{"id":1215,"date":"2017-04-07T07:41:39","date_gmt":"2017-04-07T07:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1215"},"modified":"2017-04-07T07:43:55","modified_gmt":"2017-04-07T07:43:55","slug":"nach-freizug-der-berliner-turnhallen-senat-gibt-sich-betont-sportlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/nach-freizug-der-berliner-turnhallen-senat-gibt-sich-betont-sportlich\/","title":{"rendered":"Nach Freizug der Berliner Turnhallen; Senat gibt sich betont sportlich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die letzten Fl\u00fcchtlinge sind aus Turnhallen ausgezogen, jetzt soll z\u00fcgig saniert werden, verspricht der Senat. Bislang hat das nicht geklappt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die erste H\u00fcrde hat der Senat genommen \u2013 jetzt kommt die n\u00e4chste. Am Freitag zogen, wie von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) zu Jahresbeginn versprochen, die letzten Gefl\u00fcchteten aus einer Turnhalle aus. Nun gilt es, die Sportst\u00e4tten m\u00f6glichst schnell wieder f\u00fcr ihren ureigenen Zweck nutzbar zu machen. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres im September sollten m\u00f6glichst alle Hallen wieder dem Sport zur Verf\u00fcgung stehen, forderte der Pr\u00e4sident Landessportbund Berlin (LSB), Klaus B\u00f6ger, im RBB Inforadio.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">R\u00fcckblick: Als im Sommer 2015 die Zahl der Fl\u00fcchtlinge rasant steigt und das damalige Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso), das heute Landesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsangelegenheiten (LAF) hei\u00dft, mit der Unterbringung nicht hinterherkommt, werden in der Not Turnhallen beschlagnahmt. Auf dem H\u00f6hepunkt der Unterbringungskrise, die viele \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c nennen, leben in Berlin mehr als 10.000 Gefl\u00fcchtete in 62 Sportst\u00e4tten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Fehler und Verz\u00f6gerungen<br \/>\n<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"> Je mehr sich das Provisorium in die L\u00e4nge zieht, desto mehr Kritik gibt es \u2013 vor allem wegen der unhaltbaren Situation f\u00fcr die BewohnerInnen, die teils \u00fcber ein Jahr auf Feldbetten ohne Privatsph\u00e4re hausen m\u00fcssen. Aber die Beh\u00f6rden versagen auf fast jeder Linie: Erst kommt der Bau neuer Heime f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge in Container- oder modularer Bauweise nur schleppend in Gang, vor allem weil Bezirke und Senat monatelang \u00fcber Standorte streiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dann verz\u00f6gern fehlerhafte Ausschreibungen durch das LAF oder Baum\u00e4ngel den Bezug der Unterk\u00fcnfte. Erst als der neue Senat im Dezember wieder den Notstand erkl\u00e4rt und damit seine rechtlichen M\u00f6glichkeiten ausweitet, etwa Interimsbetreiber einfach einsetzt, kommt Schwung in die Sache.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Doch ob der anh\u00e4lt? Bislang sind laut LSB nur f\u00fcnf Turnhallen fertig saniert und wieder f\u00fcr den Sport nutzbar: die Jahnsporthalle in Neuk\u00f6lln, zwei in Friedrichshain-Kreuzberg (Tempelhofer Ufer und Geibelstra\u00dfe) sowie zwei in Mahrzahn-Hellersdorf (Am Baltenweg und Carola-Neher-Stra\u00dfe).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Dagegen sind etwa das Horst-Korber-Zentrum und die Rudolf-Harbug-Halle am Olympiastadion, aus denen die Fl\u00fcchtlinge bereits Anfang Mai 2016 ausgezogen waren, bis heute geschlossen. Eine Mitarbeiterin der Pressestelle des LSB erkl\u00e4rt dies damit, dass LAF und Finanzverwaltung erst im Oktober \u2013 f\u00fcnf Monate nach dem Freizug \u2013 die 3,1 Millionen Euro Sanierungsmittel freigegeben haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">So soll es nicht weitergehen, betonen alle Beteiligten. Sportsenator Andreas Geisel (SPD) erkl\u00e4rte vor Kurzem, man werde beim Geld nun gro\u00dfz\u00fcgig sein und nicht lange diskutieren, ob diese oder jene Kachel schon vor den Fl\u00fcchtlingen kaputt war. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sagte am Freitag, man habe sich mit den Bezirken \u201ebereits auf den erforderlichen Sanierungsbedarf verst\u00e4ndigt\u201c. Laut seiner Sprecherin gibt es eine Kostenplanung f\u00fcr rund 40 bereits \u00fcberpr\u00fcfte Hallen, die bei 15 Millionen Euro liegt. Dazu k\u00e4me noch der \u201eSanierungsbonus\u201c von 50.000 bis 200.000 Euro, wenn es eine Bezirkshalle ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Trotzdem graust den Sportfunktion\u00e4ren vor dem Beh\u00f6rdendschungel. \u201eWir brauchen vereinfachte Ausschreibungen, sie sind bisher zu b\u00fcrokratisch\u201c; sagt LSB-Vizepr\u00e4sident Thomas H\u00e4rtel. \u201eEs steht zu bef\u00fcrchten, dass in manchen F\u00e4llen die Sanierung l\u00e4nger dauert als die Belegung mit Fl\u00fcchtlingen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Umzug in Tempohomes<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">F\u00fcr die wiederum ist die Odyssee ohnehin noch nicht vor\u00fcber. Viele Gefl\u00fcchtete wurden aus ihrer Turnhalle in eine Containerunterkunft gebracht \u2013 die aber halten nur drei Jahre. Laut Sozialverwaltung sind f\u00fcnf dieser Containerd\u00f6rfer, auch Tempo\u00adhomes genannt, fertiggestellt, weitere zehn seien im Bau oder in der Planung. Andere Gefl\u00fcchtete zogen in Gemeinschaftsunterk\u00fcnfte, aus denen sie aber perspektivisch in eigene Wohnungen ziehen sollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die eigentliche Dauerl\u00f6sung f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten, die Modularen Unterk\u00fcnfte (MUFs), also H\u00e4user in Fertigbauweise, lassen dagegen gro\u00dfenteils auf sich warten. Erst drei davon stehen, zwei in Marzahn, eines in Reinickendorf, rund 1.150 Turnhallen-Bewohnerinnen kamen dort unter. 16 weitere MUFs sind im Bau beziehungsweise in der Planung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Doch ob das reicht? Weiterhin leben rund 12.000 Fl\u00fcchtlinge in Notunterk\u00fcnften. Die gr\u00f6\u00dften und umstrittensten \u2013 die Hangars am Exflughafen Tempelhof, das ICC, die Knobelsdorff-Kaserne \u2013 freizumachen sei das n\u00e4chste Ziel, erkl\u00e4rte Breitenbach am Freitag. Die Pr\u00e4sidentin des LAF, Claudia Langeheine, erg\u00e4nzte: \u201eUns ist bewusst, dass auch in den kommenden Monaten beim Bau von neuen Unterk\u00fcnften und der Umwandlung von Notunterk\u00fcnften viel Arbeit vor uns liegt.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Nach-Freizug-der-Berliner-Turnhallen\/!5393738\/\" target=\"_blank\"><em>Quelle: Taz.de<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Fl\u00fcchtlinge sind aus Turnhallen ausgezogen, jetzt soll z\u00fcgig saniert werden, verspricht der Senat. Bislang hat das nicht geklappt. Die erste H\u00fcrde hat der Senat genommen \u2013 jetzt kommt die n\u00e4chste. Am Freitag zogen, wie von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) zu Jahresbeginn versprochen, die letzten Gefl\u00fcchteten aus einer Turnhalle aus. Nun gilt es, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":866,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1215","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Refugees-in-Camp.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1215"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1221,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215\/revisions\/1221"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/866"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}