{"id":1015,"date":"2016-01-26T07:58:39","date_gmt":"2016-01-26T07:58:39","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1015"},"modified":"2016-01-26T07:58:39","modified_gmt":"2016-01-26T07:58:39","slug":"grenzkontrollen-in-europa-der-ruf-nach-zurueckweisung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/grenzkontrollen-in-europa-der-ruf-nach-zurueckweisung\/","title":{"rendered":"Grenzkontrollen in Europa: Der Ruf nach Zur\u00fcckweisung"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Immer mehr Fl\u00fcchtlinge d\u00fcrfen nicht nach Deutschland einreisen. Die EU-Innenminister beraten am Montag \u00fcber den Umgang mit Grenzkontrollen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">FREIBURG <em>taz<\/em> | Aus einem Europa ohne Grenzkontrollen wird ein Europa, das sein Heil in immer strengeren Grenzkontrollen sucht. Nicht nur Deutschland hat innerhalb des EU-Binnenmarkts Grenzkontrollen eingef\u00fchrt und will vorl\u00e4ufig dabei bleiben.<\/p>\n<p class=\"article even\">Am Montag diskutiert der EU-Rat der Innenminister, wie es mit den Grenzkontrollen weitergehen soll. Nach dem Schengener Grenzkodex k\u00f6nnen die EU-Staaten in F\u00e4llen, \u201edie sofortiges Handeln erfordern\u201c, maximal zwei Monate lang Grenzkontrollen in eigener Verantwortung einf\u00fchren. Diese Frist lief <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/%215232002\/\" target=\"_blank\" shape=\"rect\">in Deutschland<\/a> Mitte November aus. Maximal sechs Monate lang kann Deutschland nach vorheriger Konsultation der Kommission und der anderen Mitgliedstaaten Grenzkontrollen beibehalten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Je nach Rechenweise l\u00e4uft die Sechsmonatsfrist im M\u00e4rz oder Mai aus. Bis maximal zwei Jahre kann Deutschland auf Empfehlung des Rats Grenzkontrollen einf\u00fchren, wenn der kontrollfreie Binnenmarkt insgesamt gef\u00e4hrdet ist. Im M\u00e4rz oder Mai m\u00fcsste der Rat also einen derartigen Beschluss fassen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Diese Grenzkontrollen dienen bisher in Deutschland vor allem einer geordneten Einreise, die eine Erfassung der Personalien sicherstellen soll. Wer einen Asylantrag stellt, kann demnach einreisen. Zur\u00fcckgewiesen werden Fl\u00fcchtlinge nur, wenn sie in Deutschland kein Asyl beantragen, sondern weiterreisen wollen. Die Zahl solcher Zur\u00fcckweisungen steigt. Im Oktober waren es 400, im November 700 und im Dezember 2.200. In den ersten beiden Januarwochen gab es laut Bundesinnenministerium schon rund 2.000 Zur\u00fcckweisungen.<\/p>\n<h6>Zust\u00e4ndig nach Dublin<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Immer lauter werden aber die Stimmen, vor allem in CSU und CDU, die eine generelle Zur\u00fcckweisung von Fl\u00fcchtlingen fordern. Die Kritiker der Regierungslinie berufen sich dabei auf Paragraf 18 des deutschen Asylgesetzes. Danach \u201eist die Einreise zu verweigern\u201c, wenn der Ausl\u00e4nder aus einem \u201esicheren Drittstaat\u201c einreist oder ein anderer EU-Staat f\u00fcr das Asylverfahren zust\u00e4ndig w\u00e4re. Dies k\u00f6nnte dazu dienen, dass alle Fl\u00fcchtlinge an der deutschen Grenze abgewiesen werden.<\/p>\n<p class=\"article even\">Die Bundesregierung macht hiervon bisher keinen Gebrauch. Zwar sind die Nachbarstaaten allesamt sichere Drittstaaten, allerdings ist diese Regel l\u00e4ngst von EU-Recht \u201e\u00fcberlagert\u201c, wie auch Innenminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) j\u00fcngst erkl\u00e4rte. Welcher EU-Staat f\u00fcr ein Asylverfahren zust\u00e4ndig ist, bemisst sich <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX%3A32013R0604\" target=\"_blank\" shape=\"rect\">nach der Dublin-III-Verordnung<\/a>.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Zwar sind nach der Dublin-III-Verordnung vor allem die EU-Randstaaten f\u00fcr Asylverfahren zust\u00e4ndig, allerdings kann Deutschland solche Verfahren freiwillig \u00fcbernehmen, was es derzeit regelm\u00e4\u00dfig macht. Eine Zur\u00fcckweisung w\u00e4re auch nur an den zust\u00e4ndigen Staat \u2013 zum Beispiel Griechenland \u2013 m\u00f6glich, nicht aber nach \u00d6sterreich.<\/p>\n<p class=\"article even\">Nach einem Bericht des <em>Spiegel<\/em> gibt es inzwischen aber auch in der Bundesregierung <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fluechtlinge-zurueckweisung-an-der-grenze-laut-bundesregierung-zulaessig-a-1073404.html\" target=\"_blank\" shape=\"rect\">\u00dcberlegungen f\u00fcr einen Plan B<\/a>. Ein Papier von Innen- und Justizministerium h\u00e4lt Zur\u00fcckweisungen von Asylsuchenden f\u00fcr vertretbar, wenn auch \u201emit rechtlichen Risiken behaftet\u201c. Die Ministerien wollten die Existenz des Papiers nicht best\u00e4tigen.<\/p>\n<p class=\"article even\">\n<p class=\"article even\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Grenzkontrollen-in-Europa\/!5267749\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Fl\u00fcchtlinge d\u00fcrfen nicht nach Deutschland einreisen. Die EU-Innenminister beraten am Montag \u00fcber den Umgang mit Grenzkontrollen. &nbsp; &nbsp; FREIBURG taz | Aus einem Europa ohne Grenzkontrollen wird ein Europa, das sein Heil in immer strengeren Grenzkontrollen sucht. Nicht nur Deutschland hat innerhalb des EU-Binnenmarkts Grenzkontrollen eingef\u00fchrt und will vorl\u00e4ufig dabei bleiben. 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