{"id":1363,"date":"2018-04-18T09:51:45","date_gmt":"2018-04-18T09:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1363"},"modified":"2018-04-18T09:51:45","modified_gmt":"2018-04-18T09:51:45","slug":"fluechtlingsunterbringung-in-berlin-klasse-statt-masse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlingsunterbringung-in-berlin-klasse-statt-masse\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlingsunterbringung in Berlin: Klasse statt Masse"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Die Bezirke wollen lieber kleinere Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte. Die Berliner Sozialsenatorin zeigt sich gespr\u00e4chsbereit.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Im Streit \u00fcber die neuen Standorte f\u00fcr \u201eModulare Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte\u201c (MUF) geht der Senat auf die Bezirke zu. Die bisherige Liste aktuell geplanter Standorte sei \u201enicht in Stein gemei\u00dfelt\u201c, sagte Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) der taz. Da sei sie sich mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) einig. \u201eWir brauchen pro Bezirk rund 1.000 Pl\u00e4tze, aber ob die auf zwei oder sieben Grundst\u00fccken stehen, ist uns schnuppe\u201c, so die Senatorin. Eine Einschr\u00e4nkung gebe es aber: Es m\u00fcsse \u201eschnell und wirtschaftlich\u201c gebaut werden.<\/p>\n<p class=\"article even\">Der Senat hatte am 27. M\u00e4rz eine Liste mit 25 Adressen verabschiedet \u2013 zwei pro Bezirk beziehungsweise drei in Neuk\u00f6lln f\u00fcr etwas kleinere Geb\u00e4ude. An diesen Orten sollen weitere MUF entstehen, zus\u00e4tzlich zu den zw\u00f6lf bereits fertiggestellten und den 17, die \u201ein der Umsetzung\u201c sind. Die neuen MUF 2.0 sollen Gemeinschaftsunterk\u00fcnfte f\u00fcr je rund 450 Gefl\u00fcchtete sein. Im Unterschied zur ersten Baureihe sollen abschlie\u00dfbare Wohnungen mit eigenen K\u00fcchen und B\u00e4dern entstehen, damit die H\u00e4user sp\u00e4ter einfacher auch f\u00fcr andere \u201esozial schwache\u201c Bev\u00f6lkerungsgruppen ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Es sei nicht leicht gewesen, die neuen Grundst\u00fccke zu finden, so Breitenbach: \u201eWir hatten mit allen Streit.\u201c Aber am Ende habe man die Liste \u201emit den Bezirken beschlossen\u201c, diese h\u00e4tten auch bis zuletzt noch Alternativ-Standorte benennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Dennoch hatten sich einige Bezirke nach der Verk\u00fcndung der Liste unzufrieden gezeigt; manche mit einzelnen Standorten, etwa Lichtenberg, das an der Rheinpfalzallee lieber eine Schule bauen will. Andere sorgten sich, woher die n\u00f6tigen neuen Schul- und Kitapl\u00e4tze f\u00fcr die vielen Menschen kommen sollen. Einige stellten sogar offen das Konzept an sich infrage, jeweils an einem Fleck Gro\u00dfgeb\u00e4ude f\u00fcr 450 Menschen zu bauen.<\/p>\n<h6>Mitte plant Alternativkonzept<\/h6>\n<p class=\"article even\">In Mitte etwa arbeitet das Bezirksamt derzeit an einem \u201eAlternativkonzept\u201c, wie es in der Bezirksvorlage hei\u00dft, die der taz vorliegt. Das beinhaltet sechs \u2013 statt zwei \u2013 Standorte, die daf\u00fcr jeweils maximal 250 Pl\u00e4tze gro\u00df sein sollen. \u201eDas ist gut im Sinne der Integration\u201c, erkl\u00e4rte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) der taz. Zumal diese Geb\u00e4ude teilweise \u2013 etwa in der Triftstra\u00dfe oder beim ehemaligen Diesterweggymnasium, die beide auch auf der Senatsliste stehen \u2013 in gr\u00f6\u00dfere Wohnungsbauprojekte eingebettet werden sollen. In der Summe ergebe das auch 1.050 Pl\u00e4tze, hei\u00dft es in dem Bezirksvorschlag. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nne der Senat ja bei \u201ebereits baureifen Wohnungsbauprojekten der st\u00e4dtischen Wohnungsbaugesellschaften\u201c in Mitte 10 Prozent der Wohnungen an sogenannte statusgewandelte \u2013 also anerkannte \u2013 Fl\u00fcchtlinge vergeben.<\/p>\n<p class=\"article odd\">In Friedrichshain-Kreuzberg hat Baustadtrat Florian Schmidt (Gr\u00fcne) \u00e4hnliche Ideen. Er pr\u00fcfe gerade die Eignung von sieben Adressen, sagte er der taz \u2013 neben den zweien von der Senatsliste seien darunter eine Teilfl\u00e4che des Friedhofs J\u00fcterboger Stra\u00dfe sowie ein Grundst\u00fcck am Dragoner-Areal. \u201eKlassische MUF-Standorte\u201c wolle man nicht errichten, so Schmidt. \u201eZiel ist die Integration der Gefl\u00fcchteten-Unterbringung in anderen Wohnungsbauprojekten sowie eine Entwicklung in Abh\u00e4ngigkeit der \u00f6rtlichen Gegebenheiten und der Erg\u00e4nzung um weitere soziale Infrastrukturen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article even\">F\u00fcr solche Ideen schien es beim Senat bislang wenig Geh\u00f6r zu geben. Man habe sich \u201eabschlie\u00dfend\u201c mit den Standorten befasst, die Liste sei \u201everbindlich\u201c, jeder Standort \u201esoll bis zu 500 Gefl\u00fcchtete aufnehmen\u201c, hie\u00df es im Senatsbeschluss von Ende M\u00e4rz.<\/p>\n<div class=\"article rack no7\">\n<div id=\"\" class=\"first last odd sect sect_quote \" role=\"region\">\n<div class=\"sectbody quote obj\">\n<p>Kleinere MUF seien \u201egut im Sinne der Integration\u201c, sagt Baustadtrat Ephraim Gothe (Mitte, SPD)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"article odd\">Ganz so abgeschlossen ist die Sache wohl doch nicht. \u201eWir sind f\u00fcr alle guten Ideen der Bezirke offen\u201c, so Breitenbach zur taz \u2013 wenn sie denn verbindlich und schnell umsetzbar seien. Schlie\u00dflich brauche sie laut einer Prognose bis 2021 rund 19.000 Pl\u00e4tze f\u00fcr Gefl\u00fcchtete \u2013 unabh\u00e4ngig von dem, was die Wohnungsbaugesellschaften f\u00fcr den normalen Wohnungsmarkt bauen. Aber sie habe auch \u201eein sehr gro\u00dfes Interesse daran, schnell zu unterschiedlichen Wohnformen zu kommen\u201c und die MUF an die jeweiligen Standorte anzupassen. \u201eWir wollen keine Fremdk\u00f6rper.\u201c<\/p>\n<h6>Platz f\u00fcr alle<\/h6>\n<p class=\"article even\">Erstes Resultat dieser neuen Linie: Vorigen Donnerstag besuchte Breitenbach zusammen mit Schmidt das Areal Ratiborstra\u00dfe 14 in Kreuzberg. Das Gel\u00e4nde, das noch dem Bund geh\u00f6rt, steht auf der Senatsliste, weshalb die aktuellen Nutzer \u2013 ein Bauwagenplatz, Handwerksbetriebe, eine Kita \u2013 um ihre Zukunft f\u00fcrchten. Zusammen mit Schmidt wollen sie ein Konzept erarbeiten, das \u201eWohnen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete\u201c und ihre Projekte gleicherma\u00dfen m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Auch sie wolle nicht, dass jemand vertrieben wird, bekr\u00e4ftigt Breitenbach. Der Senat werde das Gel\u00e4nde jetzt kaufen und dann jeden Vorschlag pr\u00fcfen. \u201eWir versuchen, f\u00fcr alle eine L\u00f6sung zu finden.\u201c<\/p>\n<p class=\"article even\">Was Friedrichshain-Kreuzberg insgesamt angehe, habe man bei dem Treffen vereinbart, dass der Bezirk bis Sommer \u201eein eigenes Konzept\u201c erarbeiten und dem Senat vor der Sommerpause ein \u201eZwischenergebnis\u201c pr\u00e4sentieren werde, sagte Schmidt zur taz. Und: \u201eEs wurde verabredet, dass zur Vermeidung von Missverst\u00e4ndnissen die Konzeptentwicklung unter Beteiligung aller relevanten Akteure erfolgt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bezirke wollen lieber kleinere Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte. Die Berliner Sozialsenatorin zeigt sich gespr\u00e4chsbereit. &nbsp; Im Streit \u00fcber die neuen Standorte f\u00fcr \u201eModulare Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte\u201c (MUF) geht der Senat auf die Bezirke zu. 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