{"id":1122,"date":"2016-08-19T09:47:51","date_gmt":"2016-08-19T09:47:51","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1122"},"modified":"2016-08-19T09:47:51","modified_gmt":"2016-08-19T09:47:51","slug":"kommentar-berliner-fluechtlingsheime-der-skandal-ist-nicht-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/kommentar-berliner-fluechtlingsheime-der-skandal-ist-nicht-vorbei\/","title":{"rendered":"Kommentar Berliner Fl\u00fcchtlingsheime: Der Skandal ist nicht vorbei"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Die K\u00fcndigung der Betreiberfirma Pewobe war \u00fcberf\u00e4llig. Sie darf aber nicht die gravierenden M\u00e4ngel in der Versorgung von Fl\u00fcchtlingen verdecken.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Am Sonntag verk\u00fcndete Berlins Sozialsenator Mario Czaja, <a href=\"http:\/\/taz.de\/Aus-fuer-Fluechtlingsheimbetreiber-in-Berlin\/%215325153\/\" target=\"_blank\" shape=\"rect\">s\u00e4mtliche Vertr\u00e4ge mit der Heimbetreiberfirma Pewobe zu k\u00fcndigen<\/a>, und zwar fristlos. Ob der CDU-Politiker auch dann ein so deutliches Zeichen gesetzt h\u00e4tte, wenn in der Hauptstadt nicht gerade Wahlkampf w\u00e4re?<\/p>\n<p class=\"article even\">Den Ausschlag f\u00fcr die K\u00fcndigung hatten interne Mails gegeben, die die <em>B.Z<\/em>. ver\u00f6ffentlicht hatte. Leitende Pewobe-Angestellte hatten darin \u00fcber Guillotinen f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder gewitzelt und dar\u00fcber, dass die \u201eMaximalpigmentierten\u201c ja den bei den Hinrichtungen entstehenden Dreck wegmachen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Ein kaum zu fassender Skandal \u2013 aber keinesfalls das erste Mal, dass die private Betreiberfirma in der Kritik steht. Schon 2013 hatte sie zweifelhafte Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie einer Gruppe ehrenamtlicher DeutschlehrerInnen Hausverbot erteilt hatte. Der Grund: Die HelferInnen hatten zuvor Missst\u00e4nde in einer der Unterk\u00fcnfte kritisiert \u2013 viel zu wenig Duschen, keine Gemeinschaftsr\u00e4ume, keine Kinderbetreuung.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u00c4hnliche Kritik hatte es an der Pewobe, die in Berlin zeitweise elf Fl\u00fcchtlingsheime mit mehr als 3.000 BewohnerInnen betrieb, seitdem immer wieder gegeben: In einem Heim war monatelang der Brandschutz nicht gesichert, in anderen blieben Sozialarbeiterstellen unbesetzt, dann wieder schimmelten Zimmer. Und auch der Umgang mit Kritik blieb \u00e4hnlich: Der Fl\u00fcchtlingshilfe-Initiative \u201eHellersdorf Hilft\u201c hatte die Firma zuletzt mit einer Unterlassungserkl\u00e4rung gedroht, nachdem diese Missst\u00e4nde angeprangert hatte.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Fl\u00fcchtlingshilfe-Organisationen und linke Oppositionsparteien hatten schon lange gefordert, mit dieser Firma d\u00fcrfe es keine Vertr\u00e4ge mehr geben. Reagiert hatte der Senat nicht. Im Gegenteil: Der Skandal um die mutma\u00dfliche Vetternwirtschaft zwischen dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales (Lageso) und Berliner Heimbetreibern betraf auch die Pewobe. Dass der Pewobe-Chef Helmuth Penz, ein umtriebiger Unternehmer in der Sozial- und Baubranche, im ber\u00fcchtigten Berliner Filz gut verankert ist, wird ihm schon seit den 1990ern nachgesagt.<\/p>\n<p class=\"article even\">Wahlkampfget\u00f6se hin oder her \u2013 die fristlose K\u00fcndigung dieser Firma war \u00fcberf\u00e4llig. Der hinter diesen Ereignissen liegende Skandal ist damit aber nicht vorbei: Dass das Land Berlin ohne Ausschreibung Auftr\u00e4ge an dubiose Heimbetreiber vergibt, dass diese insbesondere f\u00fcr den Betrieb von Notunterk\u00fcnften so gut wie keine Auflagen erf\u00fcllen m\u00fcssen und die Einhaltung dieser wenigen Auflagen kaum \u00fcberpr\u00fcft wird \u2013 das ist ein Zustand, der auch mit der Pewobe-K\u00fcndigung nicht vom Tisch ist.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Bilder der in der Hochsommerhitze vor dem Berliner Lageso wartenden Fl\u00fcchtlinge von vor einem Jahr m\u00f6gen Geschichte sein \u2013 die Unf\u00e4higkeit der Berliner Beh\u00f6rden, diese Menschen w\u00fcrdig unterzubringen, ist es nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Berliner-Fluechtlingsheime\/!5330500\/\" target=\"_blank\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Quelle: taz<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K\u00fcndigung der Betreiberfirma Pewobe war \u00fcberf\u00e4llig. 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