{"id":1282,"date":"2017-08-17T06:06:50","date_gmt":"2017-08-17T06:06:50","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1282"},"modified":"2017-08-17T06:06:50","modified_gmt":"2017-08-17T06:06:50","slug":"kommentar-regierung-zu-afghanistan-analyse-aus-eigennutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/kommentar-regierung-zu-afghanistan-analyse-aus-eigennutz\/","title":{"rendered":"Kommentar Regierung zu Afghanistan: Analyse aus Eigennutz"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\" role=\"main\">Der neue Afghanistanbericht stilisiert Ausl\u00e4nder zu den gr\u00f6\u00dften Opfern des Krieges. Zumindest erodiert die M\u00e4r von sicheren Gegenden im Land.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Selbstreferenziell und inhaltlich teilweise \u00e4u\u00dferst bedenklich ist <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Sicheres-Herkunftsland-Afghanistan\/%215433847\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">der neue Afghanistanbericht des Ausw\u00e4rtigen Amts<\/a>. Selbstreferenziell, weil man sich selbst \u2013 Milit\u00e4r und Diplomaten und dann erst alle Afghanen \u2013 zu Hauptzielen im Krieg stilisiert. Klar, die Taliban wollen die meisten Westler raus aus dem Land haben und greifen sie an und entf\u00fchren. Sie wissen, wie \u00d6ffentlichkeit im Westen funktioniert.<\/p>\n<p class=\"article even\">Nur, seit dem Ende der Isaf-Mission kommen kaum noch westliche Sol\u00addaten um. Deutschland hatte blo\u00df Pech, dass seine zentral gelegenen, gro\u00dfen Vertretungen in Kabul und Masar-i-Scharif Anschlagsziele abgaben.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Angriffe und Anschl\u00e4ge der Aufst\u00e4ndischen treffen vor allem Afghanen, denn sie sollen auch deren Moral untergraben. Dabei hilft den Taliban die zerstrittene, immer noch korrupte und \u2013 in all ihren Fraktionen \u2013 zunehmend ethnozentrisch agierende Regierung. (Da hat der Bericht mal recht.) Die Taliban wissen: Milit\u00e4risch k\u00f6nnen sie kaum gewinnen, aber es ist m\u00f6glich, einen Zusammenbruch zu provozieren.<\/p>\n<p class=\"article even\">Der Bericht enth\u00e4lt zwei tendenziell positive Aspekte: Die M\u00e4r angeblicher Binnenfluchtalternativen (statt nach Deutschland k\u00f6nne man nach Kabul oder Masar-i-Scharif fliehen) erodiert langsam; und bis Oktober wird erst einmal nicht abgeschoben \u2013 von Straft\u00e4tern und \u00c4hnlichen abgesehen. Das ist eine Verschnaufpause f\u00fcr viele, aber auch nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Gr\u00f6\u00dftenteils aber kollidiert der Bericht nicht nur mit der Realit\u00e4t, sondern auch mit Einsch\u00e4tzungen der UNO, die die Autoren eigentlich als Quelle verwendet haben wollen. Zur Lage in den Provinzen offenbart er grobe Kenntnisl\u00fccken. Zudem machen sich die Autoren unkritisch die Selbstdarstellung der Taliban zu eigen. Indirekt insinuieren sie, man k\u00f6nne sich als Afghane mit ihrer Herrschaft arrangieren, dann m\u00fcsse man auch nicht aus dem Land fliehen. Auch das ist selbstreferenziell.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5433769\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Afghanistanbericht stilisiert Ausl\u00e4nder zu den gr\u00f6\u00dften Opfern des Krieges. 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