{"id":1465,"date":"2018-12-16T21:31:39","date_gmt":"2018-12-16T21:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1465"},"modified":"2018-12-25T12:12:41","modified_gmt":"2018-12-25T12:12:41","slug":"engpaesse-bei-der-fluechtlingsregistrierung-nach-der-ankunft-wochenlang-frieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/engpaesse-bei-der-fluechtlingsregistrierung-nach-der-ankunft-wochenlang-frieren\/","title":{"rendered":"Engp\u00e4sse bei der Fl\u00fcchtlingsregistrierung Nach der Ankunft wochenlang frieren"},"content":{"rendered":"<p>Fl\u00fcchtlingsrat und Bewohner kritisieren Zust\u00e4nde im Berliner Ankunftszentrum. Der Senat verspricht eine baldige L\u00f6sung \u2013 wieder einmal.<\/p>\n<p>Nach<br \/>\nscharfer Kritik des Fl\u00fcchtlingsrats an den Zust\u00e4nden im sogenannten<br \/>\nAnkunftszentrum in den Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof hat<br \/>\nSozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) angek\u00fcndigt, nun doch nach<br \/>\neiner \u00dcbergangsl\u00f6sung f\u00fcr die Erstregistrierung in Berlin ankommender<br \/>\nFl\u00fcchtlinge zu suchen. Das Land Berlin will f\u00fcr diesen Zweck ein eigenes<br \/>\nGeb\u00e4ude bauen, das aber fr\u00fchestens Ende 2019 fertig wird. Bisher war<br \/>\nder Plan, die Unterkunft im Flughafengeb\u00e4ude \u2013 vor drei Jahren als<br \/>\nvor\u00fcbergehende Notl\u00f6sung er\u00f6ffnet \u2013 so lange weiter zu betreiben. Am<br \/>\nDienstag k\u00fcndigte Breitenbach nun eine \u00dcbergangsl\u00f6sung an, die \u201ein<br \/>\nwenigen Monaten\u201c die Hangars abl\u00f6sen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der Fl\u00fcchtlingsrat hatte am<br \/>\nMontag die \u201ekatastrophalen Zust\u00e4nde\u201c in den Hangars in einer<br \/>\nPressemitteilung kritisiert. Obwohl die Zahl in Berlin ankommender<br \/>\nFl\u00fcchtlinge stark zur\u00fcckgegangen ist, m\u00fcssen diese bereits seit Mai<br \/>\nstatt der eigentlich angestrebten ein bis drei Tage wieder zum Teil<br \/>\nmehrere Wochen auf ihre Erstregistrierung warten. Grund sind \u201epersonelle<br \/>\nEngp\u00e4sse\u201c beim Landesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsangelegenheiten (LAF).<\/p>\n<p>Solange sie auf die<br \/>\nErstregistrierung warten, m\u00fcssen die Fl\u00fcchtlinge in Hangar 2 in<br \/>\nTempelhof ausharren. Der Fl\u00fcchtlingsrat kritisiert, dass sie in dieser<br \/>\nZeit weder Mittel nach dem Asylbewerberleistungsgesetz noch medizinische<br \/>\nVersorgung erhalten. Zwar w\u00fcrden die Fl\u00fcchtlinge nach ihrer Ankunft von<br \/>\nMitarbeitern der Charit\u00e9 untersucht, Zugang zu medizinischer Behandlung<br \/>\nerhalten sie au\u00dfer in schweren Notf\u00e4llen aber erst nach der<br \/>\nRegistrierung.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte Breitenbach<br \/>\nbereits zu ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren angek\u00fcndigt, die Hangars<br \/>\nschnellstm\u00f6glich zu schlie\u00dfen. Im letzten Jahr war es dem Land gelungen,<br \/>\ndie Zahl der dort gleichzeitig untergebrachten Fl\u00fcchtlinge auf unter<br \/>\n100 zu senken, momentan leben wieder mehrere hundert Personen in den<br \/>\ndurch Stellw\u00e4nde getrennten, nach oben offenen Parzellen.<\/p>\n<p>Einer von ihnen ist Jamil, 25<br \/>\nJahre alt. \u201eIch dachte, ich bleibe hier nur f\u00fcr zwei oder vielleicht<br \/>\ndrei Tage\u201c, sagt er der taz. So steht es auf der Website des LAF, auf<br \/>\nder sich Neuank\u00f6mmlinge \u00fcber die ersten Schritte in Berlin informieren<br \/>\nk\u00f6nnen. Doch f\u00fcr den aus Afghanistan geflohenen Jamil, der seinen<br \/>\nNachnamen aus Angst vor Nachteilen f\u00fcr sein Asylverfahren nicht<br \/>\nver\u00f6ffentlichen will, ist dieser Dienstag bereits der zw\u00f6lfte Tag im<br \/>\nTempelhofer Hangar. Wie lange er noch bleiben muss, wei\u00df er nicht: \u201eSie<br \/>\nsagen mir, vielleicht noch zwei Wochen, vielleicht mehr.\u201c<\/p>\n<p>Geld oder Fahrkarten habe er<br \/>\nbisher nicht erhalten. Kurz nach seiner Ankunft sei er zwar medizinisch<br \/>\nuntersucht worden \u2013 um eine Behandlung zu erhalten, m\u00fcsse er aber bis zu<br \/>\nseiner Registrierung warten, habe man ihm gesagt.<\/p>\n<p>Auch weitere Vorw\u00fcrfe des<br \/>\nFl\u00fcchtlingsrats werden durch seinen Bericht best\u00e4tigt: \u201eEs ist sehr kalt<br \/>\nin dem Geb\u00e4ude, aber wir bekommen nur eine einzige, sehr d\u00fcnne Decke\u201c,<br \/>\nsagt Jamil. Deshalb schlafe er in seinen Sachen, es gebe aber keine<br \/>\nM\u00f6glichkeit, diese zu waschen. Er habe mehrfach versucht, \u00fcber die<br \/>\nProbleme mit einem Verantwortlichen zu sprechen, aber die Mitarbeiter<br \/>\nh\u00e4tten ihn immer abgewiesen.<\/p>\n<p>Und nicht nur das: \u201eWenn man sich<br \/>\nbeschwert, kann es passieren, dass die Mitarbeiter dir deinen<br \/>\nRegistrierungstermin wieder absagen und du noch l\u00e4nger warten musst\u201c,<br \/>\nsagt Jamil. So w\u00fcrde versucht, die Bewohner davon abzuhalten, sich \u00fcber<br \/>\ndie Zust\u00e4nde zu beklagen. Jeder im Hangar wisse das.<\/p>\n<p>\u201eDie Situation dort ist nicht sch\u00f6n\u201c, r\u00e4umt Breitenbach am Dienstag ein. Auch deswegen w\u00fcrde ein Teil der wartenden Fl\u00fcchtlinge nun wieder in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht. Ob diese auch als angek\u00fcndigte \u201e\u00dcbergangsl\u00f6sung\u201c dienen soll, wollte die Senatsverwaltung auf Anfrage nicht best\u00e4tigen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Engpaesse-bei-der-Fluechtlingsregistrierung\/!5554446\/?fbclid=IwAR3eb40Z4gkQnx-2ymQJPEVxraJBgJa8BRlKuAppqpDzop28Nyn6kByRCwA\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Quelle: taz (opens in a new tab)\">Quelle: taz<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcchtlingsrat und Bewohner kritisieren Zust\u00e4nde im Berliner Ankunftszentrum. Der Senat verspricht eine baldige L\u00f6sung \u2013 wieder einmal. 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