{"id":1065,"date":"2016-03-16T21:49:58","date_gmt":"2016-03-16T21:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1065"},"modified":"2016-03-16T21:49:58","modified_gmt":"2016-03-16T21:49:58","slug":"senat-stellt-integrationsplan-vor-die-masterin-der-planlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/senat-stellt-integrationsplan-vor-die-masterin-der-planlosigkeit\/","title":{"rendered":"Senat stellt Integrationsplan vor: Die Masterin der Planlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Ein Masterplan soll die Teilhabe der Gefl\u00fcchteten am gesellschaftlichen Leben regeln. Drin stehen viel Altbekanntes und vage Andeutungen. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Wie kann die Integration von Gefl\u00fcchteten gut gelingen? Diese Frage will der Senat mit dem Masterplan Integration beantworten, den der Regierende B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller und Integrationssenatorin Dilek Kolat (beide SPD) am Dienstag vorstellten. Wer wesentliche Neuerungen erwartet hat, wird jedoch entt\u00e4uscht. Viele im Plan angesprochene Ma\u00dfnahmen gibt es bereits, teils wird lediglich ihre Ausweitung versprochen. Auch Abschiebungen sollen erleichtert werden. An anderen Punkten bleibt der Plan vage.<\/p>\n<p class=\"article even\">Unklar, so M\u00fcller, seien die Kosten. Der Doppelhaushalt 2016\/17 sieht bereits rund 120 Millionen Euro pro Jahr f\u00fcr Integrationsaufgaben vor. Wie viel der Bund \u00fcbernimmt, wird noch verhandelt, der Senat erwartet, dass dieser 50 Prozent der Kosten tragen wird. Denn Integration sei keine kommunale Aufgabe, sondern eine gesamtgesellschaftliche. Und das, so Kolat, \u201ef\u00fcr die n\u00e4chsten sieben bis zehn Jahre\u201c.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Eine andere Zahl steht allerdings schon fest: 238.000 Euro hat das Unternehmen McKinsey bekommen, um den Masterplan zu erstellen. Die Aufregung dar\u00fcber verstehe er nicht, sagt M\u00fcller. \u201eMcKinsey hat bereits die Bundesregierung beraten, sie haben ihr Wissen \u00fcber Prozesse und Ma\u00dfnahmen in anderen Bundesl\u00e4ndern und L\u00e4ndern beigesteuert.\u201c Daf\u00fcr biete Berlin Gefl\u00fcchteten nun als erstes Bundesland ein umfassendes Integrationskonzept.<\/p>\n<h6>Ankunft<\/h6>\n<p class=\"article even\">Integration beginne mit der Ankunft, sagt Kolat. Gefl\u00fcchtete sollen k\u00fcnftig schon bei der Registrierung ein Integrationspaket erhalten: Informationsflyer, die mit den Gefl\u00fcchteten durchgesprochen werden und ihnen direkt die Werte des Zusammenlebens vermitteln sollen. Regis\u00adtriert werden Gefl\u00fcchtete inzwischen gleich, wenn sie in Berlin ankommen, einen Tag sp\u00e4ter stellen sie beim Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge ihren Asylantrag. Damit hat das Land das Chaos bei der Registrierung vor dem Lageso in den Griff bekommen. Die Probleme haben sich zur Auszahlung der Leistungen verlagert, bei der das Amt zurzeit stark im R\u00fcckstand ist.<\/p>\n<h6>Gesundheit<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Viele Fl\u00fcchtlinge kommen mit psychischen Problemen aufgrund von Krieg und Flucht in die Stadt. Bislang gibt es zu wenige Angebote f\u00fcr sie. Laut Masterplan <em>pr\u00fcft<\/em> der Senat nun, bestehende Angebote auszuweiten. Nebenbei erf\u00e4hrt man, dass die Einf\u00fchrung der elektronischen Gesundheitskarte f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, die bis Mitte des Jahres umgesetzt sein sollte, doch erst zum Jahresende vollst\u00e4ndig eingef\u00fchrt wird. F\u00fcr viele Gefl\u00fcchtete hei\u00dft es daher weiterhin Schlange stehen f\u00fcr den neuen Krankenschein.<\/p>\n<h6>Unterbringung<\/h6>\n<p class=\"article even\">Rund 50.000 Fl\u00fcchtlinge kamen 2015 in die Stadt, so viele werden auch dieses Jahr erwartet. Derzeit gibt es rund 40.000 Heimpl\u00e4tze, 10.000 werden bis Mitte des Jahres geschaffen, um die Turnhallen zu leeren. F\u00fcr die langfristige Unterbringung setze man zudem auf MUFs (Modulare Unterk\u00fcnfte), in denen bis Ende 2018 rund 24.000 Pl\u00e4tze entstehen sollen. Zu wenig? M\u00fcller erkl\u00e4rt, dass viele Menschen wieder wegziehen, bei Freunden unterkommen oder selbst eine Wohnung suchen. Aber auch der Regierende gibt zu: Die Unterbringung der Menschen \u201ebleibt in den n\u00e4chsten Jahren die gro\u00dfe Aufgabe\u201c.<\/p>\n<h6>Bildung<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Auch Gefl\u00fcchtete, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, sollen direkt an einem Deutschkurs teilnehmen k\u00f6nnen \u2013 wenn sie nicht aus einem sicheren Herkunftsland kommen. Damit gibt es endlich offizielle Kurse f\u00fcr Menschen aus Afghanistan. Die Sprachkurse an den Volkshochschulen werden um ein Wertemodul erweitert. Bisher haben 6.000 Menschen diese Kurse besucht. Bis sie Gefl\u00fcchtete fl\u00e4chendeckend erreichen, m\u00fcssen an den VHS noch einige neue Deutschlehrer eingestellt werden. Au\u00dferdem sollen Schulen und Kitas \u201ein r\u00e4umlicher N\u00e4he\u201c zu den Unterk\u00fcnften entstehen.<\/p>\n<h6>Arbeitsmarkt<\/h6>\n<p class=\"article even\">Gibt es \u00fcberhaupt Jobs f\u00fcr Gefl\u00fcchtete? Kolat sagt, dass nicht nur Arbeitskr\u00e4fte gesucht w\u00fcrden, die schon perfekt Deutsch sprechen. Sprachniveau B1 sei nicht unbedingt Voraussetzung f\u00fcr einen Job. \u00dcber Willkommen-in-Arbeit-B\u00fcros sollen Gefl\u00fcchtete daher direkt nach Ankunft informiert und ihr K\u00f6nnen abgefragt werden. Gefl\u00fcchtete sollen 1-Euro-Jobs \u00fcbernehmen d\u00fcrfen. \u00dcber Praktika sollen sie m\u00f6glichst schnell in Kontakt mit Betrieben kommen. Gastgewerbe, Hotels und K\u00fcchen h\u00e4tten gro\u00dfes Interesse. Das wirkt eher wie ein Teil des Problems als die L\u00f6sung. Viele Gefl\u00fcchtete wollen Deutsch lernen und sich weiterbilden. Sie stattdessen in niedrig bezahlte Jobs zu vermitteln ist kurzsichtig, wenn nicht geregelt ist, wie sie sich von dort aus weiterqualifizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Noch ist der Masterplan ein Entwurf. Viele Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen nun die Bezirke umsetzen. Daf\u00fcr ist pro Bezirk jeweils eine Stelle vorgesehen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Senat-stellt-Integrationsplan-vor\/!5283323\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Masterplan soll die Teilhabe der Gefl\u00fcchteten am gesellschaftlichen Leben regeln. Drin stehen viel Altbekanntes und vage Andeutungen. &nbsp; Wie kann die Integration von Gefl\u00fcchteten gut gelingen? Diese Frage will der Senat mit dem Masterplan Integration beantworten, den der Regierende B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller und Integrationssenatorin Dilek Kolat (beide SPD) am Dienstag vorstellten. 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