Aufruf zur Versammlung Anlässlich des 10. Oktober, des internationalen Tages gegen die Todesstrafe

 

Aufruf zur Versammlung

Anlässlich des 10. Oktober, des internationalen Tages gegen die Todesstrafe

Wir fordern den sofortigen Stopp aller Hinrichtungen in Iran!

Freiheit für alle politische Gefangene in Iran!

 

Hinrichtungen und physische Vernichtung von Gegnern sind mit dem Wesen der Islamischen Republik Iran eng verwoben. Mindestens 71 Menschen, die zur Tatzeit minderjährig waren, drohen, hingerichtet zu werden. Amnesty International hat Iran den Titel „Schlächter von Kindern“ gegeben. Sie führt aus, dass Iran seit 1990 die höchsten Hinrichtungsraten für Minderjährige hat. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisation Herana sind im letzten Jahr mindestens 601 Personen in Iran hingerichtet worden, 4 von ihnen waren unter 18 Jahren. 38 Hinrichtungen sind in der Öffentlichkeit ausgeführt worden. Allein im letzten Monat sind 35 Personen hingerichtet worden. Gewalt, Repressionen und staatlicher Terror sind ein fester Bestandteil der Politik des Regimes seit Anbeginn.

 

Wir sorgen uns um das Leben von kurdischen politischen Gefangenen, die wegen Mitgliedschaft oder Zusammenarbeit mit kurdischen politischen Parteien verhaftet worden sind. So weiß man nach über 100 Tagen nach seiner Verhaftung nichts über den Zustand und Aufenthaltsort von Ramin Hossein Panahi. Zeynab Jalalian ist seit 9 Jahren in Haft und bekommt keine medizinische Versorgung.

 

Anlässlich des 10. Oktober, des internationalen Tages gegen die Todesstrafe, machen wir auf die katastrophale Situation in iranischen Gefängnissen aufmerksam. Viele Gefangene sind deswegen in Hungerstreiks getreten. So sind oder waren Reza Shahabi, Mohammad Nazari und Soheil Arabi in Hungerstreik, um gegen ihren Haft und dessen Bedingungen zu protestieren. Auch ist der Todesurteil gegen Mohammadali Taheri nur zeitweise aufgehoben wurden und soll nun vollstreckt werden.

 

Wir fordern die Freilassung von inhaftierten Angehörigen von Derwishe Gonabad und Bahai`s, sowie  Journalisten,  die  politischen kurdischen, arabischen und belutschi Gefangenen, Gewerkschaftsaktivisten, Frauen, Lehrer und Anwälten.

Solange soziale Gerechtigkeit, bedingungslose Meinungs-, und Gedankenfreiheit, Versammlungs- und Organisationsfreiheit, Gleichheit der Geschlechter, die Trennung von Staat und Religion und andere Grundrechte in Iran nicht umgesetzt werden, reproduziert sich das System von Gefängnis, Folter und Hinrichtung. Solange das Regime der Islamischen Republik herrscht, wird auch dieses System von Folter und Hinrichtung weiter existieren.

Am 10. Oktober, dem internationalen Tag gegen die Todesstrafe fordern wir, zusammen mit anderen freiheitsliebenden Menschen, die Abschaffung der Todesstrafe und die Freiheit von allen politischen Gefangenen. Wir laden alle Parteien, Institutionen, Verbänden, Organisationen und anderen Menschen, denen die Menschenrechte am Herzen liegen, dazu ein, gemeinsam mit uns gegen Folter und Todesstrafe in Iran zu protestieren und uns zu helfen, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen.

Zeit und Ort: Dienstag, 10. Oktober 2017, 15 Uhr Gegenüber der iranischen Botschaft in Berlin,

Podbielskiallee 67, Berlin Dahlem,U3- Podbielskiallee

Veranstalter:

Komitee zur Verteidigung von politischen Gefangenen in Iran  e.V.               

Berlin Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V.

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