{"id":1248,"date":"2017-06-03T10:08:54","date_gmt":"2017-06-03T10:08:54","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1248"},"modified":"2017-06-03T10:08:54","modified_gmt":"2017-06-03T10:08:54","slug":"fluechtlinge-in-berlin-proteste-entzweien-fluechtlingshelfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlinge-in-berlin-proteste-entzweien-fluechtlingshelfer\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge in Berlin: Proteste entzweien Fl\u00fcchtlingshelfer"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Im Dialog mit Bewohnern wollen Senat und Bezirk k\u00fcnftig die Situation im Rathaus Wilmersdorf verbessern. Vor der Notunterkunft protestieren Gefl\u00fcchtete seit Tagen gegen ihre Lage.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Angesichts der andauernden Proteste Gefl\u00fcchteter gegen schlechte Wohnbedingungen und gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe durch Security-Mitarbeiter in der Fl\u00fcchtlingsunterkunft im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf hat der Senat nun einen Dialogprozess angeschoben. Jeden Mittwoch soll es k\u00fcnftig Gespr\u00e4chsrunden geben, bei denen die Bewohner mit Verantwortlichen Probleme ansprechen und L\u00f6sungen suchen k\u00f6nnen. Das haben das Landesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsangelegenheiten (LAF), das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, der Arbeiter-Samariter-Bund, der das Haus betreibt, Bewohnervertreter und die \u201eFreiwilligeninitiative Rathaus Wilmersdorf\u201c, die die Bewohner seit Er\u00f6ffnung der Unterkunft unterst\u00fctzt, vergangene Woche vereinbart.<\/p>\n<h6>Bettwanzen, \u00dcbergriffe<\/h6>\n<p class=\"article even\">Bereits seit Tagen campieren Bewohner vor der Notunterkunft. Ihre Zahl ist unterdessen von 40 auf unter zehn gesunken. Sie protestieren gegen Bettwanzen, gewaltsame \u00dcbergriffe von Securitymitarbeitern, schlechtes Essen, nicht verschlie\u00dfbare Zimmer und zu wenig Duschen in dem fr\u00fcheren B\u00fcrohaus. Ein kleines Zeltdorf auf einer benachbarten Gr\u00fcnfl\u00e4che wurde inzwischen abgebaut, die leere Gr\u00fcnfl\u00e4che vom Bezirksamt eingez\u00e4unt \u2013 aus Angst, dass darauf ein neuer Oranienplatz entstehen k\u00f6nnte. Eine Antifagruppe hatte vergangenen Woche im Internet zu Zeltspenden und einem Solidarit\u00e4tskonzert aufgerufen, den Aufruf inzwischen aber zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Das LAF will die Probleme nun angehen: So sollen laut taz-Informationen bald T\u00fcrschl\u00f6sser eingebaut werden. Bisher wollte das Amt die Kosten daf\u00fcr sparen, da die Unterkunft zum Jahresende ohnehin schlie\u00dfen soll. Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung soll k\u00fcnftig auch pr\u00e4ventiv betrieben werden. Bisher wurde das Ungeziefer nur in den Zimmern bek\u00e4mpft, in denen Bewohner Befall meldeten.<\/p>\n<h6>Polizei ermittelt<\/h6>\n<p class=\"article even\">Zu den \u00dcbergriffen von Securitymitarbeitern laufen polizeiliche Ermittlungen. Als nicht realistisch bezeichnete das LAF laut dem der taz vorliegenden Protokoll des Gespr\u00e4chs vergangene Woche jedoch einen schnellen Umzug der 950 Bewohner in besser ausgestattete Heime: Dazu gebe es nicht gen\u00fcgend freie Pl\u00e4tze. Auch der Einbau von K\u00fcchen zur Selbstversorgung sei in Wilmersdorf nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Initiative Moabit hilft, die die protestierenden Bewohner unterst\u00fctzt, kritisiert, an dem Dialogprozess nicht beteiligt worden zu sein. Unter den dazu eingeladenen Bewohnern sei zudem keiner der Protestierenden gewesen. Die Initiative beklagt auch, dass die Protestler von einem Securitymann und der Freiwilligeninitiative Rathaus Wilmersdorf unter Druck gesetzt w\u00fcrden und ihnen mit Kindesentzug und Abschiebung gedroht werde.<\/p>\n<h6>Helfer uneins<\/h6>\n<p class=\"article even\">Die Wilmersdorfer Freiwilligeninitiative, die mit gut 100 Ehrenamtlichen seit 21 Monaten in der Unterkunft t\u00e4tig ist, Patenschaften f\u00fcr Bewohner \u00fcbernimmt und Deutschunterricht anbietet, weist das scharf zur\u00fcck. \u201eWir haben die Protestler lediglich auf m\u00f6glichen Folgen hingewiesen. Das verstehe ich unter verantwortlicher Sozialarbeit\u201c, so Sprecher Holger Michel. Der Bezirk werde ein Camp nicht akzeptieren. Eine Zwangsr\u00e4umung w\u00e4re f\u00fcr die Betroffenen traumatisierend. \u201eWenn Kinder im Freien schlafen, riskierten Eltern ein Eingreifen des Jugendamtes\u201c, so Michel. \u201eIm schlimmsten Fall werden die Kinder in Obhut genommen. Au\u00dferdem kann dies Auswirkungen auf den Asylantrag haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"article odd\">Ein Konflikt zwischen einer Hilfsorganisation, die Probleme im Dialog mit Beh\u00f6rden l\u00f6sen m\u00f6chte, und einer, die die Probleml\u00f6sung im Herstellen von \u00d6ffentlichkeit sieht? Die Gr\u00fcnen-Abgeordnete Canan Bayram fordert das LAF auf, mit beiden Gruppen zu reden und sie nicht gegeneinander auszuspielen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Fluechtlinge-in-Berlin\/!5410104\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dialog mit Bewohnern wollen Senat und Bezirk k\u00fcnftig die Situation im Rathaus Wilmersdorf verbessern. 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