen bei erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eine Bleibeperspektive.<\/p>\n<p class=\"article even\">Sogar anerkannte Gefl\u00fcchtete, kritisiert der Fl\u00fcchtlingsrat in einer vergangene Woche ver\u00f6ffentlichten Pressemitteilung, \u201eerhalten in Berlin \u2013 anders als in anderen Bundesl\u00e4ndern \u2013 weiterhin keinen WBS, wenn die Verl\u00e4ngerung ihres Aufenthaltstitels innerhalb der n\u00e4chsten 11 Monate ansteht\u201c. F\u00fcr viele Familien bedeute das, dass sie nie einen WBS bekommen, denn die befristeten Aufenthaltserlaubnisse der einzelnen Familienmitglieder endeten oft zu unterschiedlichen Zeiten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Folge aus der Sicht des Fl\u00fcchtlingsrates: Gefl\u00fcchtete m\u00fcssen in den Sammelunterk\u00fcnften verbleiben, in denen derzeit rund 22.000 Menschen leben, denn der Zugang zum freien Wohnungsmarkt ist vielen aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich. \u201eEine Mietwohnung bleibt vor allem f\u00fcr Familien mit Kindern ein unerreichbarer Traum. Integrationspolitisch ist die Haltung der Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) eine Katastrophe\u201c, sagt Georg Classen vom Fl\u00fcchtlingsrat. Diese Praxis stehe im Widerspruch zur Koalitionsvereinbarung und zu \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen des Senats.<\/p>\n<p class=\"article even\">Zwei Pr\u00fcfvermerke der Senatsbauverwaltung von diesem Fr\u00fchjahr, die der Fl\u00fcchtlingsrat im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes einsehen konnte, vermittelten jedoch nicht den Eindruck, dass der Senat seine Praxis \u00e4ndern wolle, so Classen: \u201eDie Argumentation in beiden Vermerken vermittelt leider den Eindruck, dass die zust\u00e4ndige Senatsverwaltung die rechtliche Pr\u00fcfung ausschlie\u00dflich zu dem Zweck durchf\u00fchrt, jede Ausweitung des WBS auf weitere Ausl\u00e4nder und Gefl\u00fcchtete zu verhindern.\u201c Als Argument werde die geringe Zahl der Sozialwohnungen in Berlin aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"article last odd\">\u00c4hnlich argumentiert Katrin Lompschers Sprecherin Petra Rohland auch gegen\u00fcber der taz. Rund 831.000 Berliner Haushalte seien WBS-berechtigt. Denen st\u00fcnden nur 101.000 Sozialwohnungen entgegen. \u201eMit der Erteilung eines WBS f\u00fcr Asylsuchende und Geduldete ist also das Problem nicht gel\u00f6st. Wenn der Fl\u00fcchtlingsrat behauptet, Berlin h\u00e4tte gen\u00fcgend Sozialwohnungen, ist er \u00fcber die Wohnungssituation in Berlin einfach schlecht informiert\u201c, so Rohland. Die Koalition arbeite an dem Problem. Roh\u00adland verweist darauf, dass es bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ein Kontingent von 320 Wohnungen gibt, das ausschlie\u00dflich Menschen im Asylverfahren zur Verf\u00fcgung gestellt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Kein-WBS-fuer-Gefluechtete\/!5629174\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gefl\u00fcchtete erhalten oft keine Wohnberechtigungsscheine. 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