{"id":1005,"date":"2016-01-13T18:00:26","date_gmt":"2016-01-13T18:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/?p=1005"},"modified":"2016-01-13T18:00:26","modified_gmt":"2016-01-13T18:00:26","slug":"streit-um-notunterkunft-in-reinickendorf-integration-ist-nicht-planbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iprberlin.com\/de\/streit-um-notunterkunft-in-reinickendorf-integration-ist-nicht-planbar\/","title":{"rendered":"Streit um Notunterkunft in Reinickendorf: Integration ist nicht planbar"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"body\">Eine Montessori-Schule will Angebote f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge schaffen. Doch das landeseigene Immobilienmanagement verweigert das Geb\u00e4ude.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"article first odd\">Das Schreiben des zust\u00e4ndigen Staatssekret\u00e4rs an den Vorstand der Berliner Montessori-Stiftung ist deutlich: Das Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales werde eine ehemalige franz\u00f6sische Schule im Reinickendorfer Stadtteil Waidmanslust \u201enach dem 31. Mai nicht mehr als Notunterkunft f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge\u201c nutzen. \u201eIch hoffe, dass mit dieser Entscheidung die f\u00fcr Sie notwendige Planungssicherheit geschaffen werden konnte\u201c, schreibt \u201eMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen\u201c Dirk Gerstle, Staatssekret\u00e4r in der Verwaltung von Sozialsenator Mario Czaja (CDU), Mitte Dezember.<\/p>\n<p class=\"article even\">In das ehemalige \u201eCollege Voltaire\u201c sollen 113 Montessori-Grundsch\u00fcler ziehen, die derzeit in einem Geb\u00e4ude der Diakonie in Heiligensee untergebracht sind. Die Diakonie braucht das Geb\u00e4ude aber selbst, seit Oktober 2014 ist die Montessori-Stiftung deshalb auf der Suche nach einer Alternative. Im M\u00e4rz 2015 einigte man sich mit Lageso und der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die die ehemalige franz\u00f6sische Schule verwaltet, auf eine \u00dcbergabe zum Juni 2016.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die im Dezember bekr\u00e4ftigte \u201ePlanungssicherheit\u201c f\u00fcr Montessori-Stiftungsvorstand Christian Grune w\u00e4hrte schlie\u00dflich genau eine Woche. Kurz vor Weihnachten hatte Grune die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der BIM am Telefon: Man sehe sich leider nicht im Stande, die Geb\u00e4ude \u201etermingerecht\u201c zu \u00fcbergeben und ziehe das Mietvertragsangebot daher zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"article even\">Das best\u00e4tigt die BIM am Freitag auch auf taz-Anfrage: Hintergrund sei, dass das Lageso den Standort in der Avenue Charles de Gaulle vorl\u00e4ufig nicht aufgeben werde, so ein Sprecher. Die f\u00fcr das Lageso zust\u00e4ndige Senatsverwaltung hat ihre schriftliche Zusage, ab 1. Juni k\u00f6nne die Montessori-Stiftung die Geb\u00e4ude nutzen, allerdings bisher nicht zur\u00fcckgenommen. Die rund 150 notuntergebrachten Fl\u00fcchtlinge w\u00fcrden \u201ekurzfristig\u201c auf andere Einrichtungen verteilt, hatte eine Sprecherin aus Czajas Verwaltung Ende Dezember versichert.<\/p>\n<h6>Hinhaltetaktik seitens des Lageso?<\/h6>\n<p class=\"article odd\">Unklar nun also, ob BIM und Lageso schlicht aneinander vorbei kommunizieren \u2013 oder ob das Lageso die landeseigenen Immobilienverwalter vorschickt, um eine Entscheidung so lange hinauszuz\u00f6gern, bis eine rechtzeitige Sanierung zum neuen Schuljahr nicht mehr zu schaffen ist. Denn das Lageso ist froh \u00fcber jedes Geb\u00e4ude, das es als Notunterkunft bekommen kann: Die sechs offiziellen Erstaufnahmeeinrichtungen reichen schon lange nicht mehr. 144 Notunterk\u00fcnfte, inklusive mehrerer Massenunterk\u00fcnfte wie etwa am Tempelhofer Feld, hat die Senatsverwaltung f\u00fcr Soziales inzwischen eingerichtet <em>(siehe auch Infokasten)<\/em>. Die BIM bestreitet eine Hinhaltetaktik allerdings \u2013 man richte sich lediglich nach den Bed\u00fcrfnissen des Lageso.<\/p>\n<p class=\"article even\">Dabei m\u00fcsste es nach den Vorstellungen der Montessori-Stiftung gar nicht zu einem Entweder-Oder, entweder Fl\u00fcchtlinge oder Schulkinder, kommen. \u201eWir haben wiederholt Angebote f\u00fcr ein gemeinsames Nutzungskonzept als Schule und Notunterkunft gemacht und wollen auch langfristige Integrationsangebote f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder aufbauen\u201c, sagt Stiftungsvorstand Grune. So habe man etwa angeboten, zun\u00e4chst lediglich eins von den drei Geb\u00e4udeteilen zu nutzen. Weil die 2012 er\u00f6ffnete Montessori-Schule bisher nur einen Grundschulteil hat und ein Sekundarbereich erst aufgebaut werden soll, brauche man nicht sofort den gesamten Platz. Auch Willkommensklassen sowie regul\u00e4re Schulpl\u00e4tze f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder wolle man anbieten.<\/p>\n<p class=\"article odd\">Die regionale Schulaufsicht h\u00e4tte sich bereits positiv ge\u00e4u\u00dfert, so Grune. Kein Wunder, wird der Platz an den \u00f6ffentlichen Schulen f\u00fcr die Einrichtung weiterer Willkommensklassen doch zunehmend knapp <em>(taz berichtete)<\/em>. Die Elternschaft h\u00e4tte ebenfalls bereits positiv auf die Pl\u00e4ne reagiert, sagt Grune. BIM und Lageso seien auf den Kompromissverschlag aber bisher nicht eingegangen.<\/p>\n<p class=\"article even\">Am heutigen Monat will sich Sozialsenator Czaja offenbar nochmal mit allen Beteiligten \u00fcber den Fall abstimmen. \u201eBis Ende Januar m\u00fcssen wir auch gegen\u00fcber den Eltern definitiv eine Aussage machen k\u00f6nnen\u201c, so Grune. Knapp 50 Neuanmeldungen gibt es f\u00fcr das kommende Schuljahr, neun P\u00e4dagogen sollen eingestellt werden.<\/p>\n<p class=\"article even\">\n<div class=\"article rack no4\">\n<div id=\"\" class=\"first last odd sect sect_text \">\n<div class=\"secthead\">\n<h2>Noch mehr Fl\u00fcchtlinge nach Tempelhof<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"sectbody\">\n<p>Die geplante Aufnahmeeinrichtung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge am Rande des Tempelhofer Feldes soll laut Medienberichten vom Wochenende gr\u00f6\u00dfer und funktionaler werden als bisher bekannt. Nach Entw\u00fcrfen des Senats seien auf dem Vorfeld des alten Flughafengeb\u00e4udes mehrere soziale Angebote geplant. K\u00fcnftig k\u00f6nnten dort notfalls rund 8.500 Menschen Platz finden. Zurzeit sind mehr als 2.000 Fl\u00fcchtlinge auf dem Gel\u00e4nde untergebracht.<\/p>\n<p>Geplant seien eine Schule, ein Fu\u00dfballfeld, mehrere Sporthallen, eine Gro\u00dfk\u00fcche, ein Jobcenter sowie R\u00e4ume f\u00fcr Werkst\u00e4tten, medizinische Versorgung oder Materiallager, hie\u00df es. In unmittelbarer N\u00e4he des Vorfeldes sollten zudem tempor\u00e4re Unterk\u00fcnfte errichtet werden. Daf\u00fcr m\u00fcsste allerdings noch das Tempelhof-Gesetz ge\u00e4ndert werden, denn seit dem Volksentscheid 2014 sind Bauten auf dem fr\u00fcheren Flugfeld verboten. Tempelhofs Bezirksb\u00fcrgermeisterin Angelika Sch\u00f6ttler (SPD) sprach sich am Samstag im RBB f\u00fcr eine &#8222;befristete&#8220; \u00c4nderung des Gesetzes aus, um n\u00f6tige Infrastruktur zu schaffen.<\/p>\n<p>Ausstatter des Fl\u00fcchtlingsdorfes solle die Organisation &#8222;More than Shelters&#8220; sein, hie\u00df es. Das Sozialunternehmen entwickelt mobile Raumsysteme f\u00fcr Krisenregionen. <i>(epd, dpa)<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Streit-um-Notunterkunft-in-Reinickendorf\/!5264954\/\" target=\"_blank\">Quelle: taz<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Montessori-Schule will Angebote f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge schaffen. Doch das landeseigene Immobilienmanagement verweigert das Geb\u00e4ude. &nbsp; Das Schreiben des zust\u00e4ndigen Staatssekret\u00e4rs an den Vorstand der Berliner Montessori-Stiftung ist deutlich: Das Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Soziales werde eine ehemalige franz\u00f6sische Schule im Reinickendorfer Stadtteil Waidmanslust \u201enach dem 31. 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