{"id":1026,"date":"2016-02-11T09:31:41","date_gmt":"2016-02-11T09:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1026"},"modified":"2016-02-11T09:31:41","modified_gmt":"2016-02-11T09:31:41","slug":"koalitionsstreit-um-asylpaket-ii-auf-dem-ruecken-der-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/koalitionsstreit-um-asylpaket-ii-auf-dem-ruecken-der-kinder\/","title":{"rendered":"Koalitionsstreit um Asylpaket II: Auf dem R\u00fccken der Kinder"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Der Gesetzentwurf verst\u00f6\u00dft gegen die UN-Konvention der Kinderrechte. \u200bDas Familienministerium r\u00e4umt Fehler ein. Die CSU fordert neue Versch\u00e4rfungen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">BERLIN <em>taz | <\/em> Die Schuldfrage ist gekl\u00e4rt: Ein Staatssekret\u00e4r im Familienministerium soll die Tragweite des Gesetzentwurfs zum Familiennachzug von Fl\u00fcchtlingen falsch eingesch\u00e4tzt haben. Deshalb habe das SPD-gef\u00fchrte Ministerium den Entwurf aus dem von Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) gef\u00fchrten Innenministerium abgenickt, hei\u00dft es aus dem Haus von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Der Entwurf war vor dem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch auf Fachebene gepr\u00fcft worden. Das Familienministerium hatte keine Einw\u00e4nde geltend gemacht. Personelle Konsequenzen wird es deshalb aber wohl nicht geben. \u201eDa w\u00fcrde ich jetzt nicht von ausgehen\u201c, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Bundesregierung hat am Mittwoch im Rahmen ihres \u201eAsylpakets II\u201c beschlossen, den Familiennachzug bei Fl\u00fcchtlingen mit sogenanntem subsidi\u00e4ren Schutz f\u00fcr zwei Jahre auszusetzen. Doch seit Tagen streiten sich die Koalitionspartner nun schon, ob diese Einschr\u00e4nkung auch f\u00fcr unbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge gelten soll. In der SPD pochen viele auf eine Ausnahmeregelung. Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner warnte im Bayerischen Rundfunk davor, in einen \u201eSch\u00e4bigkeitswettbewerb\u201c gegen Kinder und Jugendliche einzutreten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Auch Menschenrechtsorganisationen wie terre des hommes kritisieren, dass unbegleitete Fl\u00fcchtlingskinder ihre Eltern fr\u00fchestens nach zwei Jahren nachholen d\u00fcrfen. Mit diesem Passus versto\u00dfe das Asylpaket II gegen die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland ratifiziert habe, betont die Kinderrechtsexpertin Barbara K\u00fcppers. Viele der Kinder und Jugendlichen seien von Krieg und Flucht traumatisiert: \u201eSie sehnen sich nach Mama und Papa. Da w\u00e4re es fatal, wenn sie jetzt die Aussicht verl\u00f6ren, ihre Eltern jemals wieder zu sehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article even\">Ende Januar 2016 kamen nach Angaben des \u201eBundesfachverbands Unbegleitete Minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge\u201c rund 68.000 unbegleitete Minderj\u00e4hrige und junge Erwachsene nach Deutschland. Im gesamten Jahr 2015 seien ihnen nur 442 V\u00e4ter und M\u00fctter per Familiennachzug nach Deutschland eingereist.<\/p>\n<h6>CSU will Versch\u00e4rfungen<\/h6>\n<p class=\"article odd\">\u201eEs ist eine M\u00e4r, dass Jugendliche auf den Weg nach Deutschland geschickt werden, um dann ihre Gro\u00dffamilien nachzuholen\u201c, sagt K\u00fcppers. Die meisten Eltern schickten ihre Kinder weg, um wenigstens sie in Sicherheit zu bringen. \u201eSie wollen selbst m\u00f6glichst lange in ihren Heimatl\u00e4ndern bleiben \u2013 auch um dort noch ein Standbein zu behalten. Andere haben auch einfach nicht das Geld, um die Flucht f\u00fcr alle zu finanzieren.\u201c<\/p>\n<p class=\"article even\">Eine L\u00f6sung in dieser Frage sollen nun Innenminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) finden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begr\u00fc\u00dfe dieses Verfahren, lie\u00df sie dazu am Montag durch eine Regierungssprecherin verlauten. Die CSU wirft der SPD dagegen Unzuverl\u00e4ssigkeit vor: \u201eAbsprachen mit der SPD werden zur Zitterpartie\u201c, lie\u00df sich deren Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt in der <em>Passauer Neuen Presse<\/em> zitieren.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Es stelle sich die Frage, \u201ewas Absprachen und Treffen mit dem SPD-Parteivorsitzenden eigentlich noch wert sind\u201c, sagte die CSU-Politikerin. Und aus den Reihen der CDU machen sich manche bereits f\u00fcr weitere Versch\u00e4rfungen stark. So forderte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl in der <em>Welt<\/em>, Asylbewerbern das unbefristete Aufenthaltsrecht k\u00fcnftig fr\u00fchestens nach f\u00fcnf Jahren und nur unter klaren Bedingungen zu erm\u00f6glichen &#8211; und zwar nur dann, wenn sie \u201eeinigerma\u00dfen ordentlich Deutsch sprechen k\u00f6nnen\u201c, keine Straftaten begangen haben und wenn sie \u201emit 60 Beitr\u00e4gen zur gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen k\u00f6nnen, dass sie selbst f\u00fcr ihren Lebensunterhalt sorgen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p class=\"article even\">Nach geltendem Rechtslage sind f\u00fcr einen Daueraufenthalt allerdings schon jetzt Sprachkenntnisse sowie Nachweise \u00fcber die Sicherung des Lebensunterhalts und geleistete Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge n\u00f6tig &#8211; und er wird fr\u00fchestens nach f\u00fcnf Jahren gew\u00e4hrt, hei\u00dft es dazu aus dem Innenministerium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Koalitionsstreit-um-Asylpaket-II\/!5275757\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gesetzentwurf verst\u00f6\u00dft gegen die UN-Konvention der Kinderrechte. \u200bDas Familienministerium r\u00e4umt Fehler ein. 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