{"id":1313,"date":"2017-10-28T10:24:15","date_gmt":"2017-10-28T10:24:15","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1313"},"modified":"2017-10-28T10:24:15","modified_gmt":"2017-10-28T10:24:15","slug":"fluechtlingshelferin-ueber-prostitution-ein-blowjob-fuer-5-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlingshelferin-ueber-prostitution-ein-blowjob-fuer-5-euro\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlingshelferin \u00fcber Prostitution: \u201eEin Blowjob f\u00fcr 5 Euro\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Mitarbeiter von Security-Firmen sollen Fl\u00fcchtlinge in Prostitution vermitteln. Ein bekanntes Problem, sagt Diana Henniges von der Organisation \u201eMoabit hilft\u201c.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\"><strong>taz: Frau Henniges, gegen Berliner Sicherheitsfirmen stehen schwere Vorw\u00fcrfe im Raum: Mitarbeiter sollen Fl\u00fcchtlinge in die Prostitution vermitteln. Was ist an den Vorw\u00fcrfen dran?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\"><strong>Diana Henniges:<\/strong> Schon im Juni 2017 haben wir von \u201eMoabit hilft\u201c auf die uns\u00e4glichen Zust\u00e4nde in der Fl\u00fcchtlingsunterkunft im Rathaus Wilmersdorf aufmerksam gemacht. Das dort eingesetzte Security-Unternehmen war auch durch gewaltsame \u00dcbergriffe auf Gefl\u00fcchtete aufgefallen. All diese Informationen haben wir an die zust\u00e4ndige Senatsverwaltung f\u00fcr Soziales weitergeben.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Was wissen Sie \u00fcber das Zustandekommen von Prostitution durch Heimbewohner?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Wir haben unser Wissen von vier, f\u00fcnf Gefl\u00fcchteten. Entweder sie haben davon geh\u00f6rt oder sie waren beteiligt. In allen F\u00e4llen sind es M\u00e4nner. Die einen sind von Sicherheitsleuten angesprochen worden, andere haben die Sicherheitsleute von sich aus angesprochen, weil sie sich schon vorher prostituiert haben. F\u00fcr die Vermittlung haben sie dann Geld an die Security bezahlt.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>F\u00fcr die Vermittlung von Freiern, Zuh\u00e4ltern oder f\u00fcr was?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Das sind alles sehr schambehaftete Informationen, die nicht im Detail erz\u00e4hlt werden. Uns wurde berichtet, dass Sicherheitsunternehmen daran beteiligt sind, dass sie sich prostituieren.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>In wie vielen Unterk\u00fcnften in Berlin passiert das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Mir sind drei Unterk\u00fcnfte bekannt. Das hei\u00dft, mindestens drei Firmen sind involviert. Das sind einzelne F\u00e4lle, die uns aus diesen Heimen zugetragen werden \u2013 nicht nur von Prostituierten selbst. Es kann auch eine Fl\u00fcchtlingsfamilie sein, die erz\u00e4hlt, dass in der dritten Etage eines bestimmten Hostels regelm\u00e4\u00dfig ab einer bestimmten Uhrzeit Prostitution angeboten wird. Oder Drogenhandel.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Wir sprechen von betreuten Unterk\u00fcnften, was auch ein Hostel sein kann?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Ja. Da gibt es dann zwei Zimmer, wo Prostitution ausge\u00fcbt wird. Beim Drogenhandel und Konsum ist es genauso. Der Verkauf findet in der Unterkunft statt. Drogenhandel ist ein g\u00e4ngiges Gesch\u00e4ft, vor allem in gr\u00f6\u00dferen Unterk\u00fcnften. Man bekommt alle Arten von Drogen. Wir reden hier nicht vom Marihuana. Wir reden von Heroin.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Und die Security ist f\u00fcr diese Gesch\u00e4fte das Einfallstor?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">So ist es. Das liegt daran, dass unfassbar viele unseri\u00f6se Sicherheitsunternehmen das Sagen in den Unterk\u00fcnften haben. Die Betreiber k\u00f6nnen keine qualifizierten Betreuungskr\u00e4fte einstellen f\u00fcr das mickrige Geld, das sie bekommen. Das hei\u00dft, das Security-Unternehmen ist in der Unterkunft die ausf\u00fchrende Gewalt.<\/p>\n<div class=\"article rack no12\">\n<div id=\"\" class=\"first last odd sect sect_text \" role=\"region\">\n<div class=\"secthead\" role=\"heading\">\n<h2><a name=\"Prostitution und Security\"><\/a>Prostitution und Security<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"sectbody\">\n<p>Die Staatsanwaltschaft pr\u00fcft, ob gegen unbekannte Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts von Zwangsprostitution einzuleiten ist. Das erkl\u00e4rte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Becker, am Mittwoch auf taz-Nachfrage.<\/p>\n<p>Das ZDF-Magazin <a href=\"http:\/\/taz.de\/Verdacht-gegen-Berliner-Security-Dienste\/!5458059\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">\u201eFrontal 21\u201c hatte am Dienstag berichtet<\/a>, dass Berliner Sicherheitsfirmen Fl\u00fcchtlinge in die Prostitution vermitteln. Der Beitrag st\u00fctzte sich u. a. auf Angaben von Fl\u00fcchtlingen, und Sicherheitsleuten, die anonym blieben. Auch eine Betreuerin wird als Zeugin zitiert. (<i>plu<\/i>)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"article odd\"><strong>Wie wirkt sich das aus?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Sie machen alles, von der Einlasskontrolle \u00fcber die Zimmerkontrolle bis hin zur Wanzenentsorgung. Sie haben unglaublich viele exekutive Rechte in einer Unterkunft. Viele Gefl\u00fcchtete halten die Security deshalb auch f\u00fcr die deutsche Polizei.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Dazu kommt, dass viele Sicherheitsleute Arabisch sprechen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Richtig. Viele sind Landsleute der Gefl\u00fcchteten. Durch den sprachlichen Zugang k\u00f6nnen sie die Heimbewohner unter Druck setzen \u2013 nicht nur emotional.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Kann man von einem offenen Geheimnis in den Unterk\u00fcnften sprechen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Davon gehe ich aus. Wenn das zu uns durchdringt, wie kann es da sein, dass es einer Heimleitung und den Sozialarbeitern nicht bekannt ist? Das funktioniert nach der bekannten Affentechnik: Augen, Ohren, Mund zu. Selbst die ehrenamtlichen Helfer wissen davon. In einem internen Forum hat jemand geschrieben: Was sollen wir machen? Das ist nun mal deren Entscheidung.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Was hat \u201eMoabit hilft\u201c unternommen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Wir haben zwei F\u00e4lle auf Deutsch so dokumentiert, wie es uns berichtet wurde. Wir haben die Betroffenen aufgefordert, damit zur Polizei zu gehen, wir h\u00e4tten sie auch begleitet. Viele der Gefl\u00fcchteten wollen aber nicht zur Polizei. Sie haben gro\u00dfe Angst, weil sie in den Unterk\u00fcnften den Securitys ausgeliefert sind.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Was wissen Sie von den Preisen f\u00fcr die Prostituierten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Wir h\u00f6ren, dass Gefl\u00fcchtete f\u00fcr einen Blowjob f\u00fcnf Euro bekommen. Es gibt auch Blowjobs f\u00fcr 50 Euro, und Sexualverkehr f\u00fcr 100 Euro. Wir kennen auch Sex ohne Gummi f\u00fcr 250 Euro. Das h\u00e4ngt davon ab, wie gut man vernetzt ist, wer einem Leute vermittelt und wo das stattfindet.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Selbst in schlimmster Not muss sich in Deutschland niemand prostituieren. Was f\u00fchrt bei Gefl\u00fcchteten dazu, dass sie es tun?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">In den F\u00e4llen, die mir bekannt sind, haben die Leute eine Duldung oder eine Ausreiseverpflichtung. Iraner, Afghanen \u2013 das ist ein Gro\u00dfteil der Leute, die sich prostituieren. Es geht darum, die Familienangeh\u00f6rigen zu versorgen, die in den Heimat -oder Transitl\u00e4ndern verblieben sind. Von den 145 Euro Taschengeld, die man in einer Unterkunft bekommt, ist das nicht zu bew\u00e4ltigen. Wenn man sich selbst verpflegt, bekommt man rund 400 Euro, aber auch das reicht nicht f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Familie. Sie versuchen nat\u00fcrlich auch schwarz zu arbeiten in arabischen Gro\u00dfb\u00e4ckereien oder anderen Einrichtungen. Das reicht aber nicht, um davon in der T\u00fcrkei oder Jordanien die Miete zu zahlen.<\/p>\n<p class=\"article odd\"><strong>Das hei\u00dft, der Schritt in die Prostitution w\u00fcrde auch ohne Zutun der Sicherheitsleute erfolgen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article even\">Nicht in dem Umfang. Die Hemmschwelle w\u00e4re deutlich gr\u00f6\u00dfer. In einem Land, in dem man sich nicht auskennt, von einem Landsmann gesagt zu bekommen, hier ist das okay, traut man sich pl\u00f6tzlich, was man sich sonst nie getraut h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/taz.de\/Fluechtlingshelferin-ueber-Prostitution\/!5458164\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>quelle: taz<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitarbeiter von Security-Firmen sollen Fl\u00fcchtlinge in Prostitution vermitteln. 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