{"id":1029,"date":"2016-02-11T09:35:14","date_gmt":"2016-02-11T09:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1029"},"modified":"2016-02-11T09:35:14","modified_gmt":"2016-02-11T09:35:14","slug":"rechtsextreme-rekorde-hetzen-und-angreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/rechtsextreme-rekorde-hetzen-und-angreifen\/","title":{"rendered":"Rechtsextreme Rekorde: Hetzen und Angreifen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Nie zuvor gab es in Berlin so viele rassistische Demonstrationen und Angriffe auf Fl\u00fcchtlingsheime wie 2015. F\u00fcr dieses Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Im Osten Berlins ballt es sich besonders, aber auch Mitte ist voller dunkelblauer Punkte. Jeder einzelne steht in dem Online-Atlas \u201eRechtes Land\u201c f\u00fcr eine rechtsextreme Demonstration oder Kundgebung \u2013 und von denen gab es im Jahr 2015 so viele wie nie zuvor in Berlin. 234 Veranstaltungen z\u00e4hlt das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz), das im Rahmen des Berliner Landesprogramms gegen Rechtsextremismus rechte Mobilisierungen dokumentiert. \u201eIm letzten Jahr gab es rund f\u00fcnfmal pro Woche eine extrem rechte Veranstaltung, deren \u00fcberwiegende Zahl sich gegen Fl\u00fcchtlinge und das Recht auf Asyl wendete\u201c, sagt Kilian Behrens vom apabiz bei der Vorstellung der neuen Zahlen am Dienstag. \u00dcber die H\u00e4lfte der Veranstaltungen habe sich direkt gegen eine bestimmte Unterkunft gerichtet.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die rechte Szene in Berlin bel\u00e4sst es dabei nicht bei Kundgebungen und Demonstrationen: Auch die Zahl der Angriffe auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte und ihre BewohnerInnen ist im letzten Jahr deutlich gestiegen, wie der Senat jetzt auf Anfrage der Gr\u00fcnen-Abgeordneten Clara Herrmann mitteilte. 57 Vorf\u00e4lle z\u00e4hlt die Polizei f\u00fcr das Jahr 2015, 39 Delikte waren es 2014 \u2013 eine Steigerung um fast 50 Prozent. Ein gro\u00dfer Teil davon sind Sachbesch\u00e4digungsdelikte, aber auch drei F\u00e4lle von Brandstiftung und sechs F\u00e4lle schwerer K\u00f6rperverletzung finden sich auf der Liste.<\/p>\n<p class=\"article odd\">\u201eAuf dem N\u00e4hrboden der menschenfeindlichen Hetze von AfD und Co nimmt die rechtsextreme Gewalt immer st\u00e4rker zu\u201c, sagt Clara Herrmann. Tats\u00e4chlich belegen die beiden jetzt ver\u00f6ffentlichten Bilanzen einen Zusammenhang zwischen rassistischen Mobilisierungen und Angriffen auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte auch in Berlin: Diejenigen Heime, die besonders im Fokus von Demonstrationen stehen, etwa die im letzten Jahr neu er\u00f6ffneten Containerd\u00f6rfer, werden besonders h\u00e4ufig zum Ziel rechts motivierter Straftaten.<\/p>\n<p class=\"article even\">Wie auch schon in den letzten beiden Jahren steht dabei der Bezirk Marzahn-Hellersdorf besonders im Mittelpunkt. Mit 63 Demonstrationen und Kundgebungen gab es 2015 hier die meisten rassistischen Proteste. Gleichzeitig entfallen auf keinen anderen Bezirk so viele Angriffe auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte. 19 solcher Taten z\u00e4hlt die Polizei hier im letzten Jahr, damit liegt der Bezirk deutlich vor Pankow auf dem zweiten Platz, wo der Ortsteil Buch den Schwerpunkt rassistischer Gewalt bildet und 2015 neun Taten gez\u00e4hlt wurden.<\/p>\n<h6>Weniger Zulauf<\/h6>\n<p class=\"article odd\">W\u00e4hrend die Zahl rechtsextremer Veranstaltungen im Jahr 2015 deutlich angestiegen ist, waren die Teilnehmerzahlen jedoch r\u00fcckl\u00e4ufig: Nahmen im Januar letzten Jahres nach Z\u00e4hlung des apabiz noch rund 2.600 Menschen an solchen Veranstaltungen teil, waren es im Dezember nur noch rund 800. Zwar stieg auch die Zahl der Kundgebungen und Demonstrationen mit \u00fcber 50 Teilnehmern von 22 im Jahr 2014 auf 95 im Jahr 2015 deutlich an, einem Gro\u00dfteil der Mobilisierungen aus dem letzten Jahr folgten jedoch weniger Menschen als 50.<\/p>\n<p class=\"article even\">\u201eDie Versuche der Rechten, f\u00fcr ihre Veranstaltungen weite Teile der Bev\u00f6lkerung zu mobilisieren, sind weitestgehend gescheitert\u201c, sagt Kilian Behrens. An vielen Orten Berlins sei der Personenkreis mittlerweile auf einen festen Kern geschrumpft. \u201eEin Gro\u00dfteil davon sind organisierte Neonazis, die einerseits weitestgehend unter sich bleiben, es andererseits aber durch ihre hohe Aktivit\u00e4t trotzdem schaffen, die Stimmung im Stadtteil zu beeinflussen\u201c, so Behrens weiter.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die Konzentration von Veranstaltungen in Mitte ist in erster Linie auf den Pegida-Ableger B\u00e4rgida zur\u00fcckzuf\u00fchren, der seit \u00fcber einem Jahr w\u00f6chentlich am Hauptbahnhof aufmarschiert. Auch hier gehen die Teilnehmerzahlen aber zur\u00fcck, von den anfangs rund 400 Teilnehmern finden jetzt nur noch selten mehr als 100 zusammen.<\/p>\n<p class=\"article even\">F\u00fcr das laufende Jahr malen Behrens wie Herrmann ein d\u00fcsteres Bild: \u201eIm Rahmen des anstehenden Wahlkampfs erwarten wir eine weitere Zunahme rechter Stra\u00dfenaktivit\u00e4t\u201c, sagt Behrens. Auch die Zahl rechter Angriffe und Gewalttaten, sagt Clara Herrmann, sei in den letzten Wahljahren stets gestiegen.<\/p>\n<p class=\"article even\">\n<p class=\"article even\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Rechtsextreme-Rekorde\/!5272546\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nie zuvor gab es in Berlin so viele rassistische Demonstrationen und Angriffe auf Fl\u00fcchtlingsheime wie 2015. F\u00fcr dieses Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet. &nbsp; Im Osten Berlins ballt es sich besonders, aber auch Mitte ist voller dunkelblauer Punkte. 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