{"id":1103,"date":"2016-06-21T21:48:23","date_gmt":"2016-06-21T21:48:23","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1103"},"modified":"2016-06-21T21:48:23","modified_gmt":"2016-06-21T21:48:23","slug":"neue-zahlen-zur-fluechtlingsbewegung-die-weltgemeinschaft-ist-gescheitert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/neue-zahlen-zur-fluechtlingsbewegung-die-weltgemeinschaft-ist-gescheitert\/","title":{"rendered":"Neue Zahlen zur Fl\u00fcchtlingsbewegung: Die Weltgemeinschaft ist gescheitert"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">\u00dcber 65 Millionen Menschen wurden 2015 durch Krisen und Konflikte aus ihrer Heimat vertrieben. Die Zahl belegt einen neuen H\u00f6chststand.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">BERLIN <em>taz<\/em> | Mehr Menschen denn je sind auf der Flucht. Nach den am Montag vom UN-Fl\u00fcchtlingswerk UNHCR ver\u00f6ffentlichten Zahlen mussten bis Ende Dezember 2015 65,3 Millionen ihre Heimat verlassen. Ein Jahr zuvor waren es 59,5 Millionen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Statistisch gesehen ist damit jeder 113. Mensch auf der Welt entweder asylsuchend, binnenvertrieben oder anerkannter Fl\u00fcchtling \u2013 eine weiterer neuer H\u00f6chststand. Die Zahl entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Gro\u00dfbritannien oder Frankreich. Rund 41 Mil\u00adlionen, die im eigenen Land fliehen, sind eingerechnet.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Das belegt das Scheitern der Weltgemeinschaft bei der Beilegung von Konflikten. Seit Mitte der 1990er nehmen Flucht und Vertreibung zu, in den letzten f\u00fcnf Jahren immer schneller. Zu alten Krisengebieten wie Afghanistan oder Somalia kamen neue wie Syrien, der S\u00fcdsudan, Burundi, die Ukraine oder die Zentralafrikanische Repu\u00adblik. Die meisten neuen Binnenfl\u00fcchtlinge gab es 2015 im Jemen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Mehrheit der Fl\u00fcchtlinge kommt nicht weit. Zwar stehen die Bem\u00fchungen Europas bei der Aufnahme im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Tats\u00e4chlich aber haben 86 Prozent der Fl\u00fcchtlinge, die 2015 unter dem Mandat von UNHCR standen, in Entwicklungsl\u00e4ndern Schutz gesucht. Sie bleiben in unmittelbarer N\u00e4he der Konfliktgebiete.<\/p>\n<h6>Warnung vor Gleichg\u00fcltigkeit<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Mit \u00fcber 17 Fl\u00fcchtlingen je 100 Einwohnern hat der Libanon im Verh\u00e4ltnis zur Bev\u00f6lkerung mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen als jedes andere Land. In Relation zur Wirtschaftskraft leben die meisten Fl\u00fcchtlinge in der Demokratischen Repu\u00adblik Kongo <em>(siehe Grafik).<\/em> Keines dieser L\u00e4nder kann eine ausreichend Versorgung gew\u00e4hrleisten. Sie brauchen die Unterst\u00fctzung internationaler Hilfsorganisationen, die ihrerseits auf Spenden angewiesen sind.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eH\u00f6chst beunruhigend\u201c nennt UN-Fl\u00fcchtlingskommissar Filippo Grandi die Zahlen. \u201eAuf dem Meer verlieren erschreckend viele Menschen ihr Leben, der Landweg ist durch geschlossene Grenzen zunehmend blockiert, und in manchen L\u00e4ndern wird gegen Asyl politisch Stimmung gemacht.\u201c<\/p>\n<p><span class=\"body\"><a class=\"picture half\" href=\"http:\/\/www.taz.de\/picture\/1276678\/948\/taz_160620_Fluechtlingszahlen_online.jpeg\" target=\"fullImage\" shape=\"rect\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.taz.de\/picture\/1276678\/624\/taz_160620_Fluechtlingszahlen_online.jpeg\" alt=\"\" width=\"721\" height=\"543\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"caption\">Die Verteilung von Fl\u00fcchtlingen nach Ziell\u00e4ndern, Aufnahme absolut und nach Bev\u00f6lkerungsanteil (zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken)\u00a0 <span class=\"credit\">Grafik: infotext-berlin.de<\/span><\/p>\n<p class=\"article odd\">Pro Asyl warnt anl\u00e4sslich des heutigen Weltfl\u00fcchtlingstags vor einer \u201eKultur der Gleichg\u00fcltigkeit\u201c gegen\u00fcber Fl\u00fcchtenden. Europa werde bald \u201efaktisch f\u00fcr Schutzsuchende nicht mehr erreichbar sein\u201c, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer G\u00fcnter Burkhardt.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eDie EU und auch Deutschland setzen vornehmlich auf die Bek\u00e4mpfung \u201airregul\u00e4rer Migration\u2018\u2009\u201c, sagt Cornelia F\u00fcllkrug-Weitzel, Pr\u00e4sidentin von Brot f\u00fcr die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe. Bisher h\u00e4tten die europ\u00e4ischen Staaten ihre Verpflichtung aus dem EU-Ratsbeschluss von September letzten Jahres, 160.000 Fl\u00fcchtlinge aus Italien und Griechenland aufzunehmen, kaum eingel\u00f6st. \u201eH\u00f6chste Priorit\u00e4t hat jetzt, dass alle L\u00e4nder ihre Zusagen einhalten und Aufnahmepl\u00e4tze f\u00fcr Asylsuchende bereitstellen\u201c, so Ulrich Lilie, Pr\u00e4sident der Diakonie Deutschland.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Am Freitag k\u00fcndigte die Hilfsorganisation \u00c4rzte ohne Grenzen an, aus Protest gegen die Fl\u00fcchtlingspolitik der EU kein Geld mehr von der Union und ihren Mitgliedstaaten anzunehmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Neue-Zahlen-zur-Fluechtlingsbewegung\/!5314307\/\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Quelle: taz<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 65 Millionen Menschen wurden 2015 durch Krisen und Konflikte aus ihrer Heimat vertrieben. 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