{"id":1088,"date":"2016-05-12T11:54:35","date_gmt":"2016-05-12T11:54:35","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1088"},"modified":"2016-05-12T11:54:35","modified_gmt":"2016-05-12T11:54:35","slug":"abschiebung-von-fluechtlingen-in-berlin-familien-getrennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/abschiebung-von-fluechtlingen-in-berlin-familien-getrennt\/","title":{"rendered":"Abschiebung von Fl\u00fcchtlingen in Berlin: Familien getrennt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article first odd\">Bisher galt es meist als Abschiebehindernis, wenn nicht alle Familienmitglieder am Tag der Abschiebung anzutreffen waren. Anders im Fall der Familie Morina aus dem Kosovo. Dienstag fr\u00fch brachte die Polizei nur den Vater und die vier j\u00fcngsten Kinder zum Flughafen Sch\u00f6nefeld. Gegen 14.30 Uhr startete der Flieger. Die Mutter blieb indes in der gemeinsamen Wohnung zur\u00fcck. Sie sollte auf die \u00e4lteste Tochter warten, die bei Freunden \u00fcbernachtet hatte. Insgesamt wurden in der Maschine 97 Menschen nach Serbien, Bosnien und in den Kosovo geflogen.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eEigentlich ist es nicht zul\u00e4ssig, dass Eltern von ihren Kindern getrennt werden\u201c, sagte Rechtsanw\u00e4ltin Anya Lean, die die Familie Morina betreut. Sie h\u00e4lt die Abschiebung f\u00fcr rechtswidrig und hatte am Dienstag versucht, sie durch einen Eilantrag an das Verwaltungsgericht und eine Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht zu verhindern. Bei dem j\u00fcngsten Sohn sei noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt, ob er traumatisiert ist, er ist in psychologischer Behandlung. \u201eEs lag eine eidesstattliche Versicherung vor, dass die Mutter die wichtigste Bezugsperson des Jungen ist. Das Gericht hat mit der Begr\u00fcndung abgelehnt, dass eine kurze Trennungszeit dem Kind vermittelt werden k\u00f6nne\u201c, sagte Lean.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Mutter steht au\u00dferdem kurz vor einer Operation, die \u00e4lteste Tochter h\u00e4tte am Dienstag eigentlich ihre schriftliche Mathepr\u00fcfung f\u00fcr die Berufsbildungsreife schreiben sollen. Die Familie hatte sich bereits an die H\u00e4rtefallkommission gewandt. Auch lag der Innenverwaltung eine Petition vor, die das soziale und k\u00fcnstlerische Engagement der Kinder betonte.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eEs ist wahrscheinlich nicht das erste Mal, dass Familienmitglieder getrennt werden, aber bisher war das noch nicht richtige Praxis\u201c, sagte Lean. Gerade bei Abschiebungen in den Kosovo w\u00fcrde inzwischen h\u00e4rter durchgegriffen. Die zust\u00e4ndige Senatsverwaltung teilte mit, dass die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde in der Regel bestrebt sei, Familien gemeinsam abzuschieben. Familientrennungen seien im Einzelfall aber zul\u00e4ssig, wenn die Polizei nicht alle Familienmitglieder antrifft und unklar sei, wo sie sich aufhielten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Polizei, Innenverwaltung und Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde f\u00fchren zurzeit zweimal im Monat gr\u00f6\u00dfere Aktionen durch, bei denen jeweils rund 100 Menschen abgeschoben werden. Dabei arbeiten sie auch mit anderen Bundesl\u00e4ndern zusammen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">\n<p class=\"article odd\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Abschiebung-von-Fluechtlingen-in-Berlin\/!5301334\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher galt es meist als Abschiebehindernis, wenn nicht alle Familienmitglieder am Tag der Abschiebung anzutreffen waren. Anders im Fall der Familie Morina aus dem Kosovo. 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