{"id":1354,"date":"2018-03-01T14:16:15","date_gmt":"2018-03-01T14:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1354"},"modified":"2018-03-01T14:16:15","modified_gmt":"2018-03-01T14:16:15","slug":"interview-zur-werkstatt-der-kulturen-ein-symbol-der-zugehoerigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/interview-zur-werkstatt-der-kulturen-ein-symbol-der-zugehoerigkeit\/","title":{"rendered":"Interview zur Werkstatt der Kulturen: \u201eEin Symbol der Zugeh\u00f6rigkeit\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Im Streit \u00fcber die Zukunft der Werkstatt der Kulturen pl\u00e4diert Koray Y\u0131lmaz-G\u00fcnay vom Migrationsrat f\u00fcr ein transparenteres Verfahren.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\"><strong>taz: Herr Y\u0131lmaz-G\u00fcnay, wie wichtig ist die Werkstatt der Kulturen f\u00fcr Berlin (WdK) aus Sicht des Migrationsrates?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\"><strong>Koray Y\u0131lmaz-G\u00fcnay:<\/strong> Viele MigrantInnenorganisationen haben keine eigenen R\u00e4ume, schon gar keine B\u00fchne f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere kulturelle Veranstaltungen. Aber die kommen auch sonst nirgendwo vor \u2013 die WdK schlie\u00dft damit eine L\u00fccke im Berliner Kulturbetrieb. Sie ist wichtig f\u00fcr das soziale, kulturelle und k\u00fcnstlerische \u00dcberleben, die Sichtbarkeit und Repr\u00e4sentation von EinwanderInnen, aber auch deutschen Schwarzen und Roma. Sie ist damit auch ein Symbol der Zugeh\u00f6rigkeit zu dieser Stadt und diesem Land.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Leiterin Philippa Eb\u00e9n\u00e9 hat das Angebot der Werkstatt seit ihrem Antritt 2008 ver\u00e4ndert und daf\u00fcr auch Kritik geerntet. Wie sehen Sie diese Ver\u00e4nderungen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Angesichts der schwierigen finanziellen Situation der Werkstatt \u2026<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>\u2026 die keine Projektmittel vom Senat erh\u00e4lt \u2026<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">\u2026 hat sie aus dem Ort wesentlich mehr gemacht, als vielen m\u00f6glich schien. Lateinamerikanische, karibische, afrikanische, asiatische Veranstaltungen und Produktionsperspektiven findet man anderswo kaum. Ohne Philippa Eb\u00e9n\u00e9 w\u00e4ren diese Events kleine Communitygeschichten geblieben und nie so in der \u00d6ffentlichkeit angekommen. Mir w\u00fcrde diesbez\u00fcglich mehr Kritik an den Horten der Hochkultur einfallen, den Opern und Theatern, wo diese vermeintlich weniger hohe Kultur ex\u00adtrem unterrepr\u00e4sentiert ist \u2013 gerade auch angesichts der Unterschiede in den Etats.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Zukunft der Werkstatt der Kulturen<\/p>\n<div class=\"article rack no6\">\n<div id=\"\" class=\"first last odd sect sect_text \" role=\"region\">\n<div class=\"sectbody\">\n<p><b>Der Wettbewerb<\/b> Mit einem Ideenwettbewerb sucht die Senats\u00adverwaltung f\u00fcr Kultur nach einem neuen Konzept f\u00fcr die Werkstatt der Kulturen <i>(taz berichtete).<\/i> Hintergrund ist eine seit Jahren andauernde Debatte \u00fcber die 1993 gegr\u00fcndete Einrichtung in der Neuk\u00f6llner Wissmannstra\u00dfe.<\/p>\n<p><b>Die Kritik<\/b> Der Migrationsrat, ein Gremium aus 66 MigrantInnen\u00adselbst\u00adorganisationen, kritisiert, der Wettbewerb sei \u201eohne Not und ohne Einbezug migrantischer Selbstorganisationen ausgerufen\u201c worden und wolle \u201eGruppen in Konkurrenz zueinander setzen\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"article odd\"><strong>Der Senat hat dem bisherigen Tr\u00e4gerverein der Werkstatt gek\u00fcndigt und sucht derzeit mit einem <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Interkultur\/!5484746\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Ideenwettbewerb<\/a> nach einem neuen Konzept. Wie finden Sie das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">F\u00fcr uns kam das sehr unvermittelt. Es hatte aus dem Parteienspektrum immer wieder Kritik an der Werkstatt gegeben, vor allem von den Gr\u00fcnen. Aber es wurde nie ordentlich abgewogen, was an der Arbeit denn nun gut war und was schlecht sein sollte. Dann tauchte die Umstrukturierung ohne weitere Erkl\u00e4rung im Koalitionsvertrag auf, und nun sind wir mit einem Wettbewerb konfrontiert. Dass die Werkstatt mit Rot-Rot-Gr\u00fcn aus der Integrationsverwaltung zum Kultursenator \u00fcbergegangen ist, finden wir super \u2013 da geh\u00f6rt sie hin. Deshalb haben wir fr\u00fch angeboten, diesen Wechsel mit unseren Erfahrungen und unserem Wissen zu flankieren: Wir als Verbund aus sehr heterogenen Vereinen haben uns ja auch in der Werkstatt gegr\u00fcndet. Aber bei dem Wettbewerb geht es nicht darum, diverse, vielleicht auch widerspr\u00fcchliche Bed\u00fcrfnisse und Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Das ist ein Verfahren f\u00fcr Leute, die wissen, wie so etwas geht, bei dem aber nicht klar ist, was am Ende daraus wird.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Was erwarten Sie stattdessen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Wir w\u00fcnschen uns einen transparenten Prozess und eine offene Kommunikation. Die Werkstatt sollte endlich mit Programmgeldern ausgestattet werden. Gegen eine Umstruktu\u00adrie\u00adrung, die Planungssicherheit erlaubt, spricht aus unserer Sicht gar nichts. Aber es sollte dabei erstens zur Kenntnis genommen werden, was alles in der Werkstatt passiert ist und bis heute passiert. Und zweitens m\u00fcssen wir ber\u00fccksichtigen, wie wei\u00df-deutsch die restliche Kulturlandschaft selbst in Berlin noch immer ist. In welcher Berliner Spielst\u00e4tte finden Sie Jazz, au\u00dfereurop\u00e4ische oder migrantisch-europ\u00e4ische Musik? Diese Einzigartigkeit darf nicht per Dekret unter die R\u00e4der gesto\u00dfen werden<a name=\"im Interview:\"><\/a><\/p>\n<p class=\"article even\"><b>Koray Y\u0131lmaz-G\u00fcnay<\/b><\/p>\n<div class=\"article rack no10\">\n<div id=\"xid5488255\" class=\"odd sect sect_profile-descr \" role=\"region\">\n<div class=\"sectbody\">\n<p class=\"bodytext\">43, geh\u00f6rt dem Vorstand des Migrationsrats an, einem Zusammenschluss von 66 MigrantInnenselbstorganisationen, der 2004 in der WdK gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"article odd\"><strong>Das bedeutet?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Das bedeutet, dass alle wichtigen Akteure schleunigst an einen Tisch geh\u00f6ren: die Werkstatt der Kulturen, die Kulturverwaltung, MigrantInnenorganisa\u00adtio\u00adnen, Kulturschaffende. Dann kann in einem breiten Beteiligungsprozess dar\u00fcber diskutiert werden, wie es besser weitergeht \u2013 wenn schon nicht vor dem Ideenwettbewerb, dann wenigstens im Vorfeld der Ausschreibung einer neuen Tr\u00e4gerschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Interview-zur-Werkstatt-der-Kulturen\/!5488223\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Streit \u00fcber die Zukunft der Werkstatt der Kulturen pl\u00e4diert Koray Y\u0131lmaz-G\u00fcnay vom Migrationsrat f\u00fcr ein transparenteres Verfahren. &nbsp; taz: Herr Y\u0131lmaz-G\u00fcnay, wie wichtig ist die Werkstatt der Kulturen f\u00fcr Berlin (WdK) aus Sicht des Migrationsrates? Koray Y\u0131lmaz-G\u00fcnay: Viele MigrantInnenorganisationen haben keine eigenen R\u00e4ume, schon gar keine B\u00fchne f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere kulturelle Veranstaltungen. 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