{"id":1096,"date":"2016-05-30T20:43:43","date_gmt":"2016-05-30T20:43:43","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1096"},"modified":"2016-05-30T20:44:12","modified_gmt":"2016-05-30T20:44:12","slug":"fluechtlinge-kinder-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/fluechtlinge-kinder-in-gefahr\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge: Kinder in Gefahr"},"content":{"rendered":"<p>Noch nie sind so viele Kinder und Jugendliche allein \u00fcber das Mittelmeer geflohen. Wie gef\u00e4hrlich die Reise ist, zeigt der Tod Hunderter Fl\u00fcchtlinge am Wochenende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Sie sind jung. Sie sind allein. Und es werden immer mehr. Fast 6.900 Kinder und Jugendliche sind in den ersten f\u00fcnf Monaten des Jahres bereits \u00fcber das Mittelmeer nach Italien \u2013 ohne Eltern oder andere Begleitung. Das berichtet das Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Carlotta Sami, Sprecherin des UNHCR f\u00fcr S\u00fcdeuropa, sagte ZEIT ONLINE, der Anteil der Minderj\u00e4hrigen unter den Fl\u00fcchtlingen steige dramatisch. Insgesamt seien inzwischen <a class=\"\" href=\"http:\/\/data.unhcr.org\/mediterranean\/regional.php\" target=\"_blank\">mehr als ein Drittel aller Fl\u00fcchtlinge<\/a>, die \u00fcber das Mittelmeer nach Europa kommen, Kinder unter 18 Jahren. Darin enthalten sind auch solche Kinder, die mit ihren Eltern reisen. Besonders stark aber stieg zuletzt die Zahl der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen, die \u00fcber Libyen nach Italien wollten. Ihr Anteil ist im Vergleich zu den ersten f\u00fcnf Monaten 2015 um 170 Prozent gestiegen.<\/p>\n<div>\u00a0Auch andere Hilfsorganisationen beobachten diesen Trend. Flavio Di Giacomo, Sprecher der Internationale Organisation f\u00fcr Migration (IOM) in Rom, best\u00e4tigte gegen\u00fcber ZEIT ONLINE die hohe Zahl allein reisender Jugendlicher. Gemma Parkin, Sprecherin von\u00a0 Save the Children in Gro\u00dfbritannien, sagte der Zeitung <a class=\"\" href=\"http:\/\/www.independent.co.uk\/news\/world\/europe\/refugee-crisis-children-make-up-more-than-a-third-of-arrivals-and-more-than-ever-are-making-deadly-a7052911.html\" target=\"_blank\"><em>The Independent<\/em><\/a>, ihren Mitarbeiter in Italien begegneten viele sehr junge allein reisende Fl\u00fcchtlingskinder. &#8222;Wir haben Kinder von neun Jahren angetroffen, die ganz auf sich allein gestellt waren.&#8220;<\/div>\n<h2 class=\"article__subheading article__item\">Die einzige Chance<\/h2>\n<p class=\"paragraph article__item\">Warum aber machen sich so viele Jugendliche auf eigene Faust auf den weiten Weg? Parkin spricht von der wachsenden Verzweiflung der Menschen, die in den Fl\u00fcchtlingslagern Nordafrikas und des Nahen Ostens leben m\u00fcssten. Sie verl\u00f6ren zunehmend ihre Hoffnung auf die Hilfsprogramme der Vereinten Nationen. &#8222;Die Menschen dort haben das Gef\u00fchl, dass es ihre einzige Chance ist, wenn sie sich auf die Reise machen. Wenn ihre wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten begrenzt sind, dann schicken sie ihr \u00e4ltestes Kind, meist einen Jungen im Teenageralter, damit es Arbeit findet und Geld zur\u00fcckschickt&#8220;, sagt Parkin.<\/p>\n<div id=\"iq-artikelanker\">\u00a0Die Reise ist mit gro\u00dfen Gefahren verbunden. Sie beginnen nicht erst auf dem Meer. Schon im vergangenen Jahr wurden allein reisende Jugendliche an der K\u00fcste Libyens von Erpresserbanden erwartet. Ein jugendlicher Eritreer berichtete ZEIT ONLINE, er sei w\u00e4hrend seiner Suche nach einem Boot von einer solchen Bande gefangen genommen worden. Sie h\u00e4tten ihn wochenlang eingesperrt und erst wieder freigelassen, nachdem seine Familie ein L\u00f6segeld gezahlt hatte. \u00c4hnlich erging es auch anderen Jugendlichen, die ZEIT ONLINE sprach. Nachdem sie sich freigekauft h\u00e4tten, habe ihr Geld nur noch f\u00fcr den Platz in einem maroden Schlauchboot gereicht. Nichts deutet darauf hin, dass sich die Situation ge\u00e4ndert hat.<\/div>\n<aside class=\"portraitbox article__item article__item--marginalia\">\n<h3 class=\"portraitbox__heading\"><\/h3>\n<\/aside>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie m\u00f6rderisch die anschlie\u00dfende \u00dcberfahrt enden kann, zeigen die Zahlen des vergangenen Wochenendes. <a class=\"\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-05\/mittelmeer-fluechtlinge-schiffe-untergaenge-todesopfer-unhcr\" target=\"_blank\">Bis zu 700 Menschen k\u00f6nnten nach Angaben des UNHCR in den vergangenen Tagen ertrunken sein<\/a>, nachdem drei Boote gesunken waren. Das gute Wetter und die ruhige See hatten viele Fl\u00fcchtlinge dazu bewegt, die gef\u00e4hrliche \u00dcberfahrt zu wagen. 13.000 Menschen wurden seit Wochenanfang von Marine- und Rettungsschiffen aus Seenot gerettet. Allein am Samstag waren es mehr als 650.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Trotz der Gefahr nimmt die Zahl der Fl\u00fcchtlinge massiv zu, die die \u00dcberfahrt wagen. Sie steigt tendenziell schon seit drei Monaten, aber in der vergangenen \u00a0Woche gab es einen noch gr\u00f6\u00dferen Schub: <a class=\"\" href=\"http:\/\/migration.iom.int\/europe\/\" target=\"_blank\">Die Zahl hat sich im Vergleich zur Vorwoche fast verdoppelt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die allermeisten der Menschen, die sich von Libyen nach Italien aufmachen, stammen aus Nigeria, Gambia, Senegal, Guinea, Eritrea, Somalia und der Elfenbeink\u00fcste. Die Sorge, die Zahl der Syrer und Iraker k\u00f6nne hier nach der Schlie\u00dfung der Balkanroute wieder zunehmen, hat sich bislang nicht best\u00e4tigt. Die zentrale Mittelmeerroute gilt inzwischen als die t\u00f6dlichste Fl\u00fcchtlingsroute der Welt. IOM z\u00e4hlte im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Ertrunkene. In diesem Jahr k\u00f6nnten es nun schon wieder weit \u00fcber tausend sein.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\n<p class=\"paragraph article__item\">von Karsten Polke-Majewski<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2016-05\/fluechtlinge-kinder-jugendliche-alleinreisend-libyen\" target=\"_blank\">Quelle: zeit Online<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch nie sind so viele Kinder und Jugendliche allein \u00fcber das Mittelmeer geflohen. 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