{"id":1365,"date":"2018-04-19T17:33:13","date_gmt":"2018-04-19T17:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1365"},"modified":"2018-04-19T17:33:13","modified_gmt":"2018-04-19T17:33:13","slug":"forderungen-an-den-berliner-senat-familiennachzug-erleichtern-und-landesrechtliche-moeglichkeiten-ausschoepfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/forderungen-an-den-berliner-senat-familiennachzug-erleichtern-und-landesrechtliche-moeglichkeiten-ausschoepfen\/","title":{"rendered":"Forderungen an den Berliner Senat: Familiennachzug erleichtern und landesrechtliche M\u00f6glichkeiten aussch\u00f6pfen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pressemitteilung vom 17.4.18 vom Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge des Fl\u00fcchtlingsrats Berlin<\/strong><\/p>\n<p><strong>Forderungen an den Berliner Senat: Familiennachzug erleichtern und landesrechtliche M\u00f6glichkeiten &#8211; wie im Koalitionsvertrag versprochen &#8211; aussch\u00f6pfen!\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der j\u00fcngsten bundespolitischen Versch\u00e4rfungen der Regelungen zum Familiennachzug, die vor allem CSU-Handschrift tragen, erinnert der Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge des Fl\u00fcchtlingsrats Berlin den rot-rot-gr\u00fcnen Senat an seinen Koalitionsvertrag und fordert ihn auf, die landesrechtlichen M\u00f6glichkeiten ressort\u00fcbergreifend voll auszusch\u00f6pfen, um dem Recht auf Familienzusammenf\u00fchrung Geltung zu verschaffen.<br \/>\nIm Koalitionsvertrag verpflichten sich die Berliner Regierungsparteien den Familiennachzug zu international Schutzberechtigten zu erleichtern sowie Familienzusammenf\u00fchrungen auch \u00fcber die Kernfamilie hinaus zu unterst\u00fctzen.\u00a0 Diese Versprechen bleiben bisher weitgehend uneingel\u00f6st.<br \/>\nZwei Beispiele:<br \/>\nObwohl der Familiennachzug zu subsidi\u00e4r schutzberechtigten Fl\u00fcchtlingen ausgesetzt ist, besteht die M\u00f6glichkeit einer humanit\u00e4ren Aufnahme von Familienangeh\u00f6rigen \u00fcber die sogenannte H\u00e4rtefallregelung nach \u00a7 22 AufenthG. In die Entscheidung des Ausw\u00e4rtigen Amtes \u00fcber die Aufnahme ist die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde beteiligt, so dass auf Landesebene ein bedeutender Beurteilungs- und Ermessensspielraum besteht. Doch dieser Spielraum wird bei weitem nicht ausreichend genutzt. Uns ist z.B. ein Fall bekannt, bei dem zwar ein schwer kranker Mann ein Visum erhalten hat, um nach jahrelanger Trennung zu seiner Familie nach Deutschland reisen zu k\u00f6nnen &#8211; der Visumerteilung f\u00fcr die 17-j\u00e4hrige Tochter, die bei ihm geblieben war, um ihn zu pflegen, hat die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde jedoch die Zustimmung verweigert.<br \/>\nAuch beim Geschwisternachzug zu unbegleiteten minderj\u00e4hrigen Fl\u00fcchtlingen sch\u00f6pft die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde ihre Ermessensspielr\u00e4ume nicht aus. Aktuell erteilt sie die Zustimmung zum Geschwisternachzug nur, wenn der minderj\u00e4hrige anerkannte Fl\u00fcchtling in Berlin den Lebensunterhalt f\u00fcr die nachziehenden Geschwister aufbringen kann, was so gut wie unm\u00f6glich ist. Dies f\u00fchrt im Ergebnis zu dauerhaften Familientrennungen und stellt Eltern vor die Wahl, entweder ihre \u00fcbrigen minderj\u00e4hrigen Kinder im Kriegsgebiet zur\u00fcck zu lassen<br \/>\noder auf den Nachzug zu ihrem minderj\u00e4hrigen Kind in Deutschland zu verzichten.<br \/>\nWir fordern den Berliner Senat mit Nachdruck auf, die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde anzuweisen, ihre Ermessens- und Beurteilungsspielr\u00e4ume voll zugunsten der Einheit der Familie auszusch\u00f6pfen und der Erteilung von Visa zum Familiennachzug mindestens immer dann zuzustimmen, wenn ansonsten minderj\u00e4hrige Kinder von ihren Eltern getrennt w\u00fcrden (sei es im In- oder Ausland). Im Falle des Geschwisternachzugs kann die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde von einem &#8222;atypischen Fall&#8220; ausgehen und somit auf die Lebensunterhaltssicherung f\u00fcr die nachziehenden Geschwister verzichten, wenn Minderj\u00e4hrige betroffen sind.<br \/>\nIn einem Brief an den Regierenden B\u00fcrgermeister, die Senator*innen f\u00fcr Inneres, f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales, f\u00fcr Stadtentwicklung und Wohnen sowie an die fachpolitischen Sprecher*innen der Regierungskoalition, f\u00fchrt der Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge des Fl\u00fcchtlingsrats diese Forderungen aus und nennt zahlreiche weitere Fallkonstellationen landesrechtlicher Spielr\u00e4ume zur Erleichterung von Familienzusammenf\u00fchrungen.<br \/>\nDer Senat muss diese Spielr\u00e4ume endlich vollumf\u00e4nglich nutzen und das Leid vieler getrennter Familien beenden.<\/p>\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Brief finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/www.fluechtlingsrat-berlin.de\/lepton\/media\/pdf\/Forderungen_Familiennachzug.pdf\">http:\/\/www.fluechtlingsrat-berlin.de\/lepton\/media\/pdf\/Forderungen_Familiennachzug.pdf<\/a><\/p>\n<p>Pressekontakt:<br \/>\nSebastian Muy (KommMit e.V.), Sprecher des Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge,<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:s.muy@kommmitbbz.de\">s.muy@kommmitbbz.de<\/a><br \/>\nB\u00fcro Fl\u00fcchtlingsrat Berlin, Tel: 030- 224 76 311,\u00a0 E-Mail: <a href=\"mailto:buero@fluechtlingsrat-berlin.de\">buero@fluechtlingsrat-berlin.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung vom 17.4.18 vom Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge des Fl\u00fcchtlingsrats Berlin Forderungen an den Berliner Senat: Familiennachzug erleichtern und landesrechtliche M\u00f6glichkeiten &#8211; wie im Koalitionsvertrag versprochen &#8211; aussch\u00f6pfen!\u00a0 Angesichts der j\u00fcngsten bundespolitischen Versch\u00e4rfungen der Regelungen zum Familiennachzug, die vor allem CSU-Handschrift tragen, erinnert der Arbeitskreis Junge Fl\u00fcchtlinge des Fl\u00fcchtlingsrats Berlin den rot-rot-gr\u00fcnen Senat an seinen Koalitionsvertrag [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1337,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fl\u00fcchtlingsrat_Logo_2.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1365"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1365\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1366,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1365\/revisions\/1366"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}